Bayerische Architektenkammer
Körperschaft des Öffentlichen Rechts
Waisenhausstr. 4
80637 München
Telefon: 089 139880 – 0
Telefax: 089 139880 – 55
E-Mail: info@remove-this.byak.de
zurück
Neue Soziale Ortsmitte
Schorndorf
Straßenansicht;
Foto:
Markus Büttner
Südfassade;
Foto:
Markus Büttner
Perspektive;
Foto:
Grundriss EG;
Foto:
Lageplan;
Foto:
Westfassade;
Foto:
Lakritz Architekten und Stadtplaner
Außentreppe;
Foto:
Markus Büttner
Innenraumperspektive;
Foto:
Markus Büttner
Laubengang;
Foto:
Markus Büttner
BEISPIELHAFT
Neue Soziale Ortsmitte
Der Neubau des Gemeinschaftszentrums Schorndorf verbindet öffentliche Nutzungen mit einem sozialen Wohnraumangebot. Öffentliche und private Zugänge sind getrennt. Über eine Außentreppe und einen Aufzug erreicht man die Laubengänge vor den Wohnungen. Der Saal im Erdgeschoss dient gemeinschaftlichen Veranstaltungen und der ambulanten Tagespflege. Die Wohnungsgrundrisse zielen auf eine soziale Mischung ab und sind barrierefrei, behindertengerecht und bezahlbar.
Aussagen zur Quantität - Qualität
Die architektonische Gestaltung drückt den Nutzungsmix durch gläserne Offenheit im Erdgeschoss aus. Laubengänge und Loggien vor den Wohnungen bilden Übergänge zwischen außen und innen. Umlaufende Gesimse und Lisenen aus Holz unterstreichen den kompakten Charakter des Baukörpers. Die Hybridbauweise ermöglicht die weitgehende Verwendung von Massivholzwänden. Ungeheizte Nutzungen sind in einen Nebenbau ausgelagert. Mit einer Luft-Wärmepumpe und PV-Anlagen auf dem Flachdach wird der Energiestandard KfW55 erfüllt. Die Fassaden- und Dachbegrünung dient der Regulierung des Mikroklimas. Der Entwurf ging als Sieger aus einem ausgeschriebenen offenen Wettbewerb hervor. Für die Revitalisierung der Ortsmitte stellte das Amt für Ländliche Entwicklung der Oberpfalz Förderung bereit. Die Wohnungen wurden durch das kommunale Förderprogramm des Freistaats Bayern gefördert sowie auf Bundesebene durch die KfW.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zum Flächensparen
Der dreigeschossige Baukörper geht sparsam mit dem verfügbaren Boden um. Für die Nutzung wurde keine zusätzliche Erschließung benötigt. Die Ortsmitte wurde flächensparend optimiert.
Handlungsfelder
Alternatives Wohnen / Alternativen zum EFH
Gemeinschaftliches Wohnen
Die Freibereiche werden von der gesamten Hausgemeinschaft zusammen genutzt.
verdichtetes Wohnen / Nachverdichtung
Das Gebäude beinhaltet 8 Sozialwohnungen in verschiedenen Größen.
Innen statt Außen
Belebung, Stärkung, Nutzungsmischung im Ortskern
Die Durchmischung von Altentagespflege, Wohnen und Vereinsleben stärkt die aktive Ortsmitte.
Nutzungsvielfalt und Mehrfachnutzung von Räumen und Freiräumen
Die Nutzungsvielfalt wird durch die Kombination von Altentagespflege und Veranstaltungssaal für Vereine sowie die gemeinschaftlich genutzten Freibereichen gestärkt.
qualitätsvolle, dichte, kompakte Bauweise
Eine kompakte Bauweise wurde unter anderem durch die Laubengangerschließung ermöglicht.
Steckbrief
Bestandsanalyse / Ausgangssituation
Lage/ Art der Fläche
- Innenbereich nach §34
- zentrumsnahe Lage
- bereits erschlossenes Grundstück
- Neue Nutzung eines Grundstücks
Art der bisherigen Nutzung / Ausgangssituation
Auf dem Grundstück befand sich eine ehemalige, leerstehende landwirtschaftliche Hofstelle.
Grundstücksfläche / Planungsumgriff
2.102 m²
Maßnahmen zum Flächensparen
Art der neuen flächensparenden Nutzung
Durch einen kompakten Baukörper wird die Versiegelung reduziert. Das Erdgeschoss kann multifunktional genutzt werden. Die Freiflächen werden von Bewohnenden und Bevölkerung gemeinsam genutzt.
Bauweise
Hybridbauweise: Massivholzaußenwände, Stahlbetondecken und -innenwände, vorgeh. Lärchenholzfassade
Anordnung der Funktionen / Nutzungen
EG: Altentagespflege und Veranstaltungssaal für Vereine, 1. und 2. OG: je 4 Wohnungen
Herausforderung in der Statik
Verbindung, Kombination und statische Konstruktion von Stahlbetondecken und Massivholzwänden
Herausforderung der Erschließung
Vereinbarung aller Verkehrswege als Knotenpunkt im Ort zwischen Rathaus, Kirche und Seniorenheim
Weitere qualitative Aspekte beim Flächensparen
Die Laubengangerschließung ermöglichte kompakte Wohnformen. Gemeinschaftlich genutzte Freibereiche im Innenhof kombinieren Wohnen und die Altentagespflege in der Ortsmitte.
Geschossfläche
1.315 m²
Nutzfläche
305 m²
Fertigstellung der Maßnahme
2023
GRZ
0,25
GFZ
0,63
Vollgeschosse
3
Wohneinheiten
8
Arbeitsplätze / Gewerbeeinheiten
5/1
Sonstige Angaben
Förderung / Finanzierung / Kosten
Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung der Oberpfalz, Kommunales Förderprogramm des Freistaates Bayern, KfW-Förderung des Bundes
Prozessqualität
Durch Arbeitskreise und Workshops wurde die Bevölkerung Schorndorfs in den Entwicklungsprozess eingebunden. Vorab erfolgte die Auswahl der besten Idee durch die Auslobung eines offenen Wettbewerbs.
Prädikat KlimaKulturKompetenz
Standort
Sigmund-von-Puchberg-Platz 2
Schorndorf
-
OrtSchorndorf
-
RegierungsbezirkOberpfalz
-
TypologieSchwerpunkt:
Wohnungsbau
Mischnutzung:- Gesundheitswesen
-
FertigstellungDezember 2023
-
Auszeichnungsjahr2024
-
BauherrinGemeinde Schorndorf
-
ARGEARGE BBV Architekten Brunner Burgmeier Völkl + Lakritz Architekten Stadtplaner
-
ArchitekturBrunner Burgmeier Völkl Architekten Partnerschaft mbB, LandshutThomas Brunner, Marco Burgmeier, Thomas Völkl
-
ArchitekturLakritz Architekten und Stadtplaner Part GmbB, PassauMarkus Büttner, Michael Füller, Lena Zellner
-
Landschaftsarchitektur
-
MaßnahmeNeubau
-
Besondere QualitätenHolzbau