Bayerische Architektenkammer
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Wohn- und Geschäftshaus am Marktplatz
Wiggensbach
Giebelfassade zum Marktplatz;
Foto:
Foto: Hermann Rupp
Schalterraum Bank;
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Foto: Hermann Rupp
Materialien, Detail Fenster;
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Foto: Hermann Rupp
Blick von Nord-Westen - Eingang Wohnen;
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Foto: Hermann Rupp
Wohnung;
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Foto: Hermann Rupp
Eingang Bank - Nagelfluhwand zur Kühlung;
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Foto: Hermann Rupp
Konzept;
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architektur + raum
Treppenhaus;
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Foto: Hermann Rupp
Haus als Marktplatzabrundung;
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Foto: Hermann Rupp
Lageplan, Grundrisse, Schnitt;
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architektur + raum
Beraterbüro Bank;
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Foto: Hermann Rupp
Wohnung mit Loggia;
Foto:
Foto: Hermann Rupp
BEISPIELHAFT
Wohn- und Geschäftshaus am Marktplatz
Das neue Wohn-und Geschäftshaus ersetzt zwei baufällige Altbauten
im Dorfzentrum. Durch die Revitalisierung eines Grundstücks konnte neuer Wohnraum geschaffen werden - Wohnen und Arbeiten mitten im Dorf.
Für die Dorfbewohner entstehen durch die Marktplatzabrundung definierte Außenräume, die als Treffpunkt einladen.
Im OG und DG entstanden insgesamt vier Wohnungen mit 60 m²
bis 105 m² Wohnfläche. Der Hauptgiebel des Gebäudes ist nach
Süden in Richtung Marktplatz orientiert. Die Glasfassade im EG
markiert den Eingang in die Geschäftsräume und bietet Einblick in
die SB-Zone der Bank. Die große darüberliegende Öffnung fasst
die Loggien der Wohnungen im OG und DG zusammen. Dadurch erhält der nach Süden ausgerichtete Balkon eine konstruktive Verschattung und Privatsphäre für seine Bewohnenden. Die restlichen Ansichten haben eine geordnete Lochfassade. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt von Norden über ein eigenes Treppenhaus und einen Aufzug.
Aussagen zur Quantität - Qualität
Auf der Grundlage des städtebaulichen Entwurfes „Nördliche Marktplatzabrundung“ entstand in der Ortsmitte das dritte Wohn- und Geschäftshaus in Wiggensbach. Die Nutzung kombiniert Gewerbe und Wohnen, die jeweils angemessenen nach ihrer Öffentlichkeit bzw. Privatheit orientiert sind. Die Bank im EG hat ihren Zugang vom Markplatz, die Wohnungen darüber verfügen über einen separaten Eingang.
Der Treppenraum wurde mit hochwertigen Materialien wie Naturstein, Sichtbeton und Lärche ausgeführt. Auch in den Wohnungen wurden qualitätsvolle Materialien wie Echtholzparkett, Sichtbeton und großformatiges Feinsteinzeug verbaut. Die Fenster und die Bekleidungen der Loggien sind aus Lärchenholz. Das Holz wird kombiniert mit dem rauem Kratzputz der Fassade und Nagelfluh am Sockel. Alle Verblechungen sind aus Kupfer. Der Naturstein findet sich in der langen Sitzbank auf dem Marktplatz wieder. Neu verlegtes gesägtes Pflaster verbessert die Barrierefreiheit im Ortszentrum.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zum Flächensparen
Das neue Wohn- und Geschäftshaus ersetzt zwei baufällige Altbauten im Dorfzentrum. Neuer Wohnraum konnte mitten im Ort durch Revitalisierung eines Grundstücks geschaffen werden.
Handlungsfelder
Alternatives Wohnen / Alternativen zum EFH
Revitalisierung
Abrundung des Markplatzes und Schaffen von Aufenthaltsqualität im Außenraum und Wohnraum. Nutzung anstatt Parkfläche. Zum Parken kann das gemeindeeigene Parkhaus in unmittelbarer Nähe genutzt werden.
Geschosswohnungsbau
4 Wohnungen im Dorfzentrum (2 x 2 Zimmer, 1 x 2,5 Zimmer, 1 x 3 Zimmer)
Verknüpfen von Wohnen und Arbeiten
EG, UG: Bank; OG: Wohnen, 2 getrennte Eingänge
Vorhandenes Nutzen / Bauen im Bestand
Sanierung / Umbau / Revitalisierung
Ersatzmaßnahme für 2 baufällige Bestandsgebäude, Marktplatzabrundung zur Revitalisierung des Ortskernes
Lückenschluss / Nachverdichtung / ungenutzte Grundstücke im Innenbereich
Wohnen und Arbeiten im Ortszentrum statt Leerstand, öffentlicher Raum statt Parkfläche, Verdichtung mit einer Grundfläche von ca. 266 m² statt 188 m²
Innen statt Außen
Belebung, Stärkung, Nutzungsmischung im Ortskern
Wohnen und Arbeiten im Ortskern, Nutzung des öffentlichen Raumes für Märkte, Treffpunkt auf der Sitzbank, Raiffeisenbank im Ortszentrum
Belebung, Stärkung, Nutzungsmischung im bestehenden Siedlungsgefüge der letzten Jahrzehnte
Belebung des Marktplatzes mit Banknutzung und Schaffung von Wohnraum für unterschiedliche Wohnbedürfnisse
Steckbrief
Bestandsanalyse / Ausgangssituation
Lage/ Art der Fläche
- Innenbereich nach §34
- zentrumsnahe Lage
- bereits erschlossenes Grundstück
- Neue Nutzung eines Grundstücks
Art der bisherigen Nutzung / Ausgangssituation
Auf dem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz befanden sich zwei kleine baufällige Häuser, die zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurden.
Bauweise
Ziegel
Grundstücksfläche / Planungsumgriff
300 m²
GRZ
0,6
Maßnahmen zum Flächensparen
Art der neuen flächensparenden Nutzung
Stapelung der Nutzungen in qualitätsvollem, kompaktem Baukörper;
EG/UG: Bank;
OG/UG: Wohnen;
PV-Anlage, Kühlung der Bankräume durch Nutzung von Wand- und Deckenflächen mittels Wärmepumpe
Herausforderung in der Statik
EG/OG: Große Spannweiten, Gewerbe/kleinteilige Wohnstruktur, Verbau für Baumaßnahme
Herausforderung der Erschließung
2 separierte und barrierefreie Eingänge, Geländeanschlüsse trotz abfallendem Gelände um ca. 50cm
Weitere qualitative Aspekte beim Flächensparen
Kompakter Baukörper im Ortszentrum, Schaffung von städtebaulichen Kanten und Bewegungsflüssen zur Revitalisierung und Abrundung des Marktplatzes, Begrünung und Sitzmöglichkeit
Geschossfläche
749 m²
Nutzfläche
721 m²
Fertigstellung der Maßnahme
2021
GRZ
0,88
GFZ
2,5
Vollgeschosse
3
Wohneinheiten
4
Arbeitsplätze / Gewerbeeinheiten
8
Standort
Rohrachstraße 2
Wiggensbach
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OrtWiggensbach
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RegierungsbezirkSchwaben
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TypologieSchwerpunkt:
Wohnungsbau
Mischnutzung:- Verkehr, Straßen, Plätze
- Wirtschaft, Industrie und Dienstleistung
- Wohnungsbau
- Städtebau und Landschaft
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FertigstellungJuni 2021
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Auszeichnungsjahr2023
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BauherrMarkt Wiggensbach
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Architekturarchitektur + raum GbR, KemptenChristiane Maucher, Thorsten Leekes, Peter Fakler
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Mitarbeit
- Susanne Slabon
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MaßnahmeNeubau
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Besondere QualitätenGebäudeplanung mit BIM