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Studentisches Wohnen & Boardinghouse CampusRo
Rosenheim
Blick in das Quartier;
Foto:
Sigurd Steinprinz
DGNB Platin-Standard;
Foto:
Sigurd Steinprinz
Gemeinschaftsraum der 4er WG;
Foto:
Sigurd Steinprinz
Gemeinschaftsraum;
Foto:
Sigurd Steinprinz
Gemeinschaftl. Innenhof mit Spielplatz;
Foto:
Sigurd Steinprinz
Innenhof;
Foto:
Sigurd Steinprinz
Grundriss EG;
Foto:
ACMS Architekten GmbH
Lageplan;
Foto:
ACMS Architekten GmbH
Ansicht;
Foto:
Sigurd Steinprinz
BEISPIELHAFT
Studentisches Wohnen & Boardinghouse CampusRo
Neben der Hochschule Rosenheim entstand ein durchmischtes Wohngebiet, das die soziale Integration stärkt. Wesentlich sind die vielfältig vernetzten Bezüge und Kommunikationsmöglichkeiten. Die offene Erschließung wird durch die gemeinschaftlichen, begrünten Treffpunkte in die dritte Dimension fortgeführt. Jedes der 174 Apartments im KfW40+-Standard bietet trotz minimierter Fläche differenzierte private und halböffentliche Raumzonen. Zur Erreichung höchster Nachhaltigkeitsanforderungen wurden komplexe Fragen und Zielkonflikte zwischen den verschiedenen Säulen der Nachhaltigkeit von Ökologie, Ökonomie und Soziokulturellem bearbeitet und so mit 85,8 % das Ziel einer DGNB-Platin-Zertifizierung erreicht. Dazu tragen neben dem am Passivhaus angelehnten Energiestandard vor allem die tragende, vorgefertigte Holzbauweise sowie die Verwendung von Rückbaumaterial bei.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Nachhaltigkeit
Mit der erreichten DGNB-Platin-Zertifizierung und einem Erfüllungsgrad von 85,8 % ist der CampusRO das erste Studierendenwohnen mit dieser Auszeichnung. Genauso wichtig ist die hohe Nutzerakzeptanz.
Handlungsfelder
Adaptivität und Suffizienz in der Ausführung
angewandte Maßnahmen in der Planung / Bauausführung
Grundsätzlich wurde vom Bauherrn eine große Flexibilität der Grundrisse erwartet, um mit möglichst geringen baulichen Aufwendungen auf denkbare Umnutzungen reagieren zu können.
Das Tragwerk wurde daher so geplant, dass eine Umnutzung und Veränderbarkeit von Wohnungsgrößen einfach möglich ist. Für die Bauteile und Anlagen Hochbau und Haustechnik wurden mögliche Szenarien zur Umnutzung untersucht. Die wirtschaftlichste Lösung bzw. das am besten geeignete Szenario hinsichtlich einer späteren Änderung ist bereits in der umgesetzten Planung berücksichtigt. Dazu wurden die Auswirkungen von insgesamt fünf Größen- und Typveränderungen der Wohnkonzepte durch alle Fachplanenden untersucht und die erforderliche Varianz in der Planung berücksichtigt.
Auch hinsichtlich Nutzlasten wurden entsprechende Reserven vorgesehen und multifunktional genutzte Bereiche der EGs überhöht, um hier zusätzliche Flexibilität zu erhalten.
soziokulturelle Nachhaltigkeit
besondere soziokulturelle Aspekte auf städtebaulicher Ebene, die bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt worden sind.
Das Gesamtkonzept des Entwurfs basiert auf der Idee, das umliegende Quartier durch den neuen Campus und seine Nähe zur Hochschule, deren Studierende bereits im Wettbewerb einbezogen wurden, zu bereichern. Durch vielfältige Wegebeziehungen werden die umliegenden Bereiche mit dem Campus verbunden. Die Entwurfsidee eines gestapelten Dorfes beugt Anonymität vor und bietet durch ihre zahlreichen qualitätvollen Kommunikations- und Freiflächen, Dachgärten, Gemeinschafts-, Lern- und Fitnessräume die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen, was von den Bewohnenden sehr gut angenommen wird. Ein Café im angrenzenden Boardinghouse dient als neuer Treffpunkt des Quartiers. Durch den Neubau sollen positive Impulse für den Standort gesetzt werden, der vorher vollständig versiegelt und mit einer Industriehalle überbaut war. Auch die Belange der Nachbarschaft wurden im Zuge der Erstellung des Bebauungsplans für das Quartier bedacht.
besondere soziokulturelle Aspekte auf Gebäudeebene, die bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt worden sind.
Neben der guten öffentlichen Versorgung bietet der Campus vielfältige Möglichkeiten für die Bewohnenden, wie die vielen Fahrradabstellmöglichkeiten, eine eigene Paketstation, Fahrradwerkstatt, Fitnessstudio, Gemeinschafts- u. Lernräumen, einen Mehrzweckraum mit großer Küche für Veranstaltungen und die App-gestützte Waschlounge. Neben diesen Räumen bilden die Laubengänge, die verschiedenen begrünten Dachterrassen und grünen Innenhöfe die wichtigsten sozialen Treffpunkte. Insbesondere das Café des Boardinghouses mit seiner Dachterrasse und Blick in die Alpen ist ein Treffpunkt für das ganze Quartier. Die begrünten Dachterrassen bieten Hochbeete mit Kräutern und Erdbeeren und dürfen von den Bewohnenden genutzt und selbst bepflanzt werden. Die ganze Anlage wird von der Bewohnerschaft sehr geschätzt und befindet sich daher stets in gutem Zustand. Auch ein aktives Gebäudemanagement des Betreibers trägt hierzu bei. Die hohe Qualität der Innen- und Außenräume soll so für alle erhalten bleiben.
Zirkuläre Wertschöpfung
angewandte Maßnahmen auf Bauteil- und Gebäudeebene
Bei der Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus spielt der Einsatz von Holz aufgrund seiner CO₂-Speicherfähigkeit eine große Rolle. Im Vergleich zu einer Massivbauweise konnten rund 1250 Tonnen CO₂ eingespart werden. Über einen Zeitraum von 50 Jahren spart das Projekt im Vergleich zum Referenzgebäude in herkömmlicher Bauweise sogar 6350 Tonnen CO₂ ein. Das verwendete Holz stammt aus bayerischen und ösischen Wäldern. Die PEFC-Zertifizierung garantiert eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Mit Blick auf die knapper werdenden Ressourcen wird klar, dass Aspekte der Kreislaufwirtschaft am Bau stärker berücksichtigt werden müssen. Eine alte, ungenutzte Gewerbehalle, die zuvor auf dem Grundstück stand, wurde rückgebaut. 100 % der geprüften und geeigneten Altmasse aus der ehemaligen Lagerhalle wurde wiederverwendet. Der Abtransport des Abbruchmaterials, die Produktion von neuen Baustoffen und ihre Anfahrt entfallen teilweise. Auch das sorgt für eine deutlich verbesserte CO₂-Bilanz.
besondere Aspekte auf Material-/Baustoff- und Bauteilebene.
Um dem Anspruch an Innovation gerecht zu werden, wurde bereits im Wettbewerb die Rohbaukonstruktion als Holzbau angedacht. Dies alles musste vor dem Hintergrund einer aus ökologischen Gründen gewünschten elementierten Holzbauweise gelöst werden. Diese bietet viele Möglichkeiten einer Rückbaubarkeit, die bei einer konventionellen Bauweise nicht gegeben sind und im Zuge der DGNB-Zertifizierung untersucht und bewertet wurden.
Die PEFC-Zertifizierung garantiert eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Sämtliche eingebrachten Baustoffe wurden hinsichtlich der DGNB-Anforderungen vor Ausführung durch einen Auditor geprüft.
Biodiversität und Artenvielfalt
besondere Maßnahmen
Auf dem zuvor zu 100 % versiegelten Grundstück entstanden zahlreiche kühlende Grünflächen mit Sträuchern, Stauden und Bäumen. Außerdem wurden Bienennährstauden, Insektenhotels und Nistkästen für Vögel und Fledermäuse umgesetzt, sodass sich Tiere dort ansiedeln und Schutz finden können. Im Laufe der Jahre wird der Campus immer grüner werden, und auch die Rankpflanzen an den Laubengängen werden sich Geschoss für Geschoss erobern. Für die Tiere der Umgebung haben sich mit dem Neubau viele neue Möglichkeiten ergeben, die zuvor nicht gegeben waren.
Klima- und Umweltschutz
besondere Maßnahmen
Im Zuge der DGNB-Zertifizierung wurden sowohl eine Ökobilanz als auch eine Lebenszyklusanalyse erstellt und diese bei den während der Planung getroffenen Entscheidungen berücksichtigt.
Ermittelte CO₂-Emissionen des fertiggestellten Gebäudes: 9,9 kg/(m²NRF*a)
Lebenszykluskosten: 2.531 €/m²*a.
Durch die erreichte Platin-Zertifizierung konnte dokumentiert werden, dass besonders schadstoffarme Baustoffe zum Einsatz gekommen sind. Dies belegen z.B. die durchgeführten Raumluftmessungen.
Messergebnis (Bestimmung von VOC in der Innenraumluft nach DIN ISO 16000-6:2012):
TVOC: 110 μg/m³;
Formaldehyd: 59 μg/m³;
Standort
Hugo-Laue-Straße 1
Rosenheim
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OrtRosenheim
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RegierungsbezirkOberbayern
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TypologieWohnungsbau
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FertigstellungMai 2022
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Auszeichnungsjahr2023
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BauherrCampusRO Projektentwicklungs GmbH & Co. KG , Pullach i. Isartal
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ArchitekturACMS Architekten GmbH, WuppertalOlaf Scheinpflug, Simon Waigand, Natascha Hammes, Manuel Heywinkel
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Mitarbeit
- Laura Heidelauf
- Jonathan Vogt
- Christian Schlüter-Vorwerg
- Beate Pollmann
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ArchitekturGuggenbichler + Wagenstaller GbR (Statik Massivbau und Architektur ab LP 6), RosenheimChristian Guggenbichler, Martin Guggenbichler, Johann B. Wagenstaller
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Landschaftsarchitekturstudio grüngrau Landschaftsarchitektur GmbH (LP 1-4), DüsseldorfProf. Thomas Fenner
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Landschaftsarchitektur
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MaßnahmeNeubau
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Besondere Qualitäten
- Gebäudeplanung mit BIM
- gesundes Bauen
- Holzbau
- kreislauffähig
- Modulbau