BEISPIELHAFT
Wohn- und Geschäftshaus an der Iller
Das 3-geschossige Wohn- und Geschäftshaus ergänzt als Glied einer Kette giebelständiger Gebäude die städtebaulich gewachsene Struktur an der Iller. Hierdurch wird eine unattraktive, innerstädtische Brachfläche revitalisiert. Das Haus zitiert mit dem erdgeschossigen Annex das Wechselspiel von Giebeln und Mauern entlang der Iller. Die subtile Drehung der Fassade im Erdgeschoß reagiert auf den Gehwegverlauf, gliedert den Giebel und markiert durch einen leichten Rücksprung den Eingang zum Versicherungsbüro. Abgesehen von dieser Betonung hat der verputzte Mauerwerksbau eine geordnete Lochfassade. Die beiden unteren Etagen werden als repräsentative Büroräume für die Versicherung genutzt. In den oberen Geschossen befinden sich drei Wohneinheiten.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Energieeffizienz
Die regenerative Heizungs- und Kühlungstechnik schafft hohe Energieeffizienz und Komfort. Große Glasflächen wurden vermieden. Eine flächenbündige PV-Anlage versorgt die Bewohnenden mit Eigenstrom.
Das Wohn- und Geschäftshaus in Kempten ist in massiver und monolithischer Ziegelbauweise errichtet und besitzt neben den hochdämmenden Außenbauteilen eine hohe Speichermasse.
Die im 42,5 cm starken Mauerwerk innenbündig angeordneten und als Lochfassade konzipierten Fenster reduzieren über die tiefen, gedämmten Laibungen unerwünschte solare Einträge im Sommer und Wärmeverluste im Winter.
Zur Reduzierung der Lüftungswärmeverluste und Erhöhung der Raumluftqualität sind die Büroräume im EG und 1. OG mit einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet.
Die Wohneinheiten im 2. OG und DG werden über eine dezentrale Wohnraumlüftung, ebenfalls mit Wärmerückgewinnung, versorgt.
Die Wärme- und Warmwasserversorgung des Gebäudes erfolgt über eine hocheffiziente Sole-Wärmepumpe. Die Wärmeverteilung erfolgt mit niedrigem Vorlauf über die Fußböden.
Der historische Straßenzug steht unter Ensembleschutz, trotzdem konnte in Abstimmung mit dem Denkmalamt eine flächenbündige PV-Anlage für den Eigenverbrauch in dem ziegelgedeckten Satteldach integriert werden.
eingehaltener Standard
EnEV 2016
Berechnungsverfahren
DIN 18599
Angaben Wohngebäude
H´T Soll-Wert nach EnEV/GEG
0,4 W/(m²K)
H´T Ist-Wert
0,28 W/(m²K)
H´T Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
30 %
Qₚ Soll-Wert nach EnEV/GEG
60 kWh/(m²a)
Qₚ Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
53 %
Unterschreitung EnEV/GEG Anforderung um
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
30 %
Wärmebrückenzuschlag
0,035 W/(m²K)
ist (berechnet)
15,73 kWh/m²a
Angaben Nichtwohngebäude
mittl. U-Wert opak Soll-Wert nach EnEV/GEG
0,28 W/(m²K)
mittl. U-Wert opak Ist-Wert
0,113 W/(m²K)
mittl. U-Wert opak Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
60 %
mittl. U-Wert trans. Soll-Wert nach EnEV/GEG
1,5 W/(m²K)
mittl. U-Wert trans. Ist-Wert
0,9 W/(m²K)
mittl. U-Wert trans. Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
40 %
Qₚ Soll-Wert nach EnEV/GEG
194 kWh/(m²a)
Qₚ Ist-Wert
120 kWh/(m²a)
Qp Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
38 %
Unterschreitung EnEV/GEG Anforderung um
38 %
Wärmebrückenzuschlag
0,1 W/(m²K)
ist (berechnet)
72 kWh/m²a
Allgemeine Angaben
BGF (nach DIN 277)
762 m²
Beheizte Nettogrundrissfläche
(DIN 277)
466,8 m²
Beheiztes Volumen
(Systemgrenze EnEV)
1.637,6 m³
Hüllfläche (gesamt)
1.020,1 m²
Hüllfläche/ beheiztes Volumen
0,62 1/m
Hüllfläche / Nettogrundrissfläche
2,18
Heizwärmebedarf gesamt
43.508 kWh/a
Spez. Heizwärmebedarf
153,41 kWh/(m²a)
Standort
Füssener Straße 86
Kempten