Bayerische Architektenkammer
Körperschaft des Öffentlichen Rechts
Waisenhausstr. 4
80637 München
Telefon: 089 139880 – 0
Telefax: 089 139880 – 55
E-Mail: info@remove-this.byak.de
zurück
Einödhof mit Glaskuben
Triftern
Leben und Arbeiten in den Glaskuben;
Foto:
Andrea Engelbrecht
Wohnstube im Blockbau;
Foto:
Reinhard Engelbrecht
Weiden: Uferbefestigung und Baustoff;
Foto:
Andrea Engelbrecht
Regenwasserbecken - auch zum Schwimmen;
Foto:
Andrea Engelbrecht
große Fugen stören keine großen Geister;
Foto:
Andrea Engelbrecht
Flutmulde nach Starkregen .;
Foto:
Andrea Engelbrecht
Holzfloß-Terrasse;
Foto:
Andrea Engelbrecht
Neupflanzungen alte Streuobstwiese;
Foto:
Andrea Engelbrecht
was auf Kies alles wächst- wenn man will;
Foto:
Andrea Engelbrecht
Vierseithof Grundriss;
Foto:
Reinhard Engelbrecht
transparente Fassade der Scheune;
Foto:
Iris Völkl
Blockbau/neuer Balkon;
Foto:
Andrea Engelbrecht
BEISPIELHAFT
Einödhof mit Glaskuben
Zwei Architekten, die auf dem Land wohnen und arbeiten, sanierten das alte Haus, die neuen Bauteile stellten sie in den schützenden Scheunenraum. Im Sommer ist dieser durch große Schiebetore weit offen und luftig, im Winter geschlossen und windgeschützt. So schafft der Hüllraum einen ausgleichenden Klimapuffer. Nachdem die Bewohnenden im ersten Jahr Zeugen der Hochwasserkatastrophen in Simbach und Triftern werden, lassen sie dem kleinen Bach den Raum, den er bei Überflutungen braucht und nehmen hin, dass die aus alten Stallbrettern zusammengefügte Terrasse nicht ewig halten wird.
Welchen Beitrag liefert das Projekt zur Klimaanpassung?
Durch Bauen im Bestand keine weitere
Flächenversiegelung; Reduzierung der
Wohnansprüche: der
Luxus des Einfachen;
schonender Umgang mit
Wasser; Streuobstwiesen,
Baumpflanzungen;
Grundstück
7.600 m²
Handlungsfelder
Grünflächen
nicht bebaute Fläche
(Grün- und Freiflächen außerhalb von Gebäuden usw.)
(Grün- und Freiflächen außerhalb von Gebäuden usw.)
6.300 m²
bebaute Fläche
(Grundfläche von Gebäuden usw.)
(Grundfläche von Gebäuden usw.)
1.300 m²
Anteil Grünflächen nicht unterbaut
100 %
Beschreibung und ggfs. besondere Qualität der Grünfläche / Art der Bepflanzung
Wiese als Schafweide, Magerrasen im Randbereich der Hof- und Wegflächen: langsam kehren Lichtnelke und wilde Margerithen zurück.
Zu den wenigen noch erhaltenen alten Bäumen der Streuobstwiese kommen Neupflanzungen von alten und lokalen Obstsorten, alle als Hochstämme gezogen. Die Randstreifen zu den angrenzenden Maisfeldern werden mit Wildobst und Sträuchern bepflanzt, Baumschnitt zu Benjeshecken aufgestapelt: mittlerweile dicht bewucherte Dickichte für Vögel und Kleintiere.
Maßnahmen zur Aufenthaltsqualität der Grünflächen
Wiesenspazierwege, Wild- und Ramblerrosen, einfache Terrassen aus wiederverwendeten alten Brettern, kleiner Gemüse- und Kräutergarten, Feuerstelle aus alten Ziegeln, sehr naturnah, oft Nachnutzung alter Baustoffe/Downcycling.
Wiederherstellung der ursprünglichen Vielfalt der Kulturlandschaft durch Rückentwicklung der intensiv genutzten Flächen
Vegetation
Beschreibung der Bestandsvegetation
Wiese, 4 alte vergreiste Obstbäume (Hochstamm),
1 große Esche, 1 Holunder,
keine Gebüsche oder Hecken
Prozentualer Anteil der erhaltenen Bestandsvegetation (Gehölze) auf dem Grundstück
100 %
Anzahl der bestehenden Gehölze und Sträucher
4
Anzahl der erhaltenen Gehölze und Sträucher
4
Anzahl neuer Baumpflanzungen
60
Anzahl 1. Wuchsordnung
20
Anzahl 2. Wuchsordnung
25
Anzahl 3. Wuchsordnung und Sträucher
30
Verwendung von klimaresilienten Bäumen
Roteiche, Traubeneiche, Speierling, Silberpappel, Elsbeere, Walnuss, Winterlinde, Feldahorn, Hainbuche, Vogelkirsche, Mehl- und Vogelbeere, Paulownie, Esskastanie, Bentjeshecken und Vogelschutzgehölz
Beschreibung der Struktur und Qualität der Vegetation
Neupflanzungen: Nachpflanzung der alten Streuobstwiese mit alten und lokalen Sorten, alle Bäume als Hochstamm, dazu Wildobst (Mispeln, Berberitze, Kornelkirsche). Die alten Bäume bleiben als Specht- und Fledermausbäume stehen, in Randbereichen wird Totholz gestapelt. Pflanzung von Großbäumen auf der hinter dem Haus liegenden Wiese (selbstgezogen oder Forstbaumschulen, h 80-100cm). Beweidung der Wiesen mit Schafen. Senken im Gelände werden nicht planiert, sondern als mögliche Flutmulden belassen.
Regenwassermanagement
Lokale Versickerung des Niederschlagswassers
Sammlung in Zisterne (ehemalige Güllegrube) und Regenwasserbecken im Hof. In Trockenzeiten Versickerung des Zisternenwassers auf dem Gelände;
Besondere Maßnahmen zum Regenwasserrückhalt
Nutzung der ehemaligen Güllegrube als Regenwasserzisterne
offene Wasserflächen
Geländesenke als Flutmulde (nur kurzzeitige Seebildung)
Brauchwasserkonzept / Regenwassernutzung
Toilettenspülung und Gartenbewäserung mit Wasser aus dem alten Brunnen (keine Trinkwasserqualität, sehr oberflächennahes Wasser).
Ein Becken im Hof dient als weitere Wasserreserve, Zwischennutzung als kleines Schwimmbecken (ohne chemische oder technische Wasseraufbereitung), in trockeneren Zeiten Bewässerung von Garten, ggf. Jungbäumen;
Standort
Mollnöd 1
Triftern
-
OrtTriftern
-
RegierungsbezirkNiederbayern
-
TypologieWohnungsbau
-
FertigstellungMärz 2021
-
Auszeichnungsjahr2023
-
Ursprungsbaujahr1850
-
BauherrenAndrea und Reinhard Engelbrecht , Triftern
-
Architektur
-
Mitarbeit
- Reinhard Engelbrecht
-
Denkmal / EnsembleDenkmal
-
MaßnahmeBauen im Bestand
- Sanierung/ Umbau/ Revitalisierung
- Anbau/ Erweiterung
- Erhalt/ Denkmalschutz
- Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
-
Besondere Qualitäten
- gesundes Bauen
- Holzbau
- kreislauffähig
- recycling up-/downcycling - kostengünstiges Bauen