Bayerische Architektenkammer
Körperschaft des Öffentlichen Rechts
Waisenhausstr. 4
80637 München
Telefon: 089 139880 – 0
Telefax: 089 139880 – 55
E-Mail: info@remove-this.byak.de
zurück
Bundesgeschäftsstelle Deutscher Alpenverein
München
Bundesgeschäftsstelle DAV;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Eingangsbereich Empfang;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Außen vorher;
Foto:
Christian Taufenbach
Außen nachher;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Begrünter Holzbau zwischen Glasfassaden;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
DAV Schema Lüftungselement;
Foto:
Element A Taufenbach
Brüstungen: Klimaanlage und Sitz;
Foto:
Christian Taufenbach
Brüstungen: Klimaanlage und Sitz;
Foto:
Christian Taufenbach
Luftschächte mit Ventilator für Abluft;
Foto:
Element A / Transsolar Taufenbach
Begrünter Holzbau in der Parkstadt;
Foto:
Lanz, Schels, Pk. Odessa
Grundriss EG;
Foto:
ELEMENT A . Architekten BDA Christian Taufenbach
Cafeteria mit Holzhybriddecke;
Foto:
Lanz, Schels Pk. Odessa
BEISPIELHAFT
Bundesgeschäftsstelle Deutscher Alpenverein
Ein ungenutztes Bürogebäude wurde für den Deutschen Alpenverein ressourcenschonend revitalisiert und aufgestockt.
Von außen bleibt verborgen, dass der Betonkern des Altbaus erhalten wurde: Zwei neue Stockwerke und ein vorgebautes Atrium als Holz-Massivbau umschließen den Bestand.
Neu entwickelte Anschlussdetails bzw. konstruktive Lösungen:
Holzgerüst vor der Holz-Pfosten-Riegel-Fassade;
Brandschutz schwerer Stahlträger aus Massivholz, auf Abbrand gerechnet;
Ausführung des neuen, vorderen Aufzugschachtes im Atrium in Holzbauweise.
Dieses Konzept von „Sanierung statt Ersatzneubau“ lässt sich auf viele weitere Bürogebäude anwenden als Antwort zum Thema nachhaltige Weiternutzung. Die Sanierung demonstriert eindrucksvoll, dass nahezu unmögliche Umbauten (Multispacebüros bei Deckenhöhe 2,70m) dennoch machbar sein können.
Welchen Beitrag liefert das Projekt zur Klimaanpassung?
Bestand wurde als Ressource betrachtet, durch Holzbau CO2-senkend ergänzt und an den Längsseiten begrünt. Neue Bauteile sind zumeist zerstörungsfrei wiederverwendbar. Biodiversität bei der Begrünung.
Grundstück
2.320 m²
Handlungsfelder
Grünflächen
nicht bebaute Fläche
(Grün- und Freiflächen außerhalb von Gebäuden usw.)
(Grün- und Freiflächen außerhalb von Gebäuden usw.)
377,2 m²
bebaute Fläche
(Grundfläche von Gebäuden usw.)
(Grundfläche von Gebäuden usw.)
1.607,6 m²
Anteil Grünflächen nicht unterbaut
16,3 %
Anteil Grünflächen unterbaut
(auf Tiefgaragen, über Kellern usw.)
(auf Tiefgaragen, über Kellern usw.)
14,4 %
durchschnittliche Höhe Substrataufbau bei unterbauten Flächen
40/50 cm
Beschreibung und ggfs. besondere Qualität der Grünfläche / Art der Bepflanzung
Das Thema Alpenflora wurde auf allen Ebenen natürlich umgesetzt, auch vertikal: von der fetten Almwiese unten über Felsenbirnen und Stauden der Mittellagen bis zu Latschen.
Maßnahmen zur Aufenthaltsqualität der Grünflächen
Eine direkt an die Cafeteria angeschlossene Dachterrasse im 4. OG ermöglicht allen Nutzenden den Aufenthalt am bunt blühenden, schönsten Ort des Hauses – mit geahntem Blick Richtung Alpen. Im geschützten Garten (EG) steht – frei zugänglich – allen Kraxelfreudigen eine Kletterwand zur Verfügung.
Fassadenbegrünungen
Fassadenfläche insgesamt
2.819 m²
Vorgesehener Anteil Fassadenbegrünung
78 %
Bewässerungssystem
Bewässerung erfolgt über ein automatisiertes System.
Besondere Qualität der Fassadenbegrünung
Die Bepflanzung der Fassade spiegelt – in den Stockwerken aufsteigend – die Vegetationszonen der Alpenflora wider. Gepflanzt wurden dort:
255 Stk. Sträucher und Gehölze,
85 Stk. Solitärsträucher,
145 Stk. Rankpflanzen,
70 Stk. Klettergehölze,
1500 Stk. Gräser + Bodendecker,
330 Stk. Kleinblättriges Immergrün,
750 Stk. Gräser + Stauden.
Die Kombination aus Holz als Baustoff und begrünter Fassade zog unausweichlich die Sprinklerung des gesamten Hauses nach sich.
Dachbegrünungen/Gründächer/Biodiversitätsdächer
Dachflächen insgesamt
1.189 m²
Anteil Dachbegrünung gesamt
90 %
extensiv (bis 10 cm Substrataufbau / keine Pflege)
80 %
mindestens einfach intensiv (ab 15-25cm Substrataufbau)
20 %
Artenvielfalt und Biodiversität der Dachflächen; Hinweis zur Pflanzenauswahl
4.OG und Dach Konferenz: artenreiche Begrünung
mit Samenansaat "Blumenwiese"
(Begrünung der TG-Decken intensiv, oben nicht ausgewiesen)
besondere Qualität der Dachbegrünung / Gründächer / Biodiversitätsdächer
Auf der Dachterrasse und mit der Begrünung der neuen Konferenzräume bietet eine Alpenwiese übers Jahr abwechslungsreiche Nahrung für die auf der Dachterrasse lebenden Bienen.
Vegetation
Beschreibung der Bestandsvegetation
Die Parkstadt Schwabing ist eine glitzernde Bürowelt aus Glas, Aluminium und Beton. Einige wenige Bäume wurden in den 70er Jahren neben den damaligen Büroneubauten gepflanzt.
Prozentualer Anteil der erhaltenen Bestandsvegetation (Gehölze) auf dem Grundstück
20 %
Anzahl neuer Baumpflanzungen
12
Verwendung von klimaresilienten Bäumen
Bäume (alpin orientierte Auswahl);
2 Stk. Acer platanoides (Spitz-Ahorn);
4 Stk. Betula pendula (Hänge-Birke);
4 Stk. Pinus sylvestris (Wald-Kiefer);
2 Stk. Populus tremula (Zitter-Pappel)
Beschreibung der Struktur und Qualität der Vegetation
In der Münchner Schotterebene behaupten sich ohne intensive Bewässerung am besten die dort heimischen Arten, weswegen die Landschaftsplanung auf diese setzt.
Nutzer-Aufenthaltsqualität in öffentlichen/halböffentlichen Bereichen
qualifizierte Freiflächen mit klimarelevanten Einbauten, Schattenbereichen, Trinkwasserspender in öffentlichen Bereichen, etc.
Öffentlich zugängliche Boulderwand, ehrenamtlich betreut durch eine Sektion des Alpenvereins
Standort
Anni-Albers-Straße 7
München
-
OrtMünchen
-
RegierungsbezirkMünchen
-
TypologieVerwaltungsbauten
-
FertigstellungFebruar 2021
-
Auszeichnungsjahr2023
-
Ursprungsbaujahr1970
-
BauherrDeutscher Alpenverein e.V. (DAV) , München
-
ArchitekturPlanung und Realisierung: Element A . Architekten . Christian Taufenbach und Andreas Kreft, MünchenChristian Taufenbach
-
Mitarbeit
- Andreas Kreft
- Romuald Dehio
- Tobias Richter
- Ludmila Volk
- Saskia Weber
-
ArchitekturKonzeption und Entwurf: hiendl_schineis architektenpartnerschaft, AugsburgStefan Hiendl, Regina Schineis
-
MaßnahmeBauen im Bestand
- Sanierung/ Umbau/ Revitalisierung
- Aufstockung
- Anbau/ Erweiterung
- Erhalt/ Denkmalschutz
- Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
-
Besondere Qualitäten
- Gebäudeplanung mit BIM
- Holzbau
- kreislauffähig
- Integrales Klimakonzept