Deutsches Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen
Die Architektenkammer begleitet als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB sowie durch die regelmäßige Teilnahme am „Runden Tisch“ für Nachhaltiges Bauen unter Federführung des BMVBS die aktuelle Diskussion um die Einführung des deutschen Gütesiegels für Nachhaltiges Bauen.
Ein Deutsches Zertifizierungsverfahren soll bereits bestehenden Verfahren LEED (USA), BREEAM (Großbritannien), HQE (Frankreich) Konkurrenz bieten und der verstärkten Nachfrage nach einem „German System“ begegnen. Im Rahmen der BAU 2009 wird Bundesminister Tiefensee ein erstes prototypisches Zertifikat öffentlich präsentieren.
Auf freiwilliger Basis wird das Zertifizierungsverfahren zunächst nur für Verwaltungsneubauten anwendbar sein. In einem zweiten Schritt soll auch für andere Nutzungsarten (Wohnungsbau, Gewerbebauten) sowie für den Gebäudebestand ein modifiziertes Verfahren eingeführt werden.
Die Zertifizierung wird durch einen „Auditor“ vorgenommen, der von Beginn an den Planungs- und Bauprozess begleitet. Abschließend wird die Nachhaltigkeit des Gebäudes durch ein Zertifikat der DGNB in den Kategorien Bronze, Silber oder Gold bescheinigt.
Architekten und Ingenieure, die als Auditoren tätig sein wollen, müssen zunächst erfolgreich eine Weiterbildung über ca. 240 Stunden absolvieren. Diese Weiterbildung soll u.a. bei den Kammern angesiedelt sein.
Die Architektenkammer beteiligt sich daher intensiv am politischen und inhaltlichen Abstimmungsprozess, um ggf. direkten Handlungsbedarf (Positionierung des Berufsstandes, Information der Mitglieder, Fortbildungsveranstaltungen der Akademie) abzuleiten und an der Gestaltung des Gütesiegels aktiv mitzuwirken.
Wesentliche Beurteilungskriterien des Gütesiegels sollen sein:
- Transparente Lebenszykluskosten
- Angepasstes Nutzungs- und Gebäudekonzept
- Marktkompatibilität (Standorteinbindung)
- Verringerung Einsatz fossiler Energieträger
- Verringerung des Frischwasserverbrauchs
- Verringerung von Treibhausgasemissionen
- Abfallvermeidung
- Schad- und Risikostoffe für die Umwelt
- Qualitative Gestaltung
- Öffentliche Nutzung und Zugänglichkeit
- Anbindung an öffentliche Verkehrsinfrastruktur
- Raumluftqualität
- Thermische Behaglichkeit
- Akustische Verhältnisse im Gebäude
- Tageslichtnutzung
- Manuelle Einflussnahme der Nutzer
weitere Informationen zum Gütesiegel und zum Themenbereich Nachhaltiges Bauen finden Sie unter:
aktuelle Information zum Gütesiegel
