Bayerische Architektenkammer
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Mehr als Wohnen
Letzau
Ansicht Bergseite;
Foto:
F. D. Beer
Ansicht Hangseite;
Foto:
F. D. Beer
Wohn- und Essraum;
Foto:
Das Haus/ Bildraumwest
Nachhaltiger Holzbau mit PV;
Foto:
Das Haus/ Bildraumwest
Einbettung in Landschaft;
Foto:
Das Haus/ Bildraumwest
Blick ins Grüne;
Foto:
F.D. Beer
Hausbaum;
Foto:
F.D. Beer
Referenzgebäude;
Foto:
F.D. Beer
Gartengeschoss;
Foto:
F.D. Beer
Essbereich;
Foto:
F. D. Beer
Loggia;
Foto:
F. D. Beer
Lageplan;
Foto:
Karlheinz Beer
BEISPIELHAFT
Mehr als Wohnen
Im Dorf fand sich eine Baulücke am Nordhang - schwierig zu bebauen, jedoch mit Potenzial für Mehrwert.
Das neue Haus sollte seniorengerecht, barrierefrei, kompakt, veränderbar und mit einer zweiten Wohnung ausgestattet sein. Ein gemeinsamer großzügiger Eingang vom Gartengeschoss erschließt beide Einheiten. Die kleine Wohnung im Gartengeschoss eignet sich für Fremdvermietung, Pflegekraft, Jugendzimmer oder als integriertes Büro für freiberufliche Tätigkeiten.
Durch Form und Materialwahl wird das Haus Teil der dörflichen Identität.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Energieeffizienz
Die Photovoltaikanlage erzeugt über das Jahr mehr Strom als es für Heizung und Haushalt benötigt. Die integrierte Wallbox ermöglicht ökologischen Strom für den Pkw.
Energiekonzept Gebäude
Mit dem Grundsatz „Einfach bauen“ und der Umsetzung mit einem anpassungsfähigen Grundriss wird den im Laufe der Jahre notwendigen Nutzungsänderungen Rechnung getragen.
Langlebigkeit des Gebäudes mit der Fähigkeit, Änderungen einfach zu ermöglichen, wird als Voraussetzung für Energieeffizienz gesehen.
Es dominiert der Werkstoff Holz. So wird ein regionaler, energieeffizienter Baustoff zum sichtbaren Material. Der eigene Zugang über eine koppelbare Diele gibt der Einliegerwohnung das Potenzial für Fremdvermietung, Pflegekraft oder integriertes Büro. Die separaten Räume in der Wohnung im Gartengeschoss bieten Raum sowohl für Doppelbetten wie auch Kinderzimmer oder Büros. Hochgedämmt und mit Photovoltaik ausgestattet, produziert das Gebäude übers Jahr mehr Strom, als es für den gesamten Betrieb mit Wärmepumpe und Haushaltsstrom benötigt. Im Außenbereich werden die baulichen Eingriffe minimiert - keine Zäune, Fundamente oder versiegelnde Bodenbeläge. Regenwasser wird in einer Zisterne von 7 m3 gesammelt.
Das Gebäude ist in seinem Ausbau nach den Vorgaben der KfW-40-Plus-Richtlinien entwickelt. Hier zeigt sich durch Einsatz einer PV-Anlage mit 10 KW/p und Batteriespeicher, dass im Jahresdurchschnitt mehr Energie erzeugt werden kann als das Haus an Energie bedarf. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für Behaglichkeit und Erhalt der eingespeisten Energie. Die Wallbox nutzt den überschüssigen Strom zur Einspeisung in ein E-Auto.
Der längliche Grundriss bietet optimale Belichtung den ganzen Tag auf allen Seiten. Wohn- und Essbereich sind in Ost-West-Richtung durchgesteckt und direkt verbunden mit den beiden gedeckten Terrassen. Eine Besonnung von morgens bis abends ist gewährleistet. Die überkragenden Dächer bieten dabei selbstverständlichen Sonnenschutz im Sommer und gewährleisten solare Energiegewinne im Winter. Intelligente Pflanzungen sorgen zudem für natürlichen Hitzeschutz während der heißen Tage.
Das intelligente Energiekonzept ermöglicht sowohl die Stromerzeugung als auch einen sehr hohen Eigenverbrauch. Die technische und konzeptionelle Ausbildung des Gebäudes und seine Verglasungsanteile, je nach Himmelsrichtung, reduzieren Energieverluste im Winter, sodass es keiner mechanischen Kühlung im Sommer bedarf. Der überwiegende Einsatz von Holz als Werkstoff in den verschiedenen Bauteilen sichert ein einfaches Recycling bei langer Lebensdauer und extrem niedrigem Energieverbrauch. Das Grünkonzept stärkt die Vernetzung mit dem Landschaftsraum und der Nachbarschaft. Ein 20 m langes Lavendelbeet, Obstbäume und eine Vielzahl von regionaltypischen Blühsträuchern bietet u.a. viel Raum für Insekten. Die Obstbäume akzentuieren den Hang - die noch wachsenden Großbäume Eiche, Linde und Amberbaum sind Teil des sommerlichen Verschattungskonzeptes.
Mit einer Zisterne wird der Wasserbedarf durch gespeichertes Regenwasser für den gesamten Garten sichergestellt. Die Pumpe wird durch die Energie der PV-Anlage gespeist.
Energieberatung durch
Energietechnik Dobmeyer GmbH
Standard und Verfahren
eingehaltener Standard
GEG 2021
Berechnungsverfahren
DIN 18599
Angaben Wohngebäude
Kenndaten
H´T Soll-Wert nach EnEV/GEG
0,399 W/(m²K)
H´T Ist-Wert
0,211 W/(m²K)
H´T Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
47 %
Qₚ Soll-Wert nach EnEV/GEG
103 kWh/(m²a)
Qₚ Ist-Wert
20,81 kWh/(m²a)
Qₚ Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
80 %
Unterschreitung EnEV/GEG Anforderung um
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
47 %
U-Werte Bauteile gegen Außenluft
Dach
0,119 W/(m²K)
Außenwand
0,16 W/(m²K)
Fenster Uw
0,71 W/(m²K)
Wärmebrückenzuschlag
0,02 W/(m²K)
Endenergiebedarf
ist (berechnet)
12 kWh/m²a
Angaben Nichtwohngebäude
Allgemeine Angaben
Energiekonzept Anlagentechnik
Spez. Heizwärmebedarf
29,5 kWh/(m²a)
Heizsystem
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung
Lüftungssystem
Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärme-Rückgewinnung
Beleuchtungssystem
LED-Beleuchtung
Einsatz regenerativer Energie
PV-Anlage, Umweltwärme
Solar
PV
61,6 kWp
Ökologie
Einsatz regenerativer Energie
PV-Anlage, Umweltwärme
Standort
Im Kirchsteig 11
Letzau
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OrtLetzau
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RegierungsbezirkOberpfalz
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TypologieWohnungsbau
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FertigstellungFebruar 2020
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Auszeichnungsjahr2023
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BauherrKarlheinz Beer , Weiden
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Architektur
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Mitarbeit
- Alexander Würner
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MaßnahmeNeubau
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Besondere Qualitäten
- gesundes Bauen
- Holzbau
- kreislauffähig