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Erweiterung des Blindeninstituts
Regensburg
Neubau und Bestand;
Foto:
Stefan Müller
Gartenterrassen;
Foto:
Stefan Müller
Modell;
Foto:
Georg Scheel Wetzel Architekten Müller
Vorplatz Bestand;
Foto:
Stefan Müller
Gartenhof;
Foto:
Stefan Müller
Modell Bestand und Erweiterung;
Foto:
Georg Scheel Wetzel Architekten Müller
Grundriss EG;
Foto:
Georg•Scheel•Wetzel Architekten
Grundriss OG;
Foto:
Georg•Scheel•Wetzel Architekten
Patio;
Foto:
Stefan Müller
Wohnraum;
Foto:
Stefan Müller
BEISPIELHAFT
Erweiterung des Blindeninstituts
Das Gebäude stellt die Erweiterung der von Georg • Scheel • Wetzel Architekten im Jahr 2006 erstellten Gebäude des Blindeninstituts Regensburg dar. Während der bestehende Komplex eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche beinhaltet, finden in der Erweiterung schwer seh- und mehrfachbehinderte Erwachsene ihren Lebensmittelpunkt.
Das Gebäude beherbergt vier betreute Wohngemeinschaften für jeweils sechs Personen, eine Förderstätte für 42 Erwachsene und einen Bereich für Individualtherapie.
Es bettet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bestand in den hier deutlich steiler werdenden Hang ein. Entlang der Höhenlinien angeordnet, verbinden sich zwei zweigeschossige Baukörper über einen Sockel. Internat und Sporthalle des Bestandes bilden mit dem Neubau einen durch die topographisch bedingten Gebäudestellungen geprägten Gartenraum, von dem aus sich alle Eingänge des neuen Komplexes anbieten. Für die Erschließung wird der bestehende große Vorplatz der Schule genutzt.
Aussagen zur Quantität - Qualität
Der Gesamtkomplex bietet Platz für die Betreuung von ca. 120 schwer seh- und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche in vier Schulstufen mit individueller Betreuung in Tagesstätte und Internat sowie Therapiebereich und Therapiebad und Sporthalle. Durch die Erweiterung können bis zu 24 Erwachsene weiterhin am Ort wohnen und die Förderstätte besuchen. Diese ist für 42 Plätze
ausgelegt und verfügt ebenfalls über einen Individualtherapiebereich. Damit konnten dezentral in Stadt und Umland verteilte Einrichtungen weiter an einem Ort gebündelt werden.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zum Flächensparen
Weiterbauen auf eigenem Grundstück, Nutzbarmachung eines steilen, funktional nachteiligen Hanggrundstückes, Nutzung von Synergieeffekten mit dem Bestand (Vorfahrt, ruhender Verkehr in erweiterter TG)
Handlungsfelder
Alternatives Wohnen / Alternativen zum EFH
Gemeinschaftliches Wohnen
betreutes Wohnen in Wohngemeinschaften in enger Verbindung zur Landschaft
verdichtetes Wohnen / Nachverdichtung
Neben dem bestehenden Internat für schwer seh- und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche entstanden Wohnungen für Erwachsene, die dadurch weiterhin dort wohnen können.
Verknüpfen von Wohnen und Arbeiten
Die schwer seh- und mehrfachbehinderten Erwachsenen besuchen tagsüber die integrierte Förderstätte. Arbeits- und Wohnumfeld sind athmosphärisch unterschieden, gleichwohl bestehen Synergien.
Sonstiges
Wohnraum und Lebensmittelpunkt für schwer mobilitätseingeschränkte Erwachsene in Wohngemeinschaften zu sechs Personen
Vorhandenes Nutzen / Bauen im Bestand
Anbau / Erweiterung
Die Erweiterung schreibt das 2006 entstandene Ensemble mit den gleichen architektonischen Mitteln fort. Einheitliche Materialien und der Umgang mit der Topographie verbinden Alt und Neu.
Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
Die verkehrliche Erschließung des Bestandes und vorhandene Flächenressourcen konnten genutzt werden, ohne dass Grundstücksflächen neu erworben werden mussten.
Erhalt / Denkmalschutz
Das Ensemble befindet sich vis à vis von Schloss Prüfening mit seiner barocken Klosteranlage. Die Maßnahmen wurden eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt.
Lückenschluss / Nachverdichtung / ungenutzte Grundstücke im Innenbereich
Als Baufeld der Erweiterung diente ein Schulgarten, der aufgrund seiner Hangneigung nur unzureichend genutzt werden konnte.
Sonstiges
Entsprechend dem Prinzip der Bestandsgebäude weisen die neuen Baukörper eine gemeinsame Höhe mit dem Internat auf, betten sich so weitestgehend in den ansteigenden Hang ein.
Land ist mehr als Fläche
Einbindung in erfolgreiches Siedlungs- und Flächenmanagement
Die Gebäude des Blindeninstituts Regensburg interpretieren die vorgefundene landschaftliche und topographische Situation am westlichen Stadtrand von Regensburg.
Förderung von Bau- und Landschaftskultur, Entwicklung von Natur- und Kulturerbe
Der verwendete, grün-graue, reduzierte Kohlebrandziegel passt sich der Landschaft und dem gegenüberliegenden historischen Schloss Prüfening an
Beitrag zu lokaler Wertschöpfung, Ressourceneffizienz
Vorhandene Flächenressourcen und Infrastruktur wurden genutzt.
Förderung von Biodiversität, Biotopverbund
s.u.
Erhalt natürlicher Ressourcen, Naturhaushalt, Klimaanpassung
Zwischen dem Gebäudekomplex und dem Schlossareal verbleibt ein freier Landschaftsraum an der Nahtstelle zwischen Stadt und Land.
Sonstiges
Freigehaltener Landschaftsraum als Frischluftschneise und Begegnungsort zwischen Blindeninstitut und Schloss Prüfening
ruhender - fließender Verkehr / Mobilität
aktive Verkehrsvermeidung durch das Projekt
Synergetische Nutzung des vorhandenen Vorplatzes für Behindertenbusse, Lage am Bahnhof Prüfening begünstigt die Nutzung des ÖPNV
Fokus Vermeidung von Flächeninanspruchnahme, -versiegelung, -zerschneidung
Der Landschaftsraum zwischen Blindeninstitut und Schloss Prüfening konnte erhalten werden.
Steckbrief
Bestandsanalyse / Ausgangssituation
Lage/ Art der Fläche
- Bebauungsplan vorhanden
- Ortsrand
- bereits erschlossenes Grundstück
Art der bisherigen Nutzung / Ausgangssituation
Der Erweiterungsbau belegt die Fläche eines ehemaligen Hanggartens der bestehenden Schule, der wegen seiner Steigung nur unzureichend nutzbar war.
Bauweise
Massivbauweise mit Vorsatzschale aus Kohlebrandziegeln
Baujahr
2006
Nutzfläche
6.350 m²
Bruttogeschossfläche
11.800 m²
Grundstücksfläche / Planungsumgriff
22.000 m²
GRZ
0,3
GFZ
0,53
Vollgeschosse
2
Maßnahmen zum Flächensparen
Art der neuen flächensparenden Nutzung
Wohnen und Arbeiten (Förderstätte) in enger Verflechtung, jedoch räumlich und athmosphärisch getrennt
Bauweise
Massivbauweise mit Ziegelvorsatzschale
Anordnung der Funktionen / Nutzungen
EG Förderstätte, OG Wohnen
Herausforderung in der Statik
Unterschiedliche Raumstrukturen auf übereinanderliegenden Geschossen
Herausforderung der Erschließung
Differenzierung Wohnen und Förderstätte, Orientierung für Sehbehinderte im Raum
Weitere qualitative Aspekte beim Flächensparen
Die dezentral in Stadt und Umland verteilen Einrichtungen des Blindeninstituts konnten mit der Erweiterung weiter an einem Standort gebündelt werden.
Geschossfläche
5.000 m2 m²
Nutzfläche
3.300 m2 m²
Fertigstellung der Maßnahme
2022
GRZ
0,38
GFZ
0,58
Vollgeschosse
2
Wohneinheiten
24
Arbeitsplätze / Gewerbeeinheiten
42 Förderstättenplätze
Sonstige Angaben
Preise/ Auszeichnungen
Architekturpreis Regensburg
Sonstiges
Die dezentral in Stadt und Umland verteilten Einrichtungen des Blindeninstituts konnten mit der Erweiterung weiter an einem Standort gebündelt werden.
Standort
An der Brunnstube 31 b
Regensburg
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OrtRegensburg
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RegierungsbezirkOberpfalz
-
TypologieSchwerpunkt:
Städtebau und Landschaft
Mischnutzung:- Städtebau und Landschaft
- Wohnungsbau
- Gesundheitswesen
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FertigstellungAugust 2022
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Auszeichnungsjahr2023
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Ursprungsbaujahr2006
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BauherrBlindeninstitut Regensburg , Regensburg
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ArchitekturGEORG • SCHEEL • WETZEL ARCHITEKTEN GMBH, BerlinTobias Scheel, Simon Wetzel
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Mitarbeit
- Gilta Koch
- Tabea Däuwel
- Jasmin Scheckenbach
- Elisa Menke
- Diego Pena Jurado
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LandschaftsarchitekturWamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, RegensburgSusanne Wamsler, Bernd Rohloff, Rupert Wirzmüller
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Architektur
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MaßnahmeNeubau
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Besondere Qualitäten
- gesundes Bauen
- Bauen in denkmalgeschützter Umgebung, Ensemble