Vergabeverordnung VgV

 

Für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen, deren geschätzter Nettoauftragswert die jeweils festgelegten Schwellenwerte erreicht, stehen derzeit ausschließlich folgende Verfahrensarten zur Verfügung (§ 119 Abs. 1 GWB): das offene Verfahren,das nicht offene Verfahren,das Verhandlungsverfahren,der wettbewerbliche Dialog oderdie Innovationspartnerschaft Gem. § 74 Abs. 1 VgV sollen Architektenleistungen in der Regel im Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach § 17 VgV oder im wettbewerblichen Dialog nach § 18 VgV vergeben werden. Gem. § 14 Abs. 4 Nr. 8 VgV kann der öffentliche Auftraggeber auch Aufträge im Verhandlungsverfahren ohneTeilnahmewettbewerb vergeben, wenn im Anschluss an einen Planungswettwerb nach den Bedingungen dieses Wettbwerbs an den Gewinner oder an einen der Preisträger vergeben werden muss. Soll der Auftrag laut der Auslobung nicht an den Preisträger, sondern an einen der Preisträger vergeben werden, so müssen alle Preisträger des Wettbewerbs zur Teilnahme an den Verhandlungen aufgefordert werden. Nach wie vor bestehen sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite vielfach erhebliche Unsicherheiten darüber, wie ein derartiges Verfahren rechtssicher durchzuführen ist bzw. wie eine Auswahl des geeigneten Auftragnehmers im Einzelnen zu erfolgen hat. Aus der täglichen Beratungspraxis der Bayerischen Architektenkammer heraus sind deshalb die nachfolgenden Hinweise entwickelt worden. Ziel ist es, die öffentlichen Auftraggeber bei der Durchführung von Vergabeverfahren zu unterstützen und Wege aufzuzeigen, im Rahmen der vorgegebenen Verfahrensmöglichkeiten den geeigneten Architekten für die konkret zu lösende Planungsaufgabe auswählen zu können.