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Waldnaabkapelle - Wegkapelle in den Waldnaabauen
Tirschenreuth
Wegkapelle in den Waldnaabauen;
Foto:
mju- fotografie
Grundriss;
Foto:
Brückner & Brückner Architekten
Längs- und Querschnitt;
Foto:
Brückner & Brückner Architekten
Wenige wertige Materialien;
Foto:
mju- fotografie
Kraftvoller Raum;
Foto:
mju- fotografie
Isometrie;
Foto:
Brückner & Brückner Architekten
Waldnaabkapelle;
Foto:
mju- fotografie
Kerzenlicht verzaubert den Raum;
Foto:
mju- fotografie
Baumaterial: Kaolinsand vom Teichgrund;
Foto:
mju- fotografie
325 Nadelholzbalken ragen in den Himmel;
Foto:
mju- fotografie
BEISPIELHAFT
Waldnaabkapelle - Wegkapelle in den Waldnaabauen
Beinahe 900 Jahre ist es her, dass die Zisterzienser begannen, das Stiftland nachhaltig zu prägen und eine Teichwirtschaft internationalen Ranges zu schaffen. Sakrales und Ökonomie verschwisterten sich. Diese Kulturlandschaft wird bis heute genutzt, ergänzt um großflächige ökologische Maßnahmen für den Naturschutz. Ein stillgelegter Bahndamm zum Wandern und Radfahren führt heute nicht nur zu Himmelsleiter und Heusterzbrücke, sondern auch zu einer Wegkapelle. Dieser Sakralraum vollendet einen Dreiklang: Aufstieg – Übergang – Einkehr.
Kaolinsand vom Teichgrund – das Grundmaterial der Porzellanindustrie – dient dem Beton als strahlend heller Zuschlagstoff. Das Nadelholz ragt zum Himmel, 325 Balken in quadratischem Querschnitt. Dieses Zusammenwachsen des Kaolingesteins von unten und der Nadelbäume von oben wird zum Sinnbild für die architektonische und atmosphärische Gestaltung der Wegkapelle.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Nachhaltigkeit
Die Wegkapelle benötigt keine externe Energie. Sie wir mittels Sonnenlicht durch den Lichtschacht erhellt. Sie bietet Unterschlupf und Überdachung in den Waldnaabauen.
Handlungsfelder
Adaptivität und Suffizienz in der Ausführung
angewandte Maßnahmen in der Planung / Bauausführung
Einfache Ausführungs- und Konstruktionsweisen: Beton- und Holzbau,
keine technische Installation oder andere Anlagentechnik,
geringe Gewerke auf Baustelle und enge Zusammenarbeit mit ausschließlich örtlichen Bauunternehmen,
schnelle, effiziente Errichtung,
aufs Minimum begrenzte Baustellen (-einrichtung) zum Schutz des Naturschutzgebietes als besondere Schutzmaßnahmen, minimalinvasive Baustelle,
z.B. Verwendung von bereits angelegten Forstwegen als Baustellenzufahrt.
soziokulturelle Nachhaltigkeit
besondere soziokulturelle Aspekte auf städtebaulicher Ebene, die bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt worden sind.
Touristischer Anziehungspunkt im Naturschutzgebiet – als Teil eines Gesamtkonzeptes (Heusterzbrücke, Himmelsleiter etc.),
rein aus Spenden finanziertes Bauwerk (vom Rotary Club Stiftland) – für Bevölkerung,
barrierefreier, schwellenloser Zugang; kostenfrei, immer und für jeden nutzbar.
besondere soziokulturelle Aspekte auf Gebäudeebene, die bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt worden sind.
Ort der Stille und Raum für die Seele – innere Einkehr, Innehalten, Unterschlupf, Rückzug, Naturerlebnis, Wissensvermittlung durch Informationstafeln am Eingang zu Bauwerk und Naturschutzgebiet Waldnaabauen.
Zirkuläre Wertschöpfung
angewandte Maßnahmen auf Bauteil- und Gebäudeebene
Es ist möglich, den hölzernern Teil des Gebäudes vollständig rückzubauen und etwa die hölzernen Bauteile nach dem Rückbau wiederzuverwenden. Der Materialeinsatz ist überdies grundsätzlich sparsam und zum großen Teil werden nachwachsende Rohstoffe (Einsatz von einheimischem Holz) verwendet.
besondere Aspekte auf Material-/Baustoff- und Bauteilebene.
Die hölzernen Teile der Kapelle sind nicht verklebt, sondern verschraubt. Diese Verbindungen können also gelöst werden und die Holzbalken als Baustoff für ein anderes Bauprojekt weiterverwendet werden.
Biodiversität und Artenvielfalt
besondere Maßnahmen
Rücksichtsvoller Bau im Naturschutzgebiet inkl. Schutz von umgebender Vegetation, Tierarten,
Ausgleichsfläche für Gebäude,
ökologische Begleitung des Bauprozesses,
Fledermausnischen/-schlitze am Gebäude.
Klima- und Umweltschutz
besondere Maßnahmen
Für dieses Projekt wurden außerhalb des Gebäudes keine zusätzlichen Flächen versiegelt. Außerdem gibt es keine Haus- und Anlagetechnik und auch keinen CO2-Ausstoß.
Großteils Verwendung von heimischen, nachwachsenden Rohstoffen.
Standort
in den Waldnaabauen
Tirschenreuth
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OrtTirschenreuth
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RegierungsbezirkOberpfalz
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TypologieSakrale Bauten
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FertigstellungMai 2022
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Auszeichnungsjahr2024
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BauherrRotary Club Stiftland, vertreten durch den Rotary Hilfswerk Stiftland e.V. , Tirschenreuth
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ArchitekturBrückner & Brückner Architekten GmbH, Tirschenreuth | Würzburg, TirschenreuthPeter Brückner, Christian Brückner
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Mitarbeit
- Stephan Gräbner
- Tobias Lippert
- Anton Frank
- Jannik Bayerl
- Elke Endres
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Landschaftsarchitekturstadt-land-fanck Landschaftsarchitekten Büro für Landschafts- und Ortsplanung, TirschenreuthGisela Fanck-Reiter
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Ingenieurwesen/ IngenieurbauBodensteiner & Partner GbR, Weiden in der OberpfalzArne Bodensteiner, Gerd Zuleger, Christian Stangl
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MaßnahmeNeubau
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Besondere Qualitäten
- Holzbau
- Kunst am Bau