Building Information Modeling

Foto: Daniela Deeg

BIM World Munich am 28. und 29.11.2018

Die BIM World 2018 auf You Tube: https://www.youtube.com/watch?v=x6rPNjXtn-4

4.000 Besucher aus 48 Ländern – eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Die seit 2016 jährlich stattfindende BIM World Munich hat sich inzwischen zu einem wichtigen Branchentreff für die Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft etabliert. Die Bundesarchitektenkammer, die Bayerische Architektenkammer und die Bayerische Ingenieurekammer-Bau unterstützen die Aktivitäten von Beginn an als Kooperationspartner und waren auch bei der BIM World Munich am 28. und 29. November 2018 dabei. Zusammen mit Präsident Josef Kauer, BIM World Munich, und dem Managing Director Gunther Wölfle von building SMART e.V. begrüßte Kammerpräsidentin Christine Degenhart die Messeteilnehmer und nahm am gemeinsamen Pressegespräch teil.

Weiterlesen

Über 140 Aussteller und mehr als 100 Referenten bei der zweitägigen Fachkonferenz informierten zu unterschiedlichen BIM-Lösungen, IT-Anwendungen und neue Technologien. Die wieder zahlreichen kurzen „Breakout-Sessions“, die u.a. mit Praxisbeispielen zu BIM- und Digitalisierungsprozessen aufwarteten, waren erneut sehr gut besucht, darunter auch der Vortrag von Vizepräsident BAK Martin Müller, der zum bundesweit einheitlichen Ausbildungsangebot "BIM-Standard Deutscher Architekten- und Ingenieurkammern" bei den Länderkammern informierte. Prof. Dr.-Ing. M.A. Olaf Huth vom Lehrgebiet Intelligentes Monitoring, Studiengang Digitale Denkmaltechnologien, an der Hochschule Coburg, berichtete in seinem Praxisvortrag „Von der digitalen Bauaufnahme zum Modell“. Mit der neuen Innovationsplattform „BIM Town“ bot die BIM World Munich erstmalig europäischen Start-ups der Digitalisierungsbranche die Möglichkeit, ihre Ideen zu präsentieren und mit Partnern ins Gespräch zu kommen. Fachleute, Referenten, Unternehmen, Planer, Ausführende waren sich am Ende der BIM World Munich einig: Qualität und Effizienz werden nur steigen, wenn alle Akteure die Digitalisierung klug umsetzen, nicht nur hoch motiviert, sondern ebenso gut qualifiziert sowie vernetzt zusammenarbeiten. Woran es derzeit noch fehle, seien Pilotprojekte. Vor allem öffentliche Auftraggeber und die Politik stünden in der Verantwortung, geeignete Projekte mit Partnern zu initiieren und auch finanziell auszustatten. Für Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Innenarchitekten sehe sie auch künftig – mit oder ohne die Planungsmethode BIM – eine zentrale Rolle im Bau- und Planungsprozess, sagte Präsidentin Christine Degenhart. Sie sei zuversichtlich, dass mit den kürzlich verabredeten Initiativen des Bayerischen Bauforums Bayern und dem BIM Cluster Bayern die Digitalisierung in Bayern zusätzlich Fahrt aufnehmen werde. Im Ergebnis gehe es immer um die Schaffung von gut funktionierenden Räumen, in denen wir täglich leben, wohnen und arbeiten. Wichtig sei bei der Digitalisierung jedoch ebenso, dass die kleineren und mittelständischen Unternehmen, die in Deutschland traditionell das Fundament einer baukulturellen Vielfalt bildeten, am Digitalisierungsprozess teilhaben und einen dauerhaften Marktzugang erhielten. www.bim-world.de
Text: Alexandra Seemüller, Loni Siegmund

BIM aktiv gestalten

Weltweit steigt die Präsenz der digitalen Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) rasant. Auch in Deutschland wächst das Interesse an BIM-Methoden zusehends. Barbara Ettinger-Brinkmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), ist sich sicher, dass digitales Planen und Bauen in Deutschland Zukunftsthema ersten Ranges sein wird (DAB 2/16). Die Reformkommission der Bundesregierung für den Bau von Großprojekten hat bereits Mitte 2015 die Entwicklung eines Stufenplans empfohlen, der etappenweise die Voraussetzungen schafft, BIM in zunehmendem Maß bei der Planung und Realisierung zur Anwendung zu bringen. Insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die deutsche Wirtschaftslandschaft prägen, soll schrittweise der Einstieg ermöglicht werden.
Ende 2015 stellte die Bundesregierung den sog. BIM-Stufenplan für Infrastrukturprojekte vor, der die Anwendung der BIM-Methode verbindlich einfordert. Anfang 2017 zog das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit einem BIM-Erlass (DAB regional 05/17) nach. Die BAK und die Landesarchitektenkammer bringen sich in den Entwicklungsprozess, BIM als gemeinsame Planungsmethode zu etablieren, konstruktiv ein. Für BAK-Präsidentin Ettinger-Brinkmann bleibt jedoch die kreative Idee Voraussetzung für jeden Entwurf, die nicht digital zu haben sei.

Weiterlesen

BAK-Präsidentin Barbara Ettinger-Brinkmann und auch Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, betonen die Unerlässlichkeit der Federführung der Architekten im Prozess des Planens und Bauens. Hier wird sich auch durch die Einführung der BIM-Methode nichts ändern. Eine zentrale Aufgabe im Leistungsbild der Architekten ist die konstante Zusammenführung und Koordination der Planung aller Beteiligten. Hierfür kann BIM ein nützliches Werkzeug sein, das bei vielen Architekten mittlerweile bereits im Büroalltag angekommen ist. BIM jedoch auf die reine CAD-Technik zu reduzieren wird dem Potenzial der digitalen Planungsmethode nicht gerecht. Anwender, Architekten, die bereits seit längerer Zeit mit der BIM-Methode arbeiten, ziehen – bezogen auf die Vorteile der langfristigen Datennutzung im Lebenszyklus von Gebäuden – ein überwiegend positives Fazit.

Um den Prozess auch künftig mitzugestalten, müssen Architekten und Ingenieure gezielt noch aktiver in die Thematik BIM einsteigen. So können neue Aufgabenfelder erschlossen und zugleich die koordinierende Aufgabe gewahrt und weiterentwickelt werden. Alle Tätigkeitsarten, freischaffende, angestellte und beamtete Architekten sowie alle Fachrichtungen sind gefragt, sich konstruktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Nicht nur für große Planungsbüros muss BIM ein Thema sein, sondern besonders für die kleineren und mittleren Büros bietet BIM eine Chance. Sie können schnell auf Veränderungen reagieren und sich leichter anpassen als große Strukturen.

Weitere Informationen aus dem DAB-Regional

Name Typ/Größe Download
DAB_03_2017_Bayern_Zer­ti­fi­kats­kurs_BIM_Pro­fes­sio­nal.pdf PDF 87 kB
DAB_05_2017_Bayern_BIM_bei_Bun­des­bau­ten.pdf PDF 243 kB
DAB_06_2017_Bayern_Segel­set­zung_fuer_BIM.pdf PDF 282 kB
DAB_12_2016_Bayern_BIM_und_Recht.pdf PDF 63 kB

Ihre Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH)
Oliver Heiss

Architekt und Stadtplaner, Geschäftsführer Aus-, Fort- und Weiterbildung

Tel.: +49 89 139880-35

Fax: +49 89 139880-33

Dipl.-Ing.
Thomas M. Lenzen

Architekt und Stadtplaner, Geschäftsführer Architektur und Technik

Tel.: +49 89 139880-54

Fax: +49 89 139880-55