Verbände fordern: Dürre und Hitze abmildern – Schwammsiedlungen und -landschaften jetzt!

Gemeinsame Pressemitteilung der Verbändekooperation "Wassersensibles Planen und Bauen" vom 25.06.2026

 

Die derzeit andauernde Hitze- und Dürreperiode in Bayern unterstreicht erneut die Notwendigkeit verstärkter Klimaanpassungsmaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen, bestehende Infrastrukturen zu sichern sowie die natürlichen Lebensgrundlagen und Ökosysteme langfristig zu erhalten. Die Initiative "Wassersensibles Planen und Bauen", bestehend aus dem DWA-Landesverband Bayern, der Bayerischen Architektenkammer, dem bayerischen Handwerkstag und der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau setzt sich dafür ein, den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt präventiv zu begegnen.

Langanhaltende Dürreperioden stellen vor allem für Landwirte eine Herausforderung dar. Bayern, insbesondere Franken mit der "Fränkischen Trockenplatte", war in den jüngsten Jahren wiederholt von Dürreperioden betroffen. Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, aber auch Starkregenereignisse werden aufgrund des Klimawandels häufiger auftreten, weshalb ein effektiveres Wassermanagement notwendig ist, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Die 2019 gegründete Verbändekooperation "Wassersensibles Planen und Bauen" fordert, dass im ländlichen Raum landwirtschaftliche Flächen so schonend bewirtschaftet werden, dass Wasser versickern und so das Grundwasser erreichen kann. In Siedlungsgebieten sollen grün-blaue Infrastrukturen ausgebaut werden, um Wasser zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben.

Konkret fordern wir:

  • Wasser in der Stadtentwicklung umfassend zu berücksichtigen und ihm den nötigen Raum zu geben
  • Wasserbewusste Siedlungsentwicklung verbindlich festzuschreiben, insbesondere im Baugesetzbuch und den Wassergesetzen
  • Alle Formen der Wasserspeicherung und -versickerung zu nutzen und damit schatten- spendende Begrünung mit Wasser zu versorgen, die wichtige Hitzevorsorge leistet und die Biodiversität fördert
  • Die Synergieeffekte einer multifunktionalen Flächennutzung zwischen erneuerbaren Energien, Wassermanagement, Biodiversitätsverbesserung und Erholungsflächen stärker zu nutzen und zu optimieren
  • Maßnahmen der grün-blauen Infrastruktur bzw. Schwammsiedlungen in bestehende Studiengänge und Fort- und Weiterbildungsangebote zu integrieren und die Öffentlichkeit über eigene Handlungsmöglichkeiten, wie die Umsetzung von Gründächern oder Fassadenbegrünung, zu informieren
  • Für Maßnahmen der Klimavorsorge und der grün-blauen Infrastruktur passende Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten zu entwickeln, bestehende Instrumente zu vereinfachen und zu stärken und die Klimaanpassung im Grundgesetz zu verankern

Vor diesem Hintergrund mahnt die Kooperation auch alle Bayerischen Städte und Gemeinden, diese Themen bei einer sinnvollen und zukunftsorientierten Anwendung des sogenannten „Bauturbo“ nicht zu vergessen. Die Vereinfachungen im Baurecht begrüßt die Kooperation. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass Siedlungen langfristig und zukunftsorientiert auszurichten sind, um Resilienz, (Über-)Lebensqualität und Anpassungsfähigkeit zu gewährleisten. Daher sind Flächen- und Ressourcenverbrauch, sowie Maßnahmen zur Klimaanpassung bei der Wohnraumschaffung stets mitzudenken. Den Appell "Bauturbo zukunftssicher gestalten!" der Kooperation, der an alle Städte und Gemeinden versandt wird, finden Sie auch auf der Internetseite www.schwammstadt.bayern/bauturbo , zusammen mit weiteren Informationen.

„Gut geplante und zukunftsorientierte Quartiere und Siedlungen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung von Hitze und Starkregen: Sie schützen die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, sichern Siedlungsinfrastruktur und stabilisieren natürliche Systeme. Zugleich schaffen sie qualitätvolle und attraktive Lebensräume! Entscheidend ist es, urbane Potenziale zu heben und öffentliche Räume so zu gestalten, dass sie langfristig resilient, anpassungsfähig und lebenswert sind.“
Franz Damm,
Vizepräsident der Bayerischen Architektenkammer


Über "Wassersensibles Planen und Bauen"

"Wassersensibles Planen und Bauen" ist eine Verbändekooperation, bestehend aus dem DWA-Landesverband Bayern, der Bayerischen Architektenkammer, dem bayerischen Handwerkstag und der bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Ziel ist es, durch eine wasserbewusste Siedlungsentwicklung den Schutz vor Hochwasser und Starkregenereignissen zu stärken und die nachhaltige Nutzung von Flächen in Bayern zu fördern. Die Initiative "Wassersensibles Planen und Bauen" setzt sich dafür ein, dass Bayern sich mit einer vorausschauenden und nachhaltigen Siedlungsentwicklung den Herausforderungen des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt stellt und die Lebensqualität der Bevölkerung langfristig sichert.

Weitere Informationen finden Sie auch auf www.schwammstadt.bayern.