Bayerische Architektenkammer
Körperschaft des Öffentlichen Rechts
Waisenhausstr. 4
80637 München
Telefon: 089 139880 – 0
Telefax: 089 139880 – 55
E-Mail: info@remove-this.byak.de
zurück
Freihampton
München
Freihampton Innenhof;
Foto:
Fabio Burghardt
Pavillon Fest;
Foto:
Fabio Burghardt
Pavillon Galerie;
Foto:
Fabio Burghardt
Loggia/Terrasse;
Foto:
Fabio Burghardt
Photovoltaik-Anlage;
Foto:
Carolin Klumpe
Dachaufsicht mit Begrünung und PV-Anlage;
Foto:
Klumpe Architekten
Photovoltaik-Anlage;
Foto:
Carolin Klumpe
Untergeschoss mit Fahrradgarage;
Foto:
Klumpe Architekten
Lageplan;
Foto:
Klumpe Architekten
Grundriss EG;
Foto:
Klumpe Architekten
Innenhof mit Pavillon;
Foto:
Carolin Klumpe
BEISPIELHAFT
Freihampton
Freihampton besteht aus zwei
länglichen Wohngebäude, die den
gemeinschaftlichen Innenhof fassen,
und einem eingeschossigen Pavillon an
der Straßenecke. Der Pavillon mit
Gemeinschaftsraum bespielt Innenhof
und das Quartier. Neben dem Pavillon
gibt es im Erdgeschoss ein Gäste-
Apartment und vier Gartenzimmer in
Verlängerung der Treppenhäuser. Sie
werden als Fitnessraum, Werkstatt,
Wohnzimmer und Waschraum genutzt.
Es gibt zwei zumietbare
Gemeinschaftsräume im 1. OG und
einen Dachgarten. Die Fassade besteht
aus einer im Werk vorgefertigten,
ausgedämmten
Holzständerkonstruktion mit
hinterlüfteter Diagonalschalung. Die
dunklen Lisenen bedecken die
Elementstöße und legen sich wie ein
Gitter über die gesamte Fassade. Es
gibt 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen, eine
Wohngemeinschaft für Erwachsene
und eine rollstuhlgerechte
Wohngemeinschaft. Durchblicke und
Zusammenschaltbarkeit von Räumen in
den Wohnungen sowie
Zusammenschaltbarkeit von
Wohnungen gewähren eine hohe
Wohnqualität und Flexibilität.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Energieeffizienz
Das Projekt weist eine hervorragende Energieeffizienz auf durch gute Dämmung, Nutzung von Geothermie und Niedertemperaturheizung, Strom aus der PV-Anlage und geringe technische Ausstattung.
Energiekonzept Gebäude
Gebäudeerstellung:
Das Projekt verwendet mehr als 30 kg nachwachsende Rohstoffe/m2 Wohnfläche: Die Fassaden sind mit Holz als vorfabrizierte, ausgedämmte Holzständerelemente mit hinterlüfteter Holzschalung erstellt. Die Loggien sind reine Holzkonstruktionen mit Holzbalkendecken und Holzstützen. Gestalterisch werden die vertikalen Lisenen, die bei der Fassade die Elementstöße verdecken, zu tragenden Elemente: den Holzstützen, die die Loggien tragen. Des Weiteren werden Holzfenster und Holztüren verwendet, die Böden der Wohnungen sind mit Parkett belegt. Der Galerieeinbau im Pavillon (Decke, Wände und Treppe) ist eine reine Holzkonstruktion. Zur Einsparung von grauer Energie wurde Beton in möglichst geringem Umfang eingesetzt. Wo möglich, wurden Mauerwerkswände statt Betonwände erstellt. Nichttragende Wände sind in Trockenbau erstellt. Trotz des sehr knappen Budgets des geförderten Wohnraums, konnte eine Großzahl nachwachsender Rohstoffe eingesetzt werden.
Gebäudenutzung: Geförderte wie nicht geförderte Wohnungen kommen mit geringen. Ergänzend werden Gemeinschaftsräume zusammen genutzt. Das Projekt kommt mit 29,3 m2 Wohnfläche pro Bewohner aus.
Energiebedarf: Die Wohngebäude wurden im KfW-55-Standard umgesetzt und benötigen entsprechend wenig Heizenergie.
Warmwasser/Heizung: Die Gebäude werden durch ein Geothermie-Nahwärmenetz mit Energie durch Thermalwasser gespeist. Das verwendete Wasser wird anschließend über Injektionsbohrungen wieder zurückgeleitet. Die Gebäude sind mit Niedertemperatur-Fußbodenheizung und dezentralen Frischwasserstationen zur Niedertemperatur-Warmwasserbereitung ausgestattet.
Lüftung:
In den Bädern gibt es eine bedarfsgerechte Abluftanlage mit Feuchtesensor. Die Zuluft strömt über mit Feuchtesensoren gesteuerte Zuluftelemente in der Fassade nach.
Kühlung: Es gibt keine mechanische Kühlung. Die Auskühlung kann über manuelle Nachtlüftung (Fensteröffnung) erzielt werden. Durch die massiven Decken ist Speichermasse vorhanden.
Stromerzeugung durch Photovoltaik:
Die 4-geschossigen Gebäudeteile sind mit einer Photovoltaikanlage mit 99 kWp Leistung belegt. Durch die Satteldachförmige Anordnung der Module konnte einerseits eine maximale Fläche belegt werden, andererseits kann unter den Modulen in einem speziell für den schattigen Bereich entwickelten Substrat die Dachbegrünung wachsen. Die Stromabnahme erfolgt im Mieterstrom-Modell.
Mobilitätskonzept:
Durch ein Mobilitätskonzept mit einer 200 m2 großen Fahrradgarage mit Fahrradaufzug, E-Pedelecs, Lastenrädern, Car-Sharing-Angeboten und Nahverkehrs-Abonnements konnte der Stellplatzschlüssel und damit die Pkw Nutzung reduziert werden.
Klimaresilienz:
Alle Dächer sind extensiv oder intensiv begrünt. Die Versickerung des anfallenden Regenwassers findet zu 100% in Mulden im Innenhof statt.
Energieberatung durch
Ingenieurbüro GN Bauphysik
Standard und Verfahren
eingehaltener Standard
EnEV 2016
Berechnungsverfahren
DIN 18599
Angaben Wohngebäude
Kenndaten
H´T Soll-Wert nach EnEV/GEG
0,48 W/(m²K)
H´T Ist-Wert
0,32 W/(m²K)
H´T Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
33 %
Qₚ Soll-Wert nach EnEV/GEG
56,4 kWh/(m²a)
Qₚ Ist-Wert
25,6 kWh/(m²a)
Qₚ Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
55 %
Unterschreitung EnEV/GEG Anforderung um
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
33 %
U-Werte Bauteile gegen Außenluft
Dach
0,14 W/(m²K)
Außenwand
0,16 W/(m²K)
Fenster Uw
0,9 W/(m²K)
Wärmebrückenzuschlag
0,027 W/(m²K)
Endenergiebedarf
ist (berechnet)
65,4 kWh/m²a
Angaben Nichtwohngebäude
Allgemeine Angaben
Flächen
BGF (nach DIN 277)
6.440 m²
Beheizte Nettogrundrissfläche
(DIN 277)
(DIN 277)
434 m²
Beheiztes Volumen
(Systemgrenze EnEV)
(Systemgrenze EnEV)
13.564 m³
Hüllfläche (gesamt)
5.426 m²
Fensterfläche
803 m²
Bauweise
Massivbauweise mit nichttragender Holzfassade
Verwendung nachwachsender Rohstoffe
Holzelementfassade mit Holzschalung, Loggiakonstruktion in Holz, Pavillon-Galerie in Holz, Holzfenster, Holzinnentüren, Holzböden
Kompaktheit
Hüllfläche/ beheiztes Volumen
0,4 1/m
Hüllfläche / Nettogrundrissfläche
1,25
Energiekonzept Anlagentechnik
Heizwärmebedarf gesamt
195.861 kWh/a
Spez. Heizwärmebedarf
25,55 kWh/(m²a)
Heizsystem
Fußbodenheizung
Kühlsystem
keine mechanische Kühlung; außenliegender Sonnenschutz
Lüftungssystem
bedarfsgerechte Abluftanlage mit Feuchtesensor in den Bädern der Wohnungen, die Zuluft strömt über von Feuchtesensoren gesteuerte Zuluftelemente
Einsatz regenerativer Energie
Warmwasser/Heizung mit Geothermie-Nahwärmenetz mit Energie durch Thermalwasser
Solar
PV
99 kWp
Fernwärme
angesetzter Primärenergiefaktor fp
0,39
Ökologie
CO2 - Ausstoß
gesamt
110,75 t/a
spezifisch
25,5 kg/(m²a)
Einsatz regenerativer Energie
Warmwasser/Heizung mit Geothermie-Nahwärmenetz mit Energie durch Thermalwasser
solare Energienutzung
Photovoltaikanlage vollflächig auf fünfgeschossigen Gebäudeteilen
Ökonomie
Kostengruppe 300 (brutto)
gesamt
8.187.000 €
spezifisch
1.271 €/m2BGF
Kostengruppe 400 (brutto)
gesamt
1.880.000 €
spezifisch
292 €/m2BGF
Bemerkung
inklusive Photovoltaik Anlage
Gesamtkosten (KG 200-700) ohne Grundstück (brutto)
gesamt
13.640.000 €
spezifisch
2.118 €/m2BGF
Standort
Otto-Meitinger-Straße 2
München
-
OrtMünchen
-
RegierungsbezirkMünchen
-
TypologieWohnungsbau
-
FertigstellungJanuar 2023
-
Auszeichnungsjahr2023
-
BauherrinKooperative Grossstadt eG , München
-
Architektur
-
Mitarbeit
- Carolin Klumpe
- Simon Bammer
-
Landschaftsarchitektur
-
Ingenieurwesen/ Ingenieurbau
-
MaßnahmeNeubau
-
Besondere Qualitäten
- Holzbau
- komplett barrierefrei nach DIN 18040/2