Mit der neuen Plattform DiPlanung und dem Förderprogramm XPlanBonus Bayern hat das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur digitalen Bauleitplanung erreicht. Seit Juli 2025 läuft der bayernweite Roll-out – begleitet von der Veranstaltungsreihe „Digitale Planung verbindet“, die Nutzerinnen und Nutzern praxisnah den Zugang zur neuen Plattform erleichtert.
Digitale Plattform „DiPlanung“
Die Plattform DiPlanung ermöglicht es Städten und Gemeinden, ihre Bauleitplanverfahren künftig vollständig digital zu steuern und Beteiligungsverfahren online durchzuführen. Kommunen, Planungsbüros sowie Fachbehörden profitieren von einem durchgängigen, transparenten und rechtssicheren Prozess. Rückmeldungen und Stellungnahmen können digital eingereicht und effizient verarbeitet werden – das spart Zeit und Ressourcen auf allen Seiten und ist somit ein echter Mehrwert für die Kommunalverwaltung und für Bürgerinnen und Bürger.
Technische Grundlage ist der bundesweit verbindliche Datenstandard XPlanung, der strukturierte, maschinenlesbare Plan-Dateien ermöglicht und eine einheitliche Kommunikation zwischen allen Beteiligten sicherstellt. Die Plattform selbst besteht aus drei zentralen Bausteinen:
- DiPlan Portal für den Zugang zu rechtsverbindlichen Planwerken
- DiPlan Beteiligung für die digitale Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung
- DiPlan Cockpit zur Steuerung und Koordination von Verfahren
Landesförderprogramm XPlanBonus
Kommunen, die ihre Bauleitplanung auf den XPlanung-Standard umstellen, können dafür finanzielle Unterstützung über das neue Landesförderprogramm XPlanBonus Bayern beantragen. So sollen auch kleinere Kommunen beim digitalen Wandel den Anschluss nicht verpassen.
Gefördert wird sowohl die Neuerstellung als auch die Umwandlung bestehender Planungen in das standardisierte Datenformat XPlanung. Dieser bundesweit einheitliche Standard ermöglicht einen verlustfreien, strukturierten Datenaustausch und bildet die technische Basis für die Plattform DiPlanung, die Planungs- und Beteiligungsprozesse effizient und sicher abbildet.
Förderanträge können ab sofort bis einschließlich 31. Dezember 2026 über eine zentrale Antragsplattform eingereicht werden – vorbehaltlich verfügbarer Haushaltsmittel. Jede antragsberechtigte Kommune kann dabei mehrere Planwerke in einem Antrag bündeln.
Die Veranstaltungsreihe „Digitale Planung verbindet“ bietet eine ideale Gelegenheit, sich praxisnah über digitale Entwicklungen in der Bauleitplanung zu informieren. Mit der Reihe begleitet das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr die Einführung der Plattform „DiPlanung“ in ganz Bayern. Ziel ist es, Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalverwaltungen, Planungs- und Ingenieurbüros sowie Fachinstitutionen, Kammern und Hochschulen in einen kontinuierlichen Austausch zu bringen und die Anwendung des XPlanung-Standards voranzubringen.
Der erste Termin findet am 25. September 2025 um 10 Uhr (Webex) statt – mit einem Beitrag von Tobias Schneider, Geschäftsführer von Arz Ingenieure, zur praktischen Umsetzung des Standards im Planungsbüro.
Mehr zur Plattform und zur Veranstaltungsreihe unter: Digitale Planung Bayern
Vollvektoriell planen – warum es sich lohnt
Für die Anwendung des XPlanung-Standards ist die Art der Datenstruktur entscheidend. Grundsätzlich bestehen digitale Planwerke aus vier zentralen Bestandteilen: den Basisinformationen (Metadaten), der zeichnerischen Darstellung des Plans, den textlichen Festsetzungen sowie gegebenenfalls ergänzenden Rastergrafiken. In der Praxis haben sich zwei Herangehensweisen bei der Umsetzung etablie
- Beim teilvektoriellen Ansatz werden lediglich die Metadaten im XPlanung-Format bereitgestellt; die eigentlichen Planinhalte werden z. B. als PDF oder Bilddatei eingebunden.
- Eine vollvektorielle Umsetzung hingegen strukturiert und kodiert sämtliche raumbezogenen Informationen sowie Geometrien gemäß XPlanung – und ermöglicht so eine durchgängig digitale Weiterverarbeitung.
Gerade die vollvektorielle Ausführung eröffnet erhebliche Vorteile: Sie erlaubt eine verlustfreie Datenübertragung, verbessert die maschinelle Auswertbarkeit und schafft die Voraussetzungen für automatisierte Prozesse innerhalb der Plattform DiPlanung. Deshalb setzt die Landesförderung XPlanBonus Bayern gezielt Anreize zur umfassenden, vollvektoriellen Digitalisierung.
Veranstaltungshinweis:
Neben der Veranstaltungsreihe des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr zur Einführung der Plattform „DiPlanung“ und zur bayernweiten Umstellung auf den Standard XPlanung bietet auch die Bayerische Architektenkammer eigene Formate an, um den Wissenstransfer zwischen Verwaltung und Planung zu stärken. Ein besonderer Beitrag findet am 22. Oktober auf der KOMMUNALE 2025 in Nürnberg statt. Unter dem Titel „Mehrwert durch Digitalisierung: XPlanung in der kommunalen Praxis“ geben Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und Planungsbüros praxisnahe Einblicke in die Anwendung von XPlanung und laden zum offenen Austausch ein.
Weitere Informationen zur Kommunale 2025 sowie einen Code für kostenfreie Messetickets finden Sie hier.