Bayerische Architektenkammer
Körperschaft des Öffentlichen Rechts
Waisenhausstr. 4
80637 München
Telefon: 089 139880 – 0
Telefax: 089 139880 – 55
E-Mail: info@remove-this.byak.de
zurück
Wohnanlage Silberdistelstraße
München
Sanierung und Aufstockung F2;
Foto:
Lothar Reichel
Aufstockung F2, Ansicht Süd;
Foto:
MKA Architekten
PV-Anlagen/Begrünung/Gestaltung Innenhof;
Foto:
Jonas Nefzger
Hochbeete + Pavillon Vogelperspektive;
Foto:
Jonas Nefzger
PV-Anlagen/begrünte Dächer/Neupflanzung;
Foto:
Jonas Nefzger
Tiefgaragenbegrünung;
Foto:
Alexander Abke
Pavillon, Hochbeete und neue Obstbäume;
Foto:
Peter Boerboom und Carola Vogt
Bienenwiese und gepflasterte Wege;
Foto:
Peter Boerboom und Carola Vogt
Gemeinschaftsflächen und -einrichtungen;
Foto:
Alexander Abke
Kinderspielplatz;
Foto:
Peter Boerboom und Carola Vogt
Lageplan;
Foto:
MKA Architekten
Aufstockung Wohnung F2;
Foto:
Lothar Reichel
Nachverdichtung Neubau N1;
Foto:
Lothar Reichel
BEISPIELHAFT
Wohnanlage Silberdistelstraße
Die Wohnanlage Silberdistelstraße zeigt, wie eine Wohnsiedlung aus den 60er Jahren bei begrenztem Budget angemessen modernisiert, nachverdichtet und aufgewertet werden kann. In den Gebäuden F2 und F3 sind durch zweigeschossige Aufstockungen und in N1 durch einen viergeschossigen Neubau auf einer ehemaligen Parkfläche 44 neue Wohneinheiten entstanden. Zudem wird das direkte Wohnumfeld aufgewertet und die Aufenthaltsqualität verbessert. Die Anlage ist geprägt vom gewachsenen Baum- und Gehölzbestand, der weitestgehend erhalten bleibt. Als neu geschaffene Angebote laden ein offener holzverkleideter Pavillon sowie die angrenzenden Urban-Gardening-Hochbeete die Bewohnenden zu gemeinsamen Aktivitäten ein. Auf den Dächern der Baukörper sind Photovoltaik-Anlagen installiert. Dank Mieterstrom-Modell liefern sie den vor Ort produzierten Strom preisgebunden und kostengünstig direkt in die Wohnung. Das neungeschossige Wohngebäude F1 mit 51 geförderten Wohneinheiten befindet sich in der Ausführung.
Welchen Beitrag liefert das Projekt zur Klimaanpassung?
Verwendung bzw. Erhalt grauer Energie durch Erhalt der Bestandsgebäude und Überbauung eines Parkdecks
Grundstück
15.243 m²
Handlungsfelder
Grünflächen
nicht bebaute Fläche
(Grün- und Freiflächen außerhalb von Gebäuden usw.)
(Grün- und Freiflächen außerhalb von Gebäuden usw.)
12.134 m²
bebaute Fläche
(Grundfläche von Gebäuden usw.)
(Grundfläche von Gebäuden usw.)
3.717 m²
Anteil Grünflächen nicht unterbaut
82,72 %
Anteil Grünflächen unterbaut
(auf Tiefgaragen, über Kellern usw.)
(auf Tiefgaragen, über Kellern usw.)
17,28 %
durchschnittliche Höhe Substrataufbau bei unterbauten Flächen
60,00 cm
Beschreibung und ggfs. besondere Qualität der Grünfläche / Art der Bepflanzung
Insgesamt wurden 12 neue Bäume der 1. und 2. Wuchsordnung sowie 528 Sträucher der 3. Wuchsordnung gepflanzt.
Bei der Auswahl der Baum- und Pflanzenarten wurde auf die geänderten städtischen Standortbedingungen für Bäume geachtet, indem verstärkt heimische, trockenheits- und hitzeresistente Baumarten verwendet wurden.
Maßnahmen zur Aufenthaltsqualität der Grünflächen
Zentrales Element der gemeinschaftl. genutzten Freiflächen ist ein überdachter Freisitz. Diesem Pavillon ist eine befestigte Fläche zugeordnet, von der aus mehrere Hochbeete von den Hausbewohnern gepflegt werden können. Einige dieser Hochbeete können via Rollstuhl, Rollator angedient werden. Hier wurde auf Inklusion größten Wert gelegt. Dem Gemeinschaftsbereich ist ein Kleinkinderspielplatz vorgelagert. Informelle Sitzmöglichkeiten aus Findlingen und Steinblöcken wurden auf dem Gelände verteilt.
Fassadenbegrünungen
Fassadenfläche insgesamt
3.641 m²
Vorgesehener Anteil Fassadenbegrünung
3 %
Bewässerungssystem
passiv
Besondere Qualität der Fassadenbegrünung
Rankpflanzen (Wilder Wein)
Dachbegrünungen/Gründächer/Biodiversitätsdächer
Dachflächen insgesamt
3.718 m²
Anteil Dachbegrünung gesamt
69,35 %
extensiv (bis 10 cm Substrataufbau / keine Pflege)
13,64 %
mindestens einfach intensiv (ab 15-25cm Substrataufbau)
81,34 %
intensiv (ab 25cm Substrataufbau)
5,02 %
Artenvielfalt und Biodiversität der Dachflächen; Hinweis zur Pflanzenauswahl
Dachbegrünung überw. als Biodiversitätsdächer, Fokus auf trockenheitsverträgliche Pflanzenarten + Reduktion des Pflegeaufwands, Fokus auf verschiedene Pflanzenarten. Ziel: Vermeidung von „Sedumwüsten"
besondere Qualität der Dachbegrünung / Gründächer / Biodiversitätsdächer
Wilder Wein wurde an den Außenwänden der Tiefgaragenabfahrt gepflanzt. Dadurch werden diese im Sommer beschattet. Durch diesen Kühlungseffekt wird ein angenehmes Mikroklima geschaffen und der innerstädtische Wärmeinseleffekt reduziert.
Echte Weinreben beranken das zentral gelegene Gemeinschaftsgebäude. Diese sorgen hier neben Beschattung, Kühlung und entspannenden, grünen Farbakzenten mit ihrem Fruchtansatz für eine zusätzliche Bereicherung.
Vegetation
Prozentualer Anteil der erhaltenen Bestandsvegetation (Gehölze) auf dem Grundstück
90,43 %
Anzahl neuer Baumpflanzungen
12
Anzahl 1. Wuchsordnung
6
Anzahl 2. Wuchsordnung
6
Anzahl 3. Wuchsordnung und Sträucher
528
Verwendung von klimaresilienten Bäumen
Bei der Auswahl der Baum- und Pflanzenarten wurde auf die geänderten städtischen Standortbedingungen für Bäume geachtet, indem verstärkt trockenheits- und hitzeresistente Baumarten verwendet wurden.
Beschreibung der Struktur und Qualität der Vegetation
Bei der Pflanzenauswahl für die extensiven Dachbegrünungen wurde auf Artenvielfalt und maximale Diversität geachtet. In Abhängigkeit von den jeweiligen Dachaufbauhöhen wurden die begrünten Dächer durch Zugabe heimischer, blütenreicher Arten in Bienen- und Insektennährparadiese verwandelt. Die Dachflächen nehmen einen Großteil der Niederschläge auf und speichern diese. Dadurch wird die Luftfeuchtigkeit erhöht. Die dichte Vegetationsdecke verhindert direkte Sonneneinstrahlung auf die Dachflächen.
Regenwassermanagement
Lokale Versickerung des Niederschlagswassers
Das anfallende Niederschlagswasser wird in den Versickerungsanlagen der 1960er weiter versickert bzw. in neu gebauten Dachflächen in neu erstellten Versickerungsanlagen auf dem Grundstück versickert.
Nutzer-Aufenthaltsqualität in öffentlichen/halböffentlichen Bereichen
qualifizierte Freiflächen mit klimarelevanten Einbauten, Schattenbereichen, Trinkwasserspender in öffentlichen Bereichen, etc.
Überdachtes Wetterdach bietet Sonnenschutz und Abkühlung im Sommer.
Standort
Krokusstraße 71b
München
-
OrtMünchen
-
RegierungsbezirkMünchen
-
TypologieWohnungsbau
-
FertigstellungJanuar 2023
-
Auszeichnungsjahr2023
-
Ursprungsbaujahr1966
-
BauherrinBaugenossenschaft München von 1871 e.G.
-
ArchitekturRobert Meyer und Tobias Karlhuber Architekten, Partnerschaftsgesellschaft mbB, MünchenRobert Meyer, Tobias Karlhuber
-
Mitarbeit
- Ruth Wassermann
- Colette Almesberger
- Olga Weisser
- Stephanie Gackstatter
-
LandschaftsarchitekturBEM Burkhardt | Engelmayer | Mendel Landschaftsarchitekten Stadtplaner PartmbB, MünchenOliver Engelmayer
-
Architekturpöhlmann + krompaß Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH (LP 6-9), MünchenAndreas Krompaß
-
MaßnahmeBauen im Bestand
- Aufstockung
- Sanierung/ Umbau/ Revitalisierung
- Lückenschluss/ Nachverdichtung
- Umnutzung/ Nutzungserweiterung/ Mehrfachnutzung
-
Besondere QualitätenGenossenschaft, Nachverdichtung, Aufstockung, PV-A