Kataster der Potenziale jetzt!

Der Gebäudebestand ist unsere wichtigste Ressource

Pressemitteilung der Bundesarchitektenkammer (BAK) vom 28.10.2021:

Architektinnen, Innenarchitekten, Landschaftsarchitektinnen und Stadtplaner sind sich ihrer Verantwortung für umwelt- und ressourcenschonendes Bauen, den Wert unseres Bodens und der Nachhaltigkeit guter Planung und Gestaltung bewusst. Die Qualität der gebauten Umwelt hat unmittelbar und umfassend Einfluss auf jeden Lebensbereich. Der Bausektor entscheidet maßgeblich über den Erfolg der Klimaschutzmaßnahmen. Während der laufenden Koalitionsverhandlungen wird deutlich: Der Gebäudebestand gehört ins Zentrum unseres baulichen Handelns.  

In der Nachverdichtung, Umnutzung und Aufstockung liegen - vom bezahlbaren Wohnraum bis zum Solar- und Gründach - die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Chancen. Hier kann der Berufsstand einen großen Mehrwert für die Gesellschaft beitragen.

„Die Lösungen von gestern können nicht die Lösungen für morgen sein. Wir brauchen integrative Konzepte, starke Quartiere und Raum für Ideen, um den architektonischen und städtebaulichen Bestand weiterzuentwickeln. In vielen Vorgesprächen mit Bundestagsabgeordneten haben wir die zwingende Priorisierung der Qualität der gebauten Umwelt angemahnt,“ betont Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. „400.000 neue Wohnungen ohne zusätzliche Flächenversiegelung und CO2-Emissionen, das schaffen wir nur mit und nicht gegen den Gebäudebestand. Überfällig ist eine Methodik zur Identifizierung von Flächen als Kataster der Potenziale, eine Umbauordnung und die gezielte Förderung von Bestand in Ortskernen.“

Als Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft kann der Planungs- und Bausektor einen erheblichen Beitrag zur Umsetzung der europäischen (Green New Deal) und weltweiten (Pariser Klimaabkommen) Vereinbarungen leisten. Rund 700.000 Menschen arbeiten in deutschen Ingenieur- und Architekturbüros und sorgen so für eine Bruttowertschöpfung von rund 84 Milliarden Euro.

Die Bundesarchitektenkammer betont erneut die Notwendigkeit einer Konzentration der Zuständigkeiten in einem Ministerium für die anspruchsvollen Aufgaben im Planungs- und Bausektor.


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