Bayerische Architektenkammer
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Wohnanlage Silberdistelstraße
München
Neubau N1 + PV-Dach auf ehem. Parkfläche;
Foto:
Jonas Nefzger
Neubau N1, Ansicht West;
Foto:
Lothar Reichel
Lageplan mit Baumaßnahmen;
Foto:
MKA Architekten
Luftbild-Lageplan vorher;
Foto:
unbekannt unbekannt
Nachverdichtung durch Neubau N1;
Foto:
Lothar Reichel
Klimareseliente Bepflanzung f. Neubau N1;
Foto:
Alexander Abke
Überdachte u. begrünte Fahrradständer N1;
Foto:
Alexander Abke
Nachverdichtung Geb. N1/Fahrradpavillons;
Foto:
Lothar Reichel
Aufstockung F3, Gründach, Hochbeete;
Foto:
Carola Vogt Peter Boerboom
F3 mit PV-Anlage, Dachbegrünung Pavillon;
Foto:
Jonas Nefzger
Lageplan;
Foto:
MKA Architekten
Aufstockung + PV-Anlage Dach Gebäude F2;
Foto:
Jonas Nefzger
BEISPIELHAFT
Wohnanlage Silberdistelstraße
Die Wohnanlage Silberdistelstraße zeigt, wie der Bestand bei begrenztem Budget angemessen modernisiert, nachverdichtet und aufgewertet werden kann. Die vier Gebäude mit 138 Wohnungen liegen in der Mitte der Siedlung Blumenau, einer von Zeilenbauten und Wohnhochhäusern charakterisierten Parkwohnanlage der 1960er-Jahre am westlichen Stadtrand Münchens. Errichtet wurden sie durch die Baugenossenschaft München von 1871 eG mit dem Ziel, qualitätvollen und bezahlbaren Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht zur Verfügung zu stellen. Als Nachverdichtungsmaßnahme wurde neben der Sanierung und Aufstockung der Bestandsgebäude F2 und F3 ein viergeschossiger Neubau (N1) an der Krokusstraße gebaut. Als langgestreckter Riegel nutzt dieser einen Teil der ehemaligen Parkplatzfläche. Das neue Mobilitätskonzept reduziert die Pkw-Plätze zugunsten von 356 Fahrradstellplätzen.
Aussagen zur Quantität - Qualität
In den Gebäuden F2, F3 und N1 sind 44 neue Wohneinheiten entstanden. Zudem wird auch das direkte Wohnumfeld aufgewertet und die Aufenthaltsqualität verbessert. Die Anlage ist geprägt vom gewachsenen Baum- und Gehölzbestand, der weitestgehend erhalten bleibt. Als neu geschaffene Angebote laden im nördlichen Bereich des Grundstücks ein offener holzverkleideter Pavillon sowie die angrenzenden Urban-Gardening-Hochbeete die Bewohner zu gemeinsamen Aktivitäten ein.
Die Baumaßnahmen für F1 befinden sich in der Ausführung. Es entstehen 51 neue geförderte Wohneinheiten.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zum Flächensparen
Nachverdichtung einer bestehenden Wohnanlage aus den 1960er-Jahren durch Überbauung einer ehemaligen Parkfläche mit einem viergeschossigen Neubau N 1 sowie Aufstockungen von Bestandsgebäuden (F2 + F3)
Handlungsfelder
Alternatives Wohnen / Alternativen zum EFH
Revitalisierung
60er Jahre-Siedlung wird durch Schaffung neuen Wohnraums, Aufwertung der Grünflächen, Begrünung der Dächer sowie Bereitstellung von gemeinschaftl. nutzbaren Angeboten für alle Generationen aufgewertet
verdichtetes Wohnen / Nachverdichtung
Kostbarer Wohnraum konnte mit der zweigeschossigen Aufstockung sowie der Überbauung einer Parkplatzfläche geschaffen werden. Anders als bei EFH war nicht viel Fläche für wenige Bewohnende erforderlich
Vorhandenes Nutzen / Bauen im Bestand
Sanierung / Umbau / Revitalisierung
In den Bestandsgebäuden F2/F3 wurden Bäder, Schächte und Haustechnikanlagen saniert, Keller umgebaut, die Außenanlagen durch Spielgeräte, Neupflanzungen und Gemeinschaftseinrichtungen revitalisiert.
Anbau / Erweiterung
Die neuen verglasten Außenaufzüge an den Hauszugängen verbessern die Erschließung der bisher nur über Treppenhäuser erschlossenen Wohnungen.
Aufstockung
Die Bestandsgebäude F2 und F3 wurden jeweils zweigeschossig aufgestockt und schaffen so 28 neue Wohneinheiten
Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
In den Gebäuden F2, F3 und N1 sind 44 neue Wohneinheiten durch Aufstockung und Umnutzung eines Parkplatzes entstanden.
Konversion von Flächen / Wiedernutzbarmachung von Brachflächen/ Bebauung von Brachflächen
Ehemalige Parkplatzfläche wird überbaut, wodurch neuer Wohnraum geschaffen wird. Ein Holzpavillon sowie die Urban-Gardening-Hochbeete laden die Bewohnenden zu gemeinsamen Aktivitäten ein.
Steckbrief
Bestandsanalyse / Ausgangssituation
Lage/ Art der Fläche
- Bebauungsplan vorhanden
- bereits erschlossenes Grundstück
- Neue Nutzung eines Grundstücks
Art der bisherigen Nutzung / Ausgangssituation
Wohnsiedlung aus den 1960er-Jahren, Parkplatz
Baujahr
1960er-Jahre
Nutzfläche
12.134 m²
Grundstücksfläche / Planungsumgriff
15.852 m²
Vollgeschosse
4
Maßnahmen zum Flächensparen
Art der neuen flächensparenden Nutzung
Überbauung eines Parkdecks für Wohnzwecke, PV-Anlagen auf den Dachflächen, TG und Fahrradpavillons mit extensiv begrünten Dächern, Biodiversität der artenreiche Neupflanzungen und Ansaat der Wiesen
Bauweise
massiver, monolithischer Mauerwerksbau aus Wärmedämmziegeln und mineralischem Dickputz
Anordnung der Funktionen / Nutzungen
Wohnnutzung
Weitere qualitative Aspekte beim Flächensparen
Wetterdach mit gemeinschaftlich genutzten Hochbeeten, Spielplatz, begrünte Fassaden, verschiedene Dachbegrünungen, Bepflanzung mit Fokus auf heimische und klimaresiliente Arten
Fertigstellung der Maßnahme
2022/23
Vollgeschosse
4 bzw. 6
Nutzfläche / pro Nutzer
circa 25 m²
Wohneinheiten
56 (in BT N1 und F2)
Standort
Krokusstraße 71b
München
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OrtMünchen
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RegierungsbezirkMünchen
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TypologieWohnungsbau
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FertigstellungJanuar 2023
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Auszeichnungsjahr2023
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Ursprungsbaujahr1966
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BauherrinBaugenossenschaft München von 1871 e.G.
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ArchitekturRobert Meyer und Tobias Karlhuber Architekten, Partnerschaftsgesellschaft mbB, MünchenRobert Meyer, Tobias Karlhuber
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Mitarbeit
- Ruth Wassermann
- Colette Almesberger
- Olga Weisser
- Stephanie Gackstatter
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LandschaftsarchitekturBEM Burkhardt | Engelmayer | Mendel Landschaftsarchitekten Stadtplaner PartmbB, MünchenOliver Engelmayer
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Architekturpöhlmann + krompaß Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH (LP 6-9), MünchenAndreas Krompaß
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MaßnahmeBauen im Bestand
- Aufstockung
- Sanierung/ Umbau/ Revitalisierung
- Lückenschluss/ Nachverdichtung
- Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
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Besondere QualitätenGenossenschaft, Nachverdichtung, Aufstockung, PV-A