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Forum Diskussionsreihe

"Das Unsagbare sagen" am 10.3.2010


Lässt sich das Unsagbare sagen? Diese Frage ist womöglich falsch gestellt. Man müsste eher fragen: Wann und von wem und wie wird das Unsagbare gesagt? Und warum bleibt uns gar nichts Anderes übrig, als das Unsagbare zu sagen? Vielleicht hat ja alles Sagen mit dem Unsagbaren zu tun. Kommunikation ist eben viel komplizierter als eine bloße Übertragung von Inhalten von einem Kopf in den anderen. Oft mühen wir uns, uns verständlich zu machen – und doch bleibt oft das Entscheidende unsagbar.

Das Unsagbare hat zwei Dimensionen: einerseits das, was man nicht sagen kann, andererseits das, was man nicht sagen darf. Das Erste finden wir etwa im Bereich des Ästhetischen oder Religiösen vor. Über Gott lässt sich nur etwas sagen, weil er letztlich unsagbar bleiben muss – und was ein Kunstwerk sagen will, bleibt letztlich unsagbar. Auch ein architektonischer Entwurf (ver-)spricht mehr, als sich wirklich sagen lässt. Das Zweite gehört eher in den Bereich des politisch nicht Korrekten, des verletzten Takts oder der einzuhaltenden Konvention.

Die beiden Themenabende werden sich diesen unterschiedlichen Dimensionen des Unsagbaren widmen und dabei die Theologie, die Politik und die Sprachwissenschaft ebenso zu Wort kommen lassen wie die Literatur und die Naturwissenschaft – und selbstverständlich auch die Architektur, deren Sprache sich ja gerade dadurch auszeichnet, dass sie ihre Botschaften indirekter und weniger eindeutig vermittelt als es die stoffliche Aufdringlichkeit baulicher Substanz vermuten lässt. Dass die Reihe das Unsagbare herausstellt, wird die Beteiligten übrigens nicht daran hindern, exakt das zu versuchen, worum es geht: das Unsagbare zu sagen.


Datum und Ort

Mittwoch, 10.03.2010
20:00 Uhr
Forum im Haus der Architektur, Waisenhausstraße 4, München, 20.00 Uhr


Inhalt

1. Themenabend „Am Anfang war das Wort“

Dipl.-Soziologin Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, München | Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Lehrstuhl für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen, Universität Würzburg | Prof. Dr. Elisabeth Leiss, Lehrstuhl für Germanistische Linguistik, Ludwig-Maximilians-Universität München | Moderation: Dr. Iris Zink, Wissenschaftsjournalistin, ZDF München

Einführung: Dipl.-Ing. Günther Hoffmann, Vizepräsident der Bayerischen Architektenkammer, München


Moderation

  • Dr. Iris Zink Wissenschaftsjournalistin, ZDF München

Hinweis

Die Veranstaltungen sind gebührenfrei und öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

BR-alpha, der Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks, zeichnet die beiden Themenabende auf und sendet diese später in der Fernsehreihe „Denkzeit“.


zum 2. Themenabend


Einladungskarte