Bayerische Architektenkammer
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Bundesgeschäftsstelle Deutscher Alpenverein
München
Bundesgeschäftsstelle DAV;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Eingangsbereich Empfang;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Außen nachher;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Hölzerner Alien in der Glasfassadenwelt;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Dachterrasse;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Detail Brüstung;
Foto:
Transsolar Skizze
Skizze Lüftungselement;
Foto:
Transsolar Skizze
Schnitt Lüftungsschacht;
Foto:
Transsolar Skizze
Begrünter Holzbau in der Parkstadt;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Grundriss EG;
Foto:
ELEMENT A . Architekten BDA Christian Taufenbach
Cafeteria mit Holzhybriddecke;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
BEISPIELHAFT
Bundesgeschäftsstelle Deutscher Alpenverein
Ein ungenutztes Bürogebäude wurde für den Deutschen Alpenverein ressourcenschonend revitalisiert und aufgestockt.
Von außen bleibt verborgen, dass der Betonkern des Altbaus erhalten wurde. Zwei neue Stockwerke und ein vorgebautes Atrium in Holz-Massivbauweise umschließen den Bestand.
Hierfür wurden neue Anschlussdetails bzw. konstruktive Lösungen entwickelt.
Ein Holzgerüst wurde vor der Pfosten-Riegel-Fassade platziert.
Der Brandschutz der schweren Deckenstahlträger aus Massivholz wurde auf Abbrand bemessen.
Der neue, vordere Aufzugsschacht im Atrium wurde in Holzbauweise ausgeführt.
Dieses Konzept von „Sanierung statt Neubau“ lässt sich auf viele weitere „ausgediente“ Bürogebäude anwenden. Es kann eine Antwort auf die Frage der nachhaltigen Weiternutzung sein. Die Sanierung demonstriert eindrucksvoll, dass scheinbar unmögliche Umbauten (Multispace-Büros bei einer Deckenhöhe von 2,70 m!) dennoch machbar sein können – und ist damit wegweisend für Tausende andere ungeliebte Bürogebäude
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Energieeffizienz
Holzbau, Low-Tech-Lüftung statt Klimaanlage &
Umwandlung statt Abbruch. Häuser dieser Art stehen tausendfach in Deutschland - dieser Umbau beweist, dass sie alle NICHT abgerissen werden müss(t)en!
Energiekonzept Gebäude
Ausgeklügelte Low-Tech Klimatechnik über Lüftungsklappen, zwei zentrale Abluftschächte und Nachtauskühlung sichern passiv die Klimatisierung. Ein angefügtes Holzgerüst sorgt für Begrünung und Schatten.
Als Stichworte für den Bau hatte der DAV gesetzt: nachhaltig, ressourcenschonend, kreativ, im guten Sinne einfach.
ELEMENT A hat dann die Vorgabe in Planung umgesetzt und die vergleichbar sonst übliche aktive Gebäudekühlung von 520kw auf Null herunter geplant. Dafür brauchte es umfangreiche Abstimmungen mit Transsolar zu Planungsvarianten der Fassade und zur Belüftung des Gebäudes.
- ELEMENT A . Architekten BDA und die Klimaingenieure von Transsolar entwickelten eine hochintelligente »Low-Tech« Lösung, die vorhandene Substanz aktiviert, äußeren Lärm ausgrenzt und eine hervorragende Arbeitsatmosphäre erzeugt. Spezielle Fassadenbrüstungen sind das Kernstück der Luftführung, zwei zentrale Luftschächte organisieren die Nachströmung, auch für sommerliche Nachtauskühlung. Die Klimatisierung mit raumtemperierter Frischluft und Nachtauskühlung erfolgt über einen speziellen Brüstungsaufbau mit integriertem Lüftungselement, schallgedämmt, trotz Winddruckschwankungen durch die umliegenden Hochhäuser gleichbleibender Volumenstrom, elektrische Steuerung entfällt.
o Renson Sonovent-Elemente mit Lufteintragsleistung von 120m3/ Element und sehr gutem Schallschutz
o Holz- Beton-Verbunddecken in Etage 4 & 5
o frei liegende Deckenkonstruktion der alten, nur 2,70m im Lichten messenden Betondecke, über ausgeklügelte Akustikmaßnahmen wurde trotz der für die Nachtauskühlung freiliegenden Betonelemente eine optimale Raumakustik für die Multispaceflächen erreicht.
o Nutzung des thermischen Auftriebs, zwei im Hausinneren liegende Konvektor Schächte mit Langsamläufer-Ventilator
Neu entwickelte Anschlussdetails bzw. konstruktive Lösungen:
- Holzgerüst vor der Pfosten-Riegel-Fassade:
Vertikal stehen Pfosten, die horizontal durch Stahlrahmen verbunden und ausgesteift wurden. In diesen liegen dann Gitterroste, bzw. stehen die Pflanztröge. Das Ganze ist nur auf Horizontalkraft zum Gebäude an diesem befestigt (thermisch entkoppelt).
o Horizontale Verbindungsdetails für das Tragen großer Pflanzkübel ertüchtigt über eine innenliegende Stahlkonstruktion
o Austauschbarkeit evtl. verwitterter einzelner Pfosten sichergestellt über eine geschraubte Verbindung, die zum Austausch des Balkens abgesenkt werden kann.
- Brandschutz schwerer Deckenstahlträger aus Massivholz
o auf Abbrand gerechnet – bei 0,7mm Abbrand pro Minute reichen 3 cm Massivholz für eine F30 Ummantelung
o Spalten wurden mit Schafwolle ausgestopft
- Ausführung des neuen Aufzugschachtes im Atrium in Holzbauweise
o Kombination von Sprinklerung und Brandmeldeanlage
o Spezieller Sprinklerkopf mit erhöhtem Siedepunkt der Flüssigkeit (95°C) überm Aufzug, damit die Wärmeabstrahlung der frei im Schacht direkt gegenüberliegenden elektronischen Bremse (bis 600°C Temperatur) keinen Fehlalarm auslöst.
Energieberatung durch
Transsolar Klimatechnik
Standard und Verfahren
eingehaltener Standard
EnEV 2016
Berechnungsverfahren
DIN 18599
Effizienzhausstufen
Effizienzhaus 70 (Sanierung)
Angaben Wohngebäude
Angaben Nichtwohngebäude
Kenndaten
mittl. U-Wert opak Soll-Wert nach EnEV/GEG
0,3 W/(m²K)
mittl. U-Wert opak Ist-Wert
0,17 W/(m²K)
mittl. U-Wert opak Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
43 %
mittl. U-Wert trans. Soll-Wert nach EnEV/GEG
1,5 W/(m²K)
mittl. U-Wert trans. Ist-Wert
0,79 W/(m²K)
mittl. U-Wert trans. Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
47 %
Qₚ Soll-Wert nach EnEV/GEG
205,28 kWh/(m²a)
Qₚ Ist-Wert
52,24 kWh/(m²a)
Qp Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
75 %
Unterschreitung EnEV/GEG Anforderung um
43 %
Wärmebrückenzuschlag
0,1 W/(m²K)
Endenergiebedarf
ist (berechnet)
143 kWh/m²a
Allgemeine Angaben
Flächen
BGF (nach DIN 277)
8.082 m²
Beheizte Nettogrundrissfläche
(DIN 277)
(DIN 277)
5.439 m²
Beheiztes Volumen
(Systemgrenze EnEV)
(Systemgrenze EnEV)
26.405 m³
Hüllfläche (gesamt)
4.008 m²
Fensterfläche
2.819 m²
Bauweise
97% PR-Fassaden
Verwendung nachwachsender Rohstoffe
Konstruktion der PR-Fassaden in Holz
Kompaktheit
Hüllfläche/ beheiztes Volumen
0,152 1/m
Hüllfläche / Nettogrundrissfläche
0,736
Energiekonzept Anlagentechnik
Spez. Heizwärmebedarf
120 kWh/(m²a)
Heizsystem
Fernwärme
Kühlsystem
ohne
Lüftungssystem
Schwerkraftlüftung nach Transsolar, ventilatorunterstützt
Beleuchtungssystem
LED, hoher Tageslichtkoeffizient
Einsatz regenerativer Energie
FW aus regenerativer KW-Kopplung
Ökologie
CO2 - Ausstoß
spezifisch
14 kg/(m²a)
Einsatz regenerativer Energie
FW aus regenerativer KW-Kopplung
solare Energienutzung
Da das Haus meist durch das benachbarte Hochhaus beschattet wird, wurde der Materialeinsatz einer PV-Anlage als nicht sinnvoll berechnet.
Sonstige
Der CO2-Einsatz einer Wärmerückgewinnung hätte sich laut Berechnungen nach ca. 40 Jahren amortisiert - also NICHT innerhalb der Lebensdauer.
Ökonomie
Kostengruppe 300 (brutto)
gesamt
11.735.000 €
spezifisch
1.452 €/m2BGF
Kostengruppe 400 (brutto)
gesamt
4.687.500 €
spezifisch
580 €/m2BGF
Gesamtkosten (KG 200-700) ohne Grundstück (brutto)
gesamt
22.931.000 €
spezifisch
2.837 €/m2BGF
Standort
Anni-Albers-Straße 7
München
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OrtMünchen
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RegierungsbezirkMünchen
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TypologieVerwaltungsbauten
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FertigstellungFebruar 2021
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Auszeichnungsjahr2023
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Ursprungsbaujahr1970
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BauherrDeutscher Alpenverein e.V. (DAV) , München
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ArchitekturPlanung und Realisierung: Element A . Architekten . Christian Taufenbach und Andreas Kreft, MünchenChristian Taufenbach
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Mitarbeit
- Andreas Kreft
- Romuald Dehio
- Tobias Richter
- Ludmila Volk
- Saskia Weber
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ArchitekturKonzeption und Entwurf: hiendl_schineis architektenpartnerschaft, AugsburgStefan Hiendl, Regina Schineis
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MaßnahmeBauen im Bestand
- Sanierung/ Umbau/ Revitalisierung
- Aufstockung
- Anbau/ Erweiterung
- Erhalt/ Denkmalschutz
- Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
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Besondere Qualitäten
- Gebäudeplanung mit BIM
- Holzbau
- kreislauffähig
- Integrales Klimakonzept