BEISPIELHAFT
Umweltbildungszentrum
Mit dem neuen Umweltbildungszentrum entstand ein Lernort zur nachhaltigen Entwicklung, der verschiedenen Einrichtungen der Stadt als Anlaufstelle, Plattform und Treffpunkt dient.
Der Standort an der Schnittstelle zwischen Stadt und Natur ist gestaltbildend für das Gebäude, das geprägt ist durch den Gegensatz der klaren, orthogonalen Kubatur des eingeschossigen, quadratischen Pavillons und den weichen, organischen Formen des zentralen Foyers. Diese beiden Sphären spiegeln sich auch in den verwendeten Konstruktionen wieder: zum einen die das Gebäude nach außen definierende stringente und lineare Konstruktion aus Holz, zum anderen die darin eingebetteten geschwungenen Wände des Foyers aus Stampflehm. Das Foyer bildet das Herz des Hauses, das als Ausstellungsfläche und Kommunikationsort fungiert. Zugleich gliedert es das umgebende Gebäudevolumen in drei Nutzungsbereiche: den Seminar- und Veranstaltungsbereich, den Büro- und Verwaltungsbereich sowie den Lager- und Werkstattbereich.
Welchen besonderen Beitrag liefert das Projekt zur Energieeffizienz
Verwendung natürlicher nachhaltiger Materialien wie Lehm und Holz und Minimierung von Materialien mit hohem Energiebedarf bzw. hohen CO²-Emissionen bei der Herstellung, wie z.B. Stahl, Beton oder Gips
Das neue Umweltbildungszentrum Augsburg wurde mit der Zielsetzung geplant, als direktes Anschauungsbeispiel für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen zu dienen.
Dies betrifft insbesondere die verwendeten Baustoffe und Konstruktionen.
So wurde das Gebäude zum überwiegenden Teil in Holz- und Lehmbauweise errichtet. Drei jeweils rund 30 m lange Lehmwände umschließen das zentrale Foyer sowie die Eingangsbereiche. Nach Fertigstellung der Lehmwände wurde in Holzbauweise um die zentralen Lehmwände herumgebaut. Die Lehm- und Holzbauweise des UBZ trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes möglichst gering zu halten. Lehm verbraucht so gut wie keine sogenannte „graue Energie“ – also die meist fossile Energie, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung aufgewendet werden muss. Die Lehmwände und der Lehmboden im UBZ sind zu 100% recycelbar, und das Material kann immer wieder zerkleinert, mit Wasser vermischt und erneut verwendet werden. Für die Dämmungen kamen nachwachsende Baustoffe zum Einsatz. So wurden die Außendämmungen in Zellulose und Schafwolle ausgeführt, die Akustikdämmung auf den Abhangdecken in Hanf.
Vorbereitend für den Bau des UBZ haben der Landschaftspflegeverband Augsburg als Träger der Umweltstation und die Stadt Augsburg einen innovativen Architekturwettbewerb durchgeführt, der gezielt die Ökobilanz des geplanten Gebäudes hinsichtlich Baustoffen, Energieverbrauch und Gestaltung der Außenanlagen berücksichtigte. Bereits in der Planungsphase des UBZ wurden die „Umweltkosten“ internalisiert, um den Ressourcenverbrauch der Baumaßnahme so klein wie möglich zu halten. Der Architekturwettbewerb war der erste in Deutschland, der ausdrücklich das Thema Suffizienz (d.h. ein umweltgerechtes Maß für den Flächen- und Materialeinsatz) schon in die frühen Planungsphasen einbezog. Hierzu kam ab der Wettbewerbsphase ein einfach zu bedienendes Excel-Tool zum Einsatz, um zentrale Themen des Energieumgangs und der Nachhaltigkeit unmittelbar sichtbar zu machen.
Im Weiteren führte ein Energieberatungsunternehmen eine ökologische Vordimensionierung per Lebenszyklusanalyse durch. Hierbei wurden fünf verschiedene Ausführungvarianten gegenübergestellt und hinsichtlich
des Treibhausgaspotenzials sowie des Primärenergieverbrauchs verglichen und bewertet. Dabei wurde die Herstellungsphase des Gebäude, dessen Nutzungsphase sowie das Ende des Lebenszyklus des Gebäudes betrachtet.
eingehaltener Standard
EnEV 2016
Berechnungsverfahren
DIN 4108
Effizienzhausstufen
Effizienzhaus 40 (Neubau)
Angaben Wohngebäude
Angaben Nichtwohngebäude
mittl. U-Wert opak Soll-Wert nach EnEV/GEG
0,28 W/(m²K)
mittl. U-Wert opak Ist-Wert
0,13 W/(m²K)
mittl. U-Wert opak Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
54 %
mittl. U-Wert trans. Soll-Wert nach EnEV/GEG
1,5 W/(m²K)
mittl. U-Wert trans. Ist-Wert
1 W/(m²K)
mittl. U-Wert trans. Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
33 %
Qp Soll-Wert nach EnEV/GEG
135 kWh/(m²a)
Qp Ist-Wert
58,9 kWh/(m²a)
Qp Unterschreitung
(Unterschreitung Ist-Wert zum Soll-Wert in %)
56 %
Unterschreitung EnEV/GEG Anforderung um
33 %
Wärmebrückenzuschlag
0,05 W/(m²K) (z.B. 0.15, 0.10, 0.05, 0.03, freier Wert)
ist (berechnet)
137,4 kWh/m²a
Allgemeine Angaben
BGF (nach DIN 277)
1.111 m²
Beheizte Nettogrundrissfläche
(DIN 277)
852 m²
Beheiztes Volumen
(Systemgrenze EnEV)
6.553 m³
Hüllfläche (gesamt)
2.460 m²
Hüllfläche/ beheiztes Volumen
0,37 1/m
Hüllfläche / Nettogrundrissfläche
2,7
Heizwärmebedarf gesamt
128 kWh/a
Standort
Dr.-Ziegenspeck-Weg 10
Augsburg