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Festlegungen für das Bauen

Bauträgerhaus in Fürstenzell

Foto: Peter Litvai

Einfamilienhaus als zertifiziertes Passivhaus in Kühbach, Architekturbüro Stefanie Leitenstern

Foto: Stefanie Leitenstern

Doppelhaus mit Lichthöfen in Dietersheim, Büro 4 Wagner+Partner

Foto: Michael Heinrich

Wichtige Ziele

Kostengünstiges, komfortables, nachhaltiges und energieeffizientes Wohnen sind für Bauherren wichtige Ziele für das eigene Traumhaus. Diese spielen in gleichem Maß bei einer Sanierung oder Modernisierung, dem Um-, An- oder raumbildenden Ausbau eines bestehenden Gebäudes eine große Rolle. Bevor Architekten oder Innenarchitekten jedoch bei einem bestehenden Gebäude mit den Planungen beginnen können, ist dieses zunächst in seinem Bestand aufzunehmen und zu begutachten.

Wohn- und Außenräume bilden idealerweise eine Einheit. Bei der Planung eines Wohnhauses wird von Bauherren jedoch nicht selten die Gartengestaltung zunächst hinten angestellt oder improvisiert. Doch so wie Architekten für die Gebäudeplanung und Innenarchitekten für die Umgestaltung oder Ausstattung von Innenräumen beauftragt werden können, ist es auch ratsam, für die Gestaltung der Außenräume frühzeitig einen Landschaftsarchitekten heranzuziehen.

Qualität muss nicht teuer sein – kostengünstiges Bauen

Eine sorgsame und effiziente Planung schlägt sich in kurzen Bauzeiten und reibungslosen Abläufen nieder und spart somit Geld. Weitere Einsparpotenziale liegen in der Konzeption von Grundriss und Gestalt Ihres Gebäudes, den gewählten baulichen und technischen Standards und in der gewünschten Ausstattung. Nach sorgfältig abgestimmter Planung werden die unter Wettbewerbsbedingungen verhandelten Aufträge an die ausführenden Firmen vergeben und die einzelnen Gewerke in einem straff organisierten Bauprozess organisiert. Eine sorgfältige Planung, die alle notwendigen Aspekte berücksichtigt, kostet Zeit. Lassen Sie Ihrem Architekten diese Zeit und stimmen Sie alle für Sie wichtigen Punkte mit ihm möglichst frühzeitig und verbindlich ab.

Wie kann ich feststellen, welche Baukosten mich erwarten?

Für Laien ist die Einschätzung der Kosten eines Bauvorhabens keine einfache Angelegenheit. Um eine Übersicht der gesamten Kosten für ein Bauwerk zu erhalten, gibt die DIN 276 (kostenpflichtig zu beziehen über den Beuth-Verlag) eine strukturierte Übersicht vor. Dabei werden die anfallenden Kosten in sieben Kostengruppen (KG) unterteilt. Die einzelnen Kostengruppen werden abhängig vom Planungszeitpunkt in immer detailliertere Ebenen untergliedert. Zu den Kosten für das Baugrundstück zählen neben neben dem Kaufpreis und der Grunderwerbssteuer u.a. Gebühren für Notar, Grundbucheintrag, Makler und Vermessung. Fragen Sie Ihren Architekten! Er erklärt Ihnen gerne die einzelnen Kostengruppen und erläutert Ihnen, wie die Kosten nach der DIN 276 genau ermittelt werden.

Die vier Kostenermittlungsarten nach der DIN 276

Die Kostenermittlung gliedert sich in vier Stufen: die Kostenschätzung, die Kostenberechnung, den Kostenanschlag und die Kostenfeststellung.

Mit fortschreitendem Planungs- und Bauprozess stehen dem Architekten und dem Bauherrn immer genauere Zahlen zur Verfügung, die in die Kostenplanung einfließen. Die jeweilige Stufe der Kostenermittlung entspricht daher in ihrer Genauigkeit dem jeweiligen Planungsstand. Im Einzelnen:

Zur ersten Orientierung bezüglich der zu erwartenden Kosten fertigt der Architekt für Sie auf Basis des Vorentwurfs eine Kostenschätzung des Bauvorhabens an. Die Ermittlung der Kosten stützt sich zu diesem Zeitpunkt auf das zu bauende Volumen; betrachtet wird der Brutto-rauminhalt (BRI), der mit Kostenkennwerten hinterlegt wird. Die Kostenschätzung dient der überschlägigen Ermittlung der Gesamtkosten und bildet die vorläufige Grundlage zur Baufinanzierung.

Aus dem Vorentwurf wird dann der verfeinerte Entwurf entwickelt. Wenn der Entwurf für das Haus mit Ihnen besprochen und abgestimmt ist, erfolgt eine zweite Kostenermittlung, die sogenannte Kostenberechnung. Hier sind die Werte aus der Kostenschätzung detaillierter aufgefächert und die voraussichtlichen Gesamtkosten ermittelt. Die Kostenberechnung dient im Regelfall als verbindliche Grundlage für die Berechnung des Architektenhonorars nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Im Anschluss an die Ausschreibung der verschiedenen Bauleistungen werden die Angebote der Baufirmen in einem Kostenanschlag zusammengestellt.

Nach Beendigung der Bauarbeiten erhalten Sie als Nachweis der tatsächlich entstandenen Kosten eine Kostenfeststellung auf Basis der einzelnen Rechnungen der Bauunternehmer.

Alle Kosten werden nach der Aufteilung der DIN 276 von Ihrem Architekten fortlaufend aufgeführt. Sie haben somit zu jeder Zeit Einblick in die Kostenentwicklung und können diese unmittelbar steuern. Sollten Positionen teurer werden, kann sofort geprüft werden, welche Leistung, z. B. durch eine andere Ausführung, im Gegenzug güns-tiger ausfällt. Zusätzlich zu berücksichtigen sind die Betriebskosten des Gebäudes.

Einsparpotenziale erkennen und nutzen

Der Bau, der An- oder Umbau von Gebäuden ist eine komplexe Aufgabe. Ein Patentrezept für kostensparendes, energieschonendes und wertbeständiges Bauen gibt es nicht. Wohl aber eine Reihe von Möglichkeiten, Kosten zu minimieren und zu kontrollieren.

Die Wahl des Grundstücks

Möglichkeiten zur Kosteneinsparung ergeben sich bereits bei der Wahl des Grundstücks. Ein günstiger Grundstücks- zuschnitt ermöglicht z. B. eine optimale Ausnutzung und lässt kostengünstige Hausformen zu. Zur möglichen Bebaubarkeit fragen Sie Ihren Architekten und suchen Sie das Gespräch mit der Bauverwaltung der zuständigen Kommune.

Kostengünstige und umweltschonende Alternativen zu einem Gebäude im Neubaugebiet bieten z. B. ebenfalls

  • die Nutzung nicht bebauter Grundstücke in bestehenden Wohngebieten,
  • die Sanierung oder der Um- und Anbau bestehender oder aufgelassener Gebäude,
  • der Ausbau von vorhandenen Dachgeschossen oder
  • die Aufstockung bestehender Gebäude.

Kleinere Grundstücksflächen und ein geringeres Raumvolumen

Sogenannte verdichtete Bauformen wie Doppel- und Reihenhäuser oder Hausgruppen benötigen im Vergleich zu frei stehenden Einfamilienhäusern erheblich weniger Grundstücksfläche und verursachen somit weniger Kosten. Eine kompakte Gebäudeform ist in der Regel kostengünstiger als eine stark gegliederte – sowohl was die Baukosten angeht als auch die Kosten des Bauunterhalts und der Energieversorgung (im Verhältnis Volumen zu Gebäudeaußenflächen). Hohen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Gebäudevolumens hat das Dach. Gebäudevolumen im Dach ist preisgünstiger herzustellen als das Volumen in einem normalen Geschoss. Es bieten sich daher Dachformen an, die bei einfacher Geometrie ein gut nutzbares Volumen ergeben. Erhöhte bauliche Auflagen oder eine ungünstige Ausrichtung des Grundstücks nach Norden oder zu einer Lärmquelle hin können die Kosten in die Höhe schnellen lassen.

Sonstige Grundstückskosten

Prüfen Sie bei jedem Grundstück stets, welche Kosten mit dem Grundstück verbunden sind, beispielsweise Erschließungskosten, Straßenausbaubeiträge, Einträge im Grundbuch und ob Baulasten oder Altlasten vorhanden sind.

Zu guter Letzt:

 Der nachhaltige Wert eines Grundstücks bemisst sich dauerhaft nach seiner Lage. Stellen Sie deshalb frühzeitig fest, welchen Wert das Grundstück aufgrund der Lage hat und wägen Sie alle anderen Vor- und Nachteile sorgfältig ab.

Der Haustyp

Auch die Art des Hauses ist entscheidend. Ein Reihenhaus hat z. B. zwei oder drei Fassaden und benötigt nur ein kleines Grundstück. Das frei stehende Einfamilienhaus hingegen erfordert viel mehr Fläche, die kostet. Beim Entwurf sollte auf eine einfache Lösung geachtet werden, auf einen funktionalen, flexiblen Grundriss und eine geeignete Wahl der Baukonstruktion. Allzu viele Vor- und Rücksprünge des Baukörpers sollten vermieden werden.

Unterkellerung und Garage, Carport oder offener Stellplatz?

Ein entscheidender Faktor ist auch die Frage der Unterkellerung und die Entscheidung zwischen einer Garage, einem Carport oder einem offenen Stellplatz für das Auto. Eine rationale Betrachtung hilft auch hier weiter. Es gibt Grundstücke, bei denen der Verzicht auf einen Keller oder eine Garage nur geringfügig Kosten spart. Kann auf einen Keller verzichtet werden – zumal wenn der Grundwasserstand sehr hoch ist – können erhebliche Kosten gespart werden. Der Architekt erarbeitet dann ein Konzept, das ausreichend Nebenflächen im Haus, unter dem Dach, unter der Treppe, im Garten, an der Garage oder am Carport bietet.

Der Ausstattungsstandard

Überprüfen Sie Ihre Ansprüche im Vorfeld und seien Sie dabei realistisch. Oft gibt es zu hochpreisigen Lösungen, wie z. B. im Bad, günstigere Alternativen in vergleichbarer Qualität. Ihr Architekt wird Sie hier kompetent beraten. Mit den vermeintlichen Argumenten „Wir bauen ja nur ein Mal“ und „Darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an“ werden während des Bauprozesses viele kleine Entscheidungen getroffen, die unter dem Strich jedoch zu erheb-lichen Kostensteigerungen führen können.

Und: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Wer braucht tatsäch- lich einen mit Naturstein ausgelegten Keller oder eine geflieste Garage? Die Gefahr ist groß, in der Euphorie der Endphase den vielen Versuchungen zu erliegen, den Ausstattungsstandard zu erhöhen. Hier gilt es, Disziplin walten zu lassen. Änderungen an den Standards gegenüber Ihren Vorgaben zu Planungsbeginn und die damit verbundenen Kostensteigerungen haben Sie als Bauherr alleine zu verantworten.

Eigenleistungen

Einsparpotenziale lassen sich gegebenenfalls durch verschiedene Möglichkeiten einer Selbstbeteiligung der Bauherren realisieren: vom eigenen Einsatz auf der Baustelle bis hin zu Arbeitseinsätzen von Familienmitgliedern und Freunden. Eigenleistungen des Bauherrn sind jedoch unter dem Aspekt der Gewährleistung, die der Bauherr im vollen Umfang selbst übernimmt, recht kritisch zu sehen. Bedenken Sie: Letztendlich können die Handwerkerkos-ten nicht in voller Höhe eingespart werden, sondern nur deren Arbeitsleistung. Die Materialkosten fallen in jedem Fall an, und das Material müssen Sie selbst zur Baustelle transportieren.

Ob sich der Einsatz Ihrer eigenen Leistung lohnt, müssen Sie selbst bewerten. Wenn Sie deutlich länger brauchen als ein Handwerker, dann sollten Sie besser in Ihrem Fach arbeiten und mit dem verdienten Geld den Handwerker bezahlen. Ihre Eigenleistungen sollten Sie richtig kalkulieren und vor allem auch den zeitlichen Rahmen realistisch einschätzen. Berücksichtigen Sie bei der Errechnung des Zeitbudgets zur Selbstbeteiligung immer, dass auch Sie selbst sich an den aufgestellten Zeitplan zu halten haben. Sollten Sie Familie und Freunde einplanen, dann sorgen Sie für Alternativhelfer, falls einer Ihrer Helfer krank werden sollte oder doch keine Zeit hat. Sie übernehmen bei Eigenleistungen für die auszuführenden Arbeiten selbst die fristgerechte Fertigstellungsgarantie. Wenn Sie jedoch länger benötigen, kann der nächste Handwerker womöglich nicht wie geplant mit seiner Arbeit beginnen. Bauverzögerungen und dabei anfallende Mehrkosten gehen in diesem Fall allein zu Ihren Lasten.

Bauen mit vorgefertigten Bauteilen

Viele Fertighäuser weisen ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis auf, soweit Sie als Bauherr keine bis wenige Änderungswünsche haben, denn: Individuelle Wünsche erhöhen die Kosten. Zudem ist ein Fertighaus in schwieriger Topografie meist wenig sinnvoll, weil der Standard an die individuellen Bedingungen angepasst werden muss und so die Kosten erhöht. Ein Fertighaus ist ein vorgefertigtes Haus mit einer fest stehenden Planung, die in Teilen individuell angepasst werden kann. Diese Häuser werden ganz oder überwiegend aus vorgefertigten Bauteilen zusammengefügt. Es gibt sie aus Beton, Ziegelelementen, Porenbeton, als Stahl- und/oder Holzkonstruktionen (z. B. in einer Rahmenbauweise). Die Bauteile können in einem relativ kurzen Arbeitsgang montiert werden und sind bereits im Zuge der Werksfertigung für den weiteren Ausbau konzipiert. Bei Serienprodukten wirken sich besonders der hohe Vorfertigungsgrad sowie die meist identische Zahl von Bauteilen positiv auf die Preisgestaltung aus. Bei der Bewertung des angebotenen Preises sollten Sie unbedingt den Gegenwert von Ausführungsqualität und Ausstattung einbeziehen.

Zur Multifunktionalität von Räumen

Große Einsparpotenziale liegen in der Planung des Haus-typs, der Grundrisse und der Geschossanordnung von Gebäuden. Je flexibler Haus- und Wohnungsgrundrisse geplant sind, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten bleiben Ihnen. Beim Verkauf des Hauses macht sich ein flexibler Grundriss bezahlt. Der Käufer kann eigene Vorstellungen einbringen und spart sich einen komplizierten Umbau. Machen Sie sich Gedanken darüber, welchen Bedarf an Wohnraum Sie haben. Was ist wirklich notwendig? Muss es tatsächlich ein Hobbykeller sein? Kann der Wintergarten nicht durch eine andere Lösung auf der Sonnenseite des Hauses ersetzt werden? Reicht nicht auch ein individuell gestalteter Bereich, um das ersehnte Arbeitszimmer zu ermöglichen? Denken Sie bereits im Vorfeld an eine mögliche Umnutzung der Räume, wenn Ihre Familie Zuwachs bekommt oder Kinder aus dem Haus gehen. Lässt sich das Haus für ein Wohnen im Alter barrierefrei umbauen? Mehrere große Räume sind variabler als ein riesiges Wohnzimmer und kleine Zimmer. Praktisch sind Wände, die sich leicht entfernen lassen, sowie Anschlüsse für ein zusätzliches Bad oder eine kleine Küche.

Späterer Aus- und Anbau nicht ausgeschlossen

Nicht alle Bauherren können sich auf Anhieb ein komplett ausgebautes Haus leisten. Das muss auch gar nicht sein. Ihr Architekt kann ohne Weiteres einen späteren Aus- und Anbau Ihres Hauses, beispielsweise des Dachgeschosses, bei der Planung berücksichtigen.

Intensive Planung spart Kosten

Ein qualitätvoll geplantes und effizient umgesetztes Bauvorhaben kann mit bis zu einem 30 % geringeren Arbeitsaufwand ausgeführt werden als ein überstürztes Projekt. Je besser Ihr Haus im Planungsvorlauf durchdacht und organisiert ist, desto kürzer fällt die Ausführungsphase aus. So werden Kosten gesenkt.

Grundsatzentscheidungen müssen vor Baubeginn verbindlich getroffen sein

Wie wichtig es ist, genaue Vorstellungen von der Größe, vom Baukörper und vom Raumvolumen des eigenen Hauses zu entwickeln, zeigt folgende einfache Formel: Bauwerkskosten verhalten sich im Wesentlichen linear zum gebauten Gebäudevolumen. Wenn Sie also weniger bauen, kostet es auch weniger.

Gerade in der Planungsphase liegen deshalb enorme Einsparpotenziale. Sie haben hier die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Architekten Varianten zu entwickeln und verbindliche Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Lassen Sie sich daher für diese Arbeiten ausreichend Zeit. Vermeiden Sie jedoch zögerliches Verhalten und Meinungsänderungen, weil z. B. Umplanungen während des Baus die Kosten in der Regel erhöhen.

Je intensiver die Planungen im Vorfeld, desto besser und genauer kann Ihr Architekt die sogenannte Ausschreibung erledigen. Darin werden alle Elemente bzw. Gewerke Ihres Hauses mit Mengen-, Leistungs- und Qualitätsbeschreibungen erfasst. So haben Sie die Garantie, dass alle Handwerker ein vergleichbares Angebot abgeben. Welche Handwerker angefragt werden, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Architekten.

Wer letztlich beauftragt wird, liegt in Ihrer Hand. Nicht immer ist es sinnvoll, den Billigsten zu beauftragen, sondern den Günstigsten. Günstig heißt hier, dass Qualität und Preis stimmen. Der Architekt holt Erkundigungen über die Qualität und Zuverlässigkeit der Firmen ein, wenn sie nicht schon bekannt sind. Auch die Frage nach der Solvenz der Firma ist ein Entscheidungskriterium. Fragen Sie Ihren Architekten, welche Erfahrungen er mit den angefragten Handwerkern und Unternehmern gegebenenfalls bereits gemacht hat und vertrauen Sie seiner Fachkompetenz.

Mit Handwerkern und Unternehmen können Sie über Abschläge oder Skonti verhandeln. Aber auch, wenn im Angebot erkennbar ist, dass eine Firma eine bestimmte Position deutlich teurer angeboten hat als alle anderen Firmen, könnte dies ein Verhandlungsargument sein, das Ihr Architekt als Ihr Treuhänder für Sie vorbringt. Mit einer detaillierten und guten Ausschreibung lässt sich viel Geld sparen. Einem zügigen Baubeginn steht damit nichts mehr im Wege.

Nachhaltige und energieeffiziente Wohnqualität

Energieoptimiertes und umweltschonendes Bauen entlastet Ihren Geldbeutel, denn mit der Energieeinsparung geht eine Reduzierung der Betriebskosten einher. Nachhaltiges ökologisches Bauen bedeutet eben auch ökonomisches Bauen. Viele Bauherren haben den Wunsch, sich von den Preisen importierter fossiler Energieträger wie Erdöl und Gas unabhängig zu machen. Es geht außerdem um die dringend erforderliche Minimierung von Emissionen.

Wenn Sie sich näher mit Ihrer jetzigen Wohnsituation beschäftigen, werden Sie schnell merken, welche Bedeutung der energetische Zustand für Ihr „Wohngefühl“ und Ihr Wohlbefinden hat. Sie können Überlegungen anstellen, wie sich Ihr Haus oder Ihre Wohnung in Zukunft energiebewusst gestalten lässt, wo Handlungsbedarf besteht und wo Ihre persönlichen Wünsche und Präfe-renzen liegen. Beachten Sie, dass aus energetischer Sicht ein gewisses Optimum erreicht werden kann, dieses jedoch nicht alleiniges Kriterium sein sollte. Vielmehr gilt es, unter Einbeziehung Ihrer Wunschvorstellungen und Rahmenbedingungen, ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Der Entwurf und die energetische Planung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung greifen ineinander. Es ist sinnvoll, frühzeitig einen Architekten zu beauftragen und möglicherweise einen Fachplaner (für die Gebäudetechnik) hinzuzuziehen, der diese Themenschwerpunkte bearbeitet.

Viele Architekten haben in den letzten Jahren eine Weiterbildung zum Energieberater absolviert und können Ihnen – insbesondere bei der Sanierung sowie beim Umbau bereits bestehender Gebäude – helfen und Sie dahingehend beraten, welche Maßnahmen sich zur Energieeinsparung mit Blick auf ein vernünftiges Aufwand-Nutzen-Verhältnis anbieten. Sie erhalten über einen Architekten und Gebäudeenergieberater außerdem Nachweise für die Förderung durch Kreditanstalten, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie Hinweise auf potenzielle regionale Fördermöglichkeiten. Die Bayerische Architektenkammer führt unter www.byak.de ein Energieberaterverzeichnis, in dem alle Architekten gelistet werden, die über vertiefte Kenntnisse im energieoptimierten Bauen verfügen. Dieses Verzeichnis finden Sie ebenfalls über die bundesweite Expertensuche der Architekten- und Ingenieurkammern: www.energieeffizienz-planer.de.

Grundlagen

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich im Zusammenhang mit dem im Februar 2005 in Kraft getretenen Kyoto- Protokoll verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis 2050 um bis zu 80 % zu reduzieren. Seit dem Weltklimagipfel in Heiligendamm im Sommer 2007 und den daraufhin be- schlossenen 29 Punkten des „Meseberger Programms“ zum „Integrierten Energie- und Klimapaket der Bundesregierung“ ist das energieeffiziente Bauen und Moderni-sieren ein zentraler Bestandteil der deutschen Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) hatte der Gesetzgeber bereits im Jahr 2002 klare Grenzwerte für den Heizenergiebedarf festgelegt. Die EnEV wurde seitdem mehrfach überarbeitet.

Seit Oktober 2009 schreibt die EnEV für Neubauten und bestehende Gebäude im Fall einer umfassenden Modernisierung eine energieeffiziente Gebäudehülle und Anlagentechnik vor. Bei der Planung eines Neubaus oder eines größeren Anbaus werden die Energieeffizienz der Gebäudehülle und die Leistungsfähigkeit der Anlagentechnik in einer Gesamtbilanz dargestellt. Die Vorgaben der EU-Effizienzrichtlinie von Gebäuden lassen eine Weiterentwicklung der energetischen Anforderungen bis hin zum „Nahezu“-Nullenergie- oder Plusenergiehaus“ (d. h. diese Gebäude werden mehr Energie erzeugen, als sie selbst verbrauchen) für die Zukunft erwarten. Zudem nimmt der Staat seit Januar 2009 Bauherren von Neubauten auch bei der Wahl und Auslegung der Heizanlage in die Pflicht. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schreibt bei Neubauten einen anteiligen Einsatz von regenerativen Energiequellen zur Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung vor. Wer nicht auf Sonne, Biomasse, Biogas, Geothermie oder Kraft-Wärme-Kopplung setzen will, muss mit seinem Dämmstandard deutlich über den durch die ENEV 2009 geforderten Mindeststandards liegen.

Verschiedene Fördermöglichkeiten

Der Staat fordert in diesem Zusammenhang aber nicht nur, er fördert auch. Die Förderprogramme „Energie-effizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ sowie günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützen die Energieeinsparbemühungen von Bauherren. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt der Bund darüber hinaus weitere Mittel für Solarkollektoren, Biomasseanlagen und Wärmepumpen. Zudem fördert das BAFA bei Sanierungen Energieeinsparberatungen vor Ort, die ein qualifizierter Architekt für Sie durchführen kann.

Die Förderlandschaft kann regional sehr unterschiedlich sein, denn auch die 16 Bundesländer, die Landkreise, Kommunen und regionalen Energieversorgungsunternehmen bieten Fördermöglichkeiten zum energiesparen- den Bauen an. Bevor die Planung beginnt, sollten Sie sich deshalb unbedingt über die verschiedenen Fördermöglichkeiten informieren und einen Architekten und Energieberater einschalten, der die zum Gebäude passenden Förderprogramme herausfindet.

Informationen der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern zum Thema Zukunft Bauen Bayern: Gebäude und Energie erhalten Sie unter www.gebaeude-und-energie.bayern.de, unter anderem zu rechtlichen Grundlagen wie z. B. die EnEV, das EEG und Fördermöglichkeiten.

 

Informationen für Bauherren über Energie und Ökologie:
Die Bayerische Architektenkammer informiert unter www.byak.de unter anderem über beispielhafte Bauten in Bayern und Fördermöglichkeiten. Dort finden Sie auch das Energieberaterverzeichnis der Bayerischen Architektenkammer.

Förderung von erneuerbaren Energien, Vor-Ort- Beratung:
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) informiert unter www.bafa.de.

Bei der Entscheidung für eine Investition, sei es Neubau oder Gebäudebestand, darf nicht die Gesamtwirtschaftlichkeit aus den Augen verloren werden. Oftmals gilt der Blick nur den Kosten für die Errichtung, nicht aber denen für den Unterhalt und eine mögliche spätere Entsorgung der bei der Errichtung anfallenden Materialien. Die Amortisationsberechnung auf Basis von prognostizierten Energiekostensteigerungen kann helfen, um eine ganzheitliche Betrachtung der Maßnahme über den gesamten Lebenszyklus vorzunehmen.

Der Umwelt und der Gesundheit zuliebe

Viele Menschen wollen, dass sich ökologisches Denken auch im Bauen widerspiegelt und fragen nach einem gesunden und ökologisch unbedenklichen Wohnen. Um- weltschonendes Bauen fängt deshalb schon bei der Wahl des Grundstücks an. Nicht nur die bebaubare Fläche muss als kostbare Ressource verstanden werden, sondern auch der Bauplatz ist entscheidend für den Energieverbrauch eines Hauses, für Konstruktion, Baustoffe und Heizanlage.

Energieschonendes Bauen bedeutet, dass bereits bei der Herstellung und Verarbeitung der Baustoffe ein reduzierter Ressourcenverbrauch, niedriger Energieverbrauch, die Reinhaltung von Luft, Wasser und Boden sowie vor allem der Einsatz regenerativer Energien betrachtet werden.

Im Vordergrund jeder Planung müssen die Gesundheit des Menschen und die Ökologie stehen. Mit baubiologisch unbedenklichen Materialien und effizienten Heizsystemen wird eine gesunde Wohnatmosphäre geschaffen, die in Verbindung mit einem ökologischen Gesamtkonzept aus Nutzung der Sonnenenergie, optimierter Wärmedämmung und Wärmespeicherung zur Schonung der Umwelt beiträgt. Ressourcenschutz, die Vermeidung von Abfall und Sondermüll stehen ebenso im Zentrum wie die Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Materialien und die Berücksichtigung von regionalen Energie- und Stoffströmen. Während der Errichtung des Baus und des Betriebs eines Gebäudes sollten insbesondere klimaschädliche CO2-Emissionen minimiert werden. Aber selbstverständlich geht es auch um die Vermeidung von Schadstoffen wie Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxiden (NOX), die für den „sauren Regen“ verantwortlich sind.

Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV setzt nicht nur Ziele der deutschen Umweltpolitik um, sondern auch die der Europäischen Union. Sie schreibt für Neubauten und bei umfangreichen Modernisierungen bzw. Sanierungen von bestehenden Gebäuden bestimmte energetische Standards vor, die eingehalten werden müssen. Die Anforderung bezieht sich auf das Gesamtgebäude und dessen Kompaktheit nach der Maxime: Wer wenig Oberfläche bei gleichem Volumen hat, darf auch etwas schlanker dämmen. Eine nur mittelmäßige Dämmqualität kann in bestimmten Grenzen z. B. durch erstklassige Heizanlagenqualität oder den Einsatz von Solarenergie oder Biomasse wettgemacht werden. Bei Bauantragstellung muss entsprechend der EnEV zugleich ein Nachweis über die Einhaltung der gesetzlich geforderten Werte erfolgen.

Und die Standards werden weiterhin verschärft. Die EnEV 2009 stellt gegenüber der EnEV 2007 bereits wesentlich höhere energetische Anforderungen für Neubau und Bestand und enthält bereits Nachrüstungsverpflichtungen für bestehende Gebäude. Die EnEV 2009 ist trotzdem nur ein Durchgangsziel. Das „Meseberger Programm“ und die EU-Effizienzrichtlinie für Gebäude sehen vor, dass spätestens 2020 14 % der Wärme in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen muss und Neubauten ab 2019 „Nahezu“-Nullenergiehäuser sein sollen. Es ist in den kommenden Jahren also damit zu rechnen, dass die Anforderungen weiter angehoben werden.

Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie haben den Informationsflyer „Energieausweis für den Gebäudebestand“ (mit Illustrationen zu den Ausweisen) herausgegeben. Sie können den Flyer unter ####LINK PRÜFEN! www.stmwivt.bayern.de/fileadmin/Web-Dateien/Dokumente/energie-und-rohstoffe/Energieausweis_fuer_den_Gebaeudebestand.pdf#### oder per Mail bei der Bayerischen Architektenkammer unter info@byak.de kostenfrei beziehen.

Gebäude-Energieausweise

Der bedarfsorientierte Energieausweis, der auf Basis von Bedarfsberechnungen erstellt wird, gibt Auskunft über die Qualität der Bauteile und der technischen Anla- gen, jedoch nicht zum tatsächlich vorliegenden Energie-verbrauch. Der verbrauchsorientierte Energieausweis, der auf Basis der gemessenen, tatsächlichen Energie-verbrauchsdaten aus den letzten drei aufeinander folgen- den Heizperioden erstellt wird, trifft dagegen keine zuverlässigen Aussagen zum energetischen Zustand der Immobilie, sondern gibt Auskunft über das Heizverhalten der Bewohner. Bewohnen ein berufstätiger Single und eine vierköpfige Familie ein identisches Haus, wird der Heizbedarf pro Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Der Singlehaushalt wird weniger heizen und dem Haus würde hier ein „besserer“ Verbrauchsausweis ausgestellt. Seit Juli 2008 müssen Verkäufer bestehender Gebäude den Interessenten den Energieausweis der Immobilie vorzeigen. Bei Neubauten wird in der Regel im Rahmen eines Bauantragsverfahrens ein Energieausweis erstellt. Energieausweise haben eine Gültigkeit für zehn Jahre ab Erstellungsdatum.

Die EnEV stellt einheitliche Musterformulare zur Verfügung, um eine Vergleichbarkeit der jeweiligen Energieausweise und Verbrauchsdaten sicherzustellen.

Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG)

 Das EEWärmeG ist am 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Die Vorschriften ergänzen die Regelungen der EnEV und betreffen Sie als Bauherrn, wenn Sie neu bauen wollen. Das Gesetz greift für alle neuen Gebäude ab 50 m² Nutzfläche und schreibt den Einsatz von erneuerbaren Energien wie Erdwärme oder Solaranlagen vor. Wenn Sie das nicht möchten, müssen Sie „umweltentlastende Ersatzmaßnahmen“, wie zum Beispiel eine Fernwärmenutzung, den Einsatz eines Blockheizkraftwerks oder aber eine um 15 % bessere Dämmung als nach EnEV, nachweisen. Der Anteil der erneuerbaren Energien zur Bereitstellung von Wärme ist festgelegt. Für die Nutzung solarer Strahlungsenergie, also durch Solarkollektoren, ist beispielsweise ein Mindestanteil von 15 % vorgesehen. Zudem eröffnet der Bund den Ländern mit diesem Gesetz die Gelegenheit, die Nutzungspflicht für erneuerbare Energien auch auf den Bereich der bestehenden Gebäude auszuweiten. In einigen Bundesländern ist dies bereits heute der Fall.

Zur energetischen Gesamtplanung

Dem Schlagwort „Energieeinsparung beim Bauen“ haftet der Ruf von Verzicht und Einschränkungen an. Und auch die vielen neuen Richtlinien und Gesetze scheinen den Bauherrn zunächst nur zu behindern. Völlig zu Unrecht!

Energieeinsparung oder besser gesagt Energieeffizienz, ist in erster Linie ein Beitrag zur Erhöhung des Wohnkomforts, zur Steigerung der Wohnbehaglichkeit sowie der Werterhaltung. So können Maßnahmen zur Optimierung der Gebäudehülle dazu beitragen, dass Sie beispielsweise keine Zugerscheinungen mehr verspüren, keine „kalten Füße“ mehr bekommen, dafür aber wärmere Wand- und Fensteroberflächen. Bei guten Dämmwerten der Gebäudehülle steigen die Oberflächentemperaturen, die der Mensch als angenehm empfindet. Zudem wird die Bausubstanz besser geschützt und erhalten.

Bei der Planung eines Neubaus ebenso wie bei dem Um- bau oder der Sanierung eines bestehenden Gebäudes sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Neben Fragen der Gestaltung, der Machbarkeit (Bauvorschriften und vorhandenes Budget) und Ihren Vorstellungen zu Nutzung und Raumbedarf ist der Energiebedarf ein wichtiger Faktor für die Planung eines Gebäudes. Es lohnt sich, hier anzusetzen!

Der Gesamtenergiebedarf deutscher Haushalte teilt sich wie folgt auf [Quelle: www.bdew.de, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft 2010]:

  • Heizenergie ca. 73 %
  • Warmwasser ca.12 %

Was beinhaltet eigentlich eine energetische Gesamtplanung? Die Gesamtplanung des Gebäudes in energetischer Hinsicht umfasst: die äußere Form und Gestalt des Gebäudes (Kubatur), die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen und die Zonierung der Grundrisse, den Dämmstandard der Außenbauteile, die Heizungsanlage, die Warmwasserversorgung und die Wahl des Energieträgers, insbesondere den Einsatz regenerativer Energien.

Strom ca. 15 %  Insbesondere der hohe Heizenergiebedarf verdeutlicht, dass an dieser Stelle Einsparpotenziale gefunden werden müssen. Werden energieeffiziente Maßnahmen wie beispielsweise guter Wärmeschutz, kompakte Bauweise und Ausnutzung solarer Gewinne bei der Planung von Anfang an berücksichtigt, sind dafür kaum oder sogar keine Mehrkosten zu erwarten. Umso höher aber sind die daraus resultierenden Einsparungen bei den Betriebs- kosten für Wärme, Warmwasser und Strom – und das für Jahrzehnte. Wer heute noch konventionell, das heißt nicht energieeffizient und damit an der Gesetzeskante entlang plant und baut, merkt mit Sicherheit schon nach wenigen Jahren, dass er „auf das falsche Pferd gesetzt“ hat. Nutzen Sie deshalb die Chance und kümmern Sie sich jetzt bereits um Energieeffizienz!

 

 

 

Was beinhaltet eigentlich eine energetische Gesamtplanung?
Die Gesamtplanung des Gebäudes in energetischer Hinsicht umfasst:

  • die äußere Form und Gestalt des Gebäudes (Kubatur),
  • die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen und die Zonierung der Grundrisse,
  • den Dämmstandard der Außenbauteile,
  • die Heizungsanlage,
  • die Warmwasserversorgung und
  • die Wahl des Energieträgers, insbesondere den Einsatz regenerativer Energien.

Durch die Bauform Wärmeverluste minimieren

Eine energetische Gesamtplanung sollte früh in den Planungsprozess eines Hauses mit einbezogen werden. Bereits die äußere Form eines Gebäudes, das Gebäudevolumen und die Gebäudehülle haben großen Einfluss auf den Wärmeenergiebedarf eines Hauses. Über Außenflächen – Wände, Dach und erdberührender Fußboden – geht Wärme verloren. Das heißt in der Fachsprache „Transmissionswärmeverlust“.

Je kleiner die Außenfläche eines Hauses im Verhältnis zum beheizten Volumen ist, desto geringer sind die rela- tiven Wärmeverluste. Die Idealform für ein Haus wäre demnach eine Kugel, denn bei dieser Form wäre der Wärmeverlust bekanntlich am geringsten. Doch wie mag es sich in einer Kugel leben? Vielleicht wäre es sogar sehr angenehm, in gewölbten und abgerundeten Räumen zu wohnen, doch die meisten Bauherren haben eher andere Vorstellungen von ihrem Traumhaus.

Offensichtlich ist, dass sich eine verwinkelte Gebäudeform, also ein Haus mit vielen Dachgauben, Erkerbauten, Ecken und Schrägen, auf den Energieverbrauch ungünstig auswirkt, da dies mehr Hüllfläche im Verhältnis zum Rauminhalt bedeutet. Dagegen können Sie mit einem kompakten Baukörper ohne „Schnickschnack“ mehr Energie einsparen.

Mit anderen Worten: Eine kompakte Form mit möglichst kleiner Außenfläche im Verhältnis zum Innenraumvolumen ist anzustreben. Und alles sollte möglichst rundum gut und lückenlos gedämmt sein.

Die optimale Gebäudehülle

Wer energieeffizient neu bauen oder modernisieren möchte, sollte sich darum kümmern, seinen Energiebedarf weitestgehend zu reduzieren, denn Wärme, die gar nicht erst erzeugt werden muss, ist immer noch die kostengünstigste Alternative.

Sie können dies durch energiesparende Technik und Leuchten im Haushalt unterstützen, vor allem aber sollte Ihr Haus so ausgestattet sein, dass es im Winter die Wärme hält, ohne im Sommer zu warm zu werden. Und das erreichen Sie mit einer guten Wärmedämmung. Dämmstoffe kommen ohne elektronische Regelung, Pumpen, Ventile, Leitungen, Brenner-, Kessel-, Abgas- und Speicheranlagen aus. Sie müssen weder gewartet noch betrieben werden. Gut gedämmte Häuser verbrau-chen so wenig Heizenergie, dass die ökologische Wirkung z. B. einer solarthermischen Warmwassererzeugung optimal zur Geltung kommen kann.

Auch bei einer für den Energieverbrauch günstigen Gebäudeform gehen noch immer 50 bis 70 % der Wärme über die Außenhülle verloren. Es ist also enorm wichtig, sich mit der Dämmung und Konstruktion der Außenhülle intensiv auseinanderzusetzen. Entsprechend der Bauweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Außenbauteile (Wände, Dach und erdberührter Fußboden) zu dämmen. Bei einer massiven Wand kann eine Dämmung gut außen angebracht werden. Bei einer Holzkonstruktion ist auch zwischen den Holzstützen Platz für die Dämmung. So kann bei einem Holzbau mit gleicher Dämmwirkung die Wand in der Regel dünner sein. Mittlerweile gibt es massives Material – beispielsweise Leichtbausteine –, das durch seine Herstellungsweise bereits eine gute Dämmwirkung aufweist. Es sind unterschiedlichste Bau- konstruktionen möglich, die in einem bestimmten Schicht- aufbau letztlich zu hervorragenden Dämmeigenschaften führen. Die Auswahl ist in Abwägung von Kosten, Verfügbarkeit lokaler oder regionaler Ressourcen, Anforderungen wie Brandschutz, Schallschutz, Gestaltung etc. zu treffen.

Je nach Standard, der erreicht werden soll, ist die Stärke des Materials entsprechend seiner Dämmfähigkeit zu bestimmen, denn jeder Baustoff hat eine andere Wärme- leitfähigkeit. Je schlechter die Wärmeleitfähigkeit eines Stoffs ist, desto besser seine Wärmedämmwirkung. Um einen identischen Wärmeschutz einer 2,5 cm dicken Polystyrol-Hartschaum(Styropor)-Dämmung herzustellen, müsste man beispielsweise eine 158 cm (!) starke Betonwand bauen, da Beton Wärme gut leitet. Im Bauwesen gibt es sogenannte Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG), in die insbesondere Dämmstoffe eingeteilt werden. Je kleiner die Zahl der Wärmeleitfähigkeitsgruppe, umso besser die Dämmwirkung. So verfügen Holzfaserplatten der WLG 035 über eine höhere Dämmwirkung als die der WLG 040.

Ein weiterer wichtiger Wert im Zusammenhang mit dem Wärmeschutz ist der sogenannte U-Wert. Er bezeichnet die Wärmemenge in Watt, die pro Zeiteinheit durch 1 m2 eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von 1 K (Kelvin) strömt. Daraus ergibt sich auch die Maßeinheit von W/m2K (= Watt pro Quadratmeter und Kelvin). Auch hier gilt, dass kleinere U-Werte einen besseren Dämmwert bedeuten. Der U-Wert bei Fenstern wird in der Regel von den Herstellern angegeben; wichtig ist, darauf zu achten, dass der U-Wert des gesamten Fensters, also für Glas und Rahmen, ausgewiesen wird. Bei den für Neu- oder Altbauten entwickelten Bauteilen wie der Wand kann der U-Wert rechnerisch ermittelt werden.

Diese Werte gehen dann in die Gesamtberechnung ge- mäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein. Die Wärmedämmung hat maßgeblichen Einfluss auf den U-Wert eines Gebäudeteils. Allerdings verhält sich die Dämmwirkung nicht linear zur Stärke des Materials. Das heißt, dass 8 cm Dämmung auf einem nicht gedämmten Bauteil vergleichsweise sehr viel mehr bringen als die Steigerung von 8 cm auf z. B. 18 cm Wärmedämmstärke.

Dämmmaterialien

Neben den konventionellen Dämmmaterialien aus Polys- tyrol, Mineralwolle oder Schaumglas haben sich in den letzten zehn Jahren auch nachwachsende und ökologische Produkte am Markt etabliert. Eine Dämmung aus Wolle, Stroh, Holz-, Flachs- oder Hanffasern besitzt nicht nur eine vergleichbare Wärmeschutzwirkung, sondern hat außerdem ökologische Vorteile. Die Herstellung eines Kubikmeters Dämmstoff aus Mineralwolle verbraucht zehn Mal mehr Energie als z. B. die aus Holz. Nachwachsende Dämmstoffe auf Pflanzenbasis sind als CO2-neutral zu werten, weil bei ihrer Entsorgung nicht mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, als sie der Atmosphäre vorher entzogen haben. Zudem schonen Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen die sich verknappenden wertvollen fossilen Ressourcen unserer Erde. Aufgrund des höheren Flächengewichts bieten pflanzliche Naturfaserdämmstoffe aus Holz oder Zellulose einen besseren Überhitzungsschutz im Sommer als synthetische „konventionelle“ Produkte wie Mineralwolle oder Polystyrol. Besonders bei der Dachdämmung sollte man diesen Aspekt nicht vernachlässigen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass viele ökologische Baustoffe besser Feuchtigkeit aufneh-men und abgeben können als synthetische. Diese emissionsarme, „natürliche“ Feuchteregulierung kann entscheidend zu einem behaglichen Wohnklima beitragen. Schließlich ist nicht nur der Energieverbrauch im Betrieb, sondern auch die Gesamtenergiebilanz von Gebäuden von ihrer Herstellung bis zum Recycling der Bausubstanz von Bedeutung.

Weitere Informationen zu ökologischen Baustoffen und Bauweisen erhalten Sie unter www.natur-baustoffe.info und www.wecobis.de.

Das ökologische Baustoffinformationssystem WECOBIS – ein Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der Bayerischen Architektenkammer (ByAK) – stellt hersteller- neutrale Informationen zu Bauproduktgruppen und Grundstoffen zentral aufbereitet und kostenlos zur Verfügung.

WECOBIS wird regelmäßig im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert.

Informieren und überlegen lohnt sich
Das Thema Dämmung beschäftigt alle Bauherren. Viele von ihnen meinen – insbesondere bei Sanierungen – das Problem des Heizenergiebedarfs mit schnellen Eingriffen selbst oder mithilfe eines Handwerkers bewerkstelligen zu können. Dieses Denken hat sich allerdings schon häufig als Trugschluss erwiesen, denn eine „Ruckzuckdämmaktion“ kann langfristige Schäden an einem Haus verursachen. Es hilft nämlich nicht, nur punktuell eine Dämmung an der Fassade Ihres Hauses anzubringen.

Voraussetzung für den Erfolg jeder Dämmung ist eine Gesamtbetrachtung des Hauses: Wie sieht die Konstruktion des Gebäudes aus? Welche Materialien sind beim Bau verwendet worden? Welche Gestalt besitzt das Haus? Welche bau- und nachbarrechtlichen Belange sind zu beachten? Erst mit Kenntnis aller Details lassen sich effiziente Überlegungen anstellen.

Bei einer Dämmung sollten Sie vor allem nicht das „Gesicht“ Ihres Hauses außer Acht lassen. Mitunter erkennen Sie nach einer unsachgemäßen, außen angebrachten Dämmmaßnahme Ihr Haus gar nicht wieder, weil sich die Dachüberstände verkürzt und die Fenster sich in tiefe, schmale Öffnungen verwandelt haben. Das muss nicht sein. Eine fachgemäße Planung berücksichtigt alle Komponenten und stimmt Kosten, Nutzen und Gestaltung aufeinander ab.

Wärmebrücken lassen Energie verpuffen

Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Gebäudehülle, z. B. in Raumecken, an Balkonen und in Rollladenkästen. Der Wärmeverlust fällt hier deutlich höher aus als im umliegenden Bauteil. Je besser die Wärmedämmung der Bauteile wie Außenwand, Fenster, Dach oder Boden ist, desto sorgfältiger sind Wärmebrücken zu beachten. Deshalb sollten schon beim Neubau in der Planungsphase Wärmebrücken am Gebäude vermieden und beim Altbau deren Wirkung durch konstruktive Maßnahmen verhindert werden.

Am Beispiel einer durchgehenden Balkon-Betonplatte wird das Prinzip einer Wärmebrücke besonders gut deutlich. Früher wurde diese so konstruiert, dass die Geschossdecke ohne Unterbrechung durch die Wand von innen nach außen in den Balkonbereich führte. Inzwischen weiß man, dass dadurch der außen liegende Teil der Balkonplatte wie eine Kühlrippe für das Innere wirkt. Etwa die fünffache Wärmemenge geht, im Vergleich zu einem getrennten Bauteil, über dieses kleine Bauelement verloren. Heutzutage gibt es für die Befestigung von Balkonen diverse Systeme, bei denen der Wärmestrom unterbrochen wird. Bei einer nachträglichen Fassadendämmung kann eine Maßnahme darin bestehen, außen liegende Balkonplatten ebenfalls mit einer Dämmung zu versehen.

Wärmebrücken können neben erhöhten Wärmeverlusten aber auch zu Bauschäden führen, beispielsweise durch die Verbreitung von Schimmelpilzen. Solche durch Feuchtigkeit entstandene Schäden (Feuchteschäden) treten in der Regel dort auf, wo durch schlechte Wärmedämmung niedrige Oberflächentemperaturen im Innenraum bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit herrschen, also häufig in Bad oder Küche. Mithilfe einer Wärmebildkamera (Thermografieaufnahmen) können Wärmebrücken an bestehenden Gebäuden sichtbar gemacht werden. Auch bei Neubauten ist es sinnvoll, mithilfe dieser Technik noch in der Bauphase zu überprüfen, ob und wo das Haus Wärmebrücken aufweist, sodass diese direkt und ohne große Umstände behoben werden können.

Gegen Wind abdichten

Für die optimale Energieeinsparung spielen auch die Einbauqualität der einzelnen Teile und die luftdichte Ausbildung der Bauteilübergänge eine Rolle. Dort, wo Ritzen und Fugen vorkommen, hilft die beste Wärmedämmung nichts. Bei fehlender Abdichtung entweicht warme Luft durch die Öffnungen. Um Wärmeverluste über diesen Weg zu vermeiden, ist besonders auf die Wind- bzw. Luftdichtheit der Gebäudehülle zu achten. Kritisch wird es an den Stellen, wo warme und feuchte Luft von innen durch Leckagen der Hülle in die Konstruktion eindringt. Im ungünstigsten Fall kann sich Feuchtigkeit ansammeln und zu Schimmel, Schwächung der Dämmwirkung oder gar Schädigung der tragenden Konstruktion (z. B. Holzbalken) führen.

Wie kann die Luft- und Winddichtheit geprüft werden?

Die „Löcher“ in der luftdichten Ebene sind in der Regel nicht besonders groß und mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar. Mithilfe eines sogenannten Blower-Door- Tests (Differenzdruck-Messverfahren) und eines Vernebe- lungstests können eventuelle Schwachstellen aufgespürt werden. Diese Tests sollten unbedingt bereits während der Bauphase durchgeführt werden, um undichte Stellen vor der Endverkleidung nachbessern zu können.

Richtig Lüften – gewusst wie

Wichtig für die Energieeinsparung ist es auch, Lüftungswärmeverluste zu vermindern. Sicherlich gibt es die alte Faustregel, die besagt, dass durch eine Stoßlüftung, das heißt durch eine regelmäßige Öffnung der Fenster im Rhythmus von ein bis zwei Stunden, der notwendige Luftwechsel vollzogen wird, ohne dass dabei die Wände auskühlen. Aber Hand aufs Herz: Sind Sie in der Lage, dies durchzuführen? Sofern Sie keine mechanische Lüftungsanlage einbauen, sollten Sie in der Heizperiode jedoch unbedingt auf eine Dauer-Spaltlüftung verzichten und gegebenenfalls morgens und abends 10 bis 15 Minu- ten stoßlüften. Als Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine „Komfortlüftunganlage“ kann je nach Größen- ordnung Ihrer Sanierungsmaßnahme ein Lüftungskonzept nach der DIN 1946 Teil 6 dienen. Dieses ist für neu zu errichtende oder zu modernisierende Gebäude mit lüftungstechnisch relevanten Änderungen erforderlich. Werden bei einem Mehrfamilienhaus oder einem Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. bei einem Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachflächen abgedichtet, muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Fragen Sie auch hierzu Ihren Architekten oder Fachplaner.

 

Monate
notwendige Lüftungsdauer bei ganz geöffnetem Fenster
Dezember, Januar, Februar

4 bis 6 Minuten

 

März, November8 bis 10 Minuten
April, Oktober12 bis 15 Minuten
Mai, September16 bis 20 Minuten
Juni, Juli, August25 bis 30 Minuten

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

 

Die richtige Heizungsanlage für Ihr Haus

Ihr Architekt beachtet bei der Planung, welche Art und welche Größenordnung der Heizungsanlage am besten zu Ihrem Haus passt. Gibt es beispielsweise eine ganze Wohnanlage, nachbarschaftliche Bauten, ein Quartier, das man für die Energieplanung zusammenfassen kann? Hier könnte ein Blockheizkraftwerk sinnvoll sein, von dem Sie gemeinsam mit Ihren Nachbarn profitieren. Bei einem hochgedämmten Haus, das für eine angenehme Wärme kaum Heizenergie benötigt, lässt sich der Wunsch nach Gemütlichkeit mit einem großen Kachelofen nicht gut kombinieren, denn die abgegebene Wärme würde das Haus überhitzen. Eine Alternative wäre hier ein kleiner Kaminofen, der gerade in Übergangszeiten sehr hilfreich sein kann. In einem alten Fachwerkhaus, wo Dämmstandard und Winddichte lediglich in einem gewissen Maße nachträglich (Innendämmung) erreicht werden können, ist ein Kachelofen mit seiner Wärmestrahlung hingegen durchaus passend. Diese Aspekte müssen bei einer Planung berücksichtigt und abgewogen werden.

Die Prüfung der Energieträger

Bei der Planung der Heizungsanlage ist zu klären, welcher Energieträger überhaupt möglich ist. Der Entwurf Ihres Hauses steht in direktem Zusammenhang mit der gewählten Energieversorgung. Gibt es beispielsweise Anschlussmöglichkeiten an ein Fernwärmenetz, ist ein Gasanschluss ortsnah gegeben oder sind regenerative Energien nutzbar (Grundwasser, Holz, Biomasse etc.)?

Voraussetzung für eine effiziente Heizungsanlage ist z. B. auch, ob es überhaupt einen entsprechenden Raum für den gewählten Energieträger gibt. Eine Pelletheizung beispielsweise erfordert für die Lagerung des Brennmaterials (Pellets = zylinderförmige Presslinge, die aus Holzabfällen hergestellt werden) einen Platz mit bestimmten Randbedingungen (u. a. Feuchtschutz, Brandschutz) am besten in der Nähe der Heizungsanlage.

Ein Schwerpunkt sollte in jedem Fall auf dem Einsatz regenerativer Energien liegen, die anteilig nach dem EEWärmeG seit Januar 2009 nachgewiesen werden müssen. Nur so kann die Zukunftsfähigkeit der Energieversorgung des Gebäudes gewährleistet werden.

Sonne sorgt für warmes Wasser

Die Warmwasserversorgung kann zentral oder dezentral erfolgen. Eine zentrale Versorgung ist i.d.R. mit der Heizungsanlage kombiniert. Dezentrale Warmwasserversorgungen können durch einen Durchlauferhitzer oder Kleinspeicher erfolgen, die elektrisch oder mit Gas betrieben werden. Für die Warmwassererzeugung elektrische Energie zu verwenden, ist üblicherweise weder energetisch noch kostenmäßig vertretbar. Hier sollten höchstens Leistungsspitzen abgedeckt werden, soweit die Grunderwärmung z. B. über regenerative Energieträger erfolgt. Denn elektrische Energie ist sehr hochwertig und teuer. Es gibt andere Energieträger, die für die Wärmeerzeugung besser geeignet sind. Eine gute Möglichkeit, insbesondere bei solide gedämmten Neubauten besteht darin, Warmwasser über eine Solar-anlage zu erzeugen. So lassen sich mit einer durchschnittlichen Anlagengröße etwa 60 % des warmen Trinkwasserjahresbedarfs decken. Die für die Errichtung einer Kollektoranlage erforderlichen Bedingungen müssen vor der Planung geklärt werden, beispielsweise die Frage der zur Verfügung stehenden Aufstellflächen (Dachfläche, Dachneigung, Verschattung etc.).

Wann ist eine Solaranlage sinnvoll?

Eine Solaranlage ist eine gute Möglichkeit zur Energie- und Emissionseinsparung. Ob sich eine Solaranlage finanziell lohnt, hängt allerdings von verschiedenen Bedingungen ab, z. B. von den Wärmeerträgen durch einen günstigen Aufstellort und der Größenordnung, eventuell von Fördergeldern sowie von der voraussichtlichen Energiepreissteigerung. Bei älteren Bauten ist als erste Einsparungsmaßnahme meistens die Verbesserung der Wärmedämmung sinnvoller. Über eine Außenwanddämmung beispielsweise lässt sich eine im Verhältnis preisgünstigere und größere Effizienz erreichen. Sie können die Sonnenenergie jedoch auch optimal nutzen, indem Sie Ihr Haus mit großen Fensterflächen nach Süden hin ausrichten und entsprechende Speichermassen, d. h. massive Bauteile oder innovative Materialien in Boden und Wänden vorsehen, die Sonnenenergie in Form von Wärme aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben können.

Welcher Haustyp passt zu mir?

Insbesondere bei der Nutzung energieschonender Bauweisen und umweltschonender Baustoffe geht es um mehr als den Einsatz neuer Haustechnik. Ökologisches Denken beim Bauen und Wohnen verändert Ihr gesamtes Wohnverhalten.

Das Passivhaus

Der Begriff „Passivhaus“ bezieht sich darauf, dass in der Regel keine konventionelle Heizanlage erforderlich ist und das Prinzip der passiven Sonnenenergienutzung angewendet wird. Der Heizwärmebedarf (15 kWh/m2a) ist durch einen sehr hohen Dämmstandard der Außenbauteile und hochwertige Fenster sowie eine ausgeprägte Luftdichtheit relativ niedrig. Durchschnittlich 17 l Heizöl verbraucht ein Gebäude in Deutschland pro Quadratmeter für die Beheizung im Jahr. In einem Passivhaus sinkt der Verbrauch auf 2 l und weniger. Erreicht wird dies durch eine leistungsfähige und lückenlose Wärmedämmung, Komfortlüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung und dreifach verglaste Fenster. Zum Konzept des Passivhauses gehört immer auch eine Lüftungsanlage. Der Vorteil besteht darin, dass die in der Raumluft enthaltene Wärme – im Gegensatz zur Lüftung über Fenster – zurückgewonnen werden kann. Die „neue“ Frischluft von außen wird in den kühlen Jahreszeiten mit der Wärme der „alten“ Luft über Wärmetauscher vorgewärmt. Nur an besonders kalten Tagen muss zugeheizt werden. In den übrigen Räumen wird frische (eventuell vorgewärmte) Luft meist über Auslässe in der Wand zugeführt. Passivhaus bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine thermische Solaranlage auf dem Dach installiert sein muss. Aufgrund des relativ geringen Heizwärmebedarfs entfällt der Hauptanteil des Energiebedarfs auf die Wassererwärmung.

Das Plusenergiehaus

Plusenergiehäuser erzeugen mehr Energie, als sie benötigen. Ein hochgedämmtes Passivhaus mit einer großflächigen Solaranlage wäre ein Beispiel dafür. Das Haus wird zum „dezentralen Kraftwerk“. Mit der überschüssi-gen Energie, die nicht für den Betrieb des Gebäudes genutzt wird, kann beispielsweise ein Elektroauto oder E-Bike regelmäßig aufgeladen werden. Bleibt weitere Energie übrig, kann diese, solange keine wirtschaftlichen Speichermöglichkeiten zur Verfügung stehen, in das Stromnetz eingespeist und vergütet werden.

Kleines ABC des Energiesparenden Bauens

Es kursieren viele Begriffe in der Presse und in Publikationen zum Thema Energiesparendes Bauen. Vier Begriffe sind für das grundsätzliche Verständnis von besonderer Bedeutung:

  1. Jahresprimärenergiebedarf, z. B. auf dem Energieausweis angegeben als QP mit der Einheit kWh/a
  2. Jahresendenergiebedarf, angegeben in QE
  3. Jahresheizwärmebedarf, angegeben in QH
  4. Transmissionswärmeverluste, angegeben in H’t

Diese vier Begriffe werden Ihnen bei Ihren Überlegungen immer wieder begegnen und stehen auch im Gebäudeenergieausweis.

Der Jahresprimärenergiebedarf QP stellt dar, wie viel Energie ein Haus rechnerisch von der Energiegewinnung bis zur Wärmeerzeugung pro Jahr benötigt.

Der Jahresendenergiebedarf QE benennt die jährlich zu beschaffende Energiemenge. Mit anderen Worten: Er liefert eine vergleichende Größenordnung für die Energie- menge, die z. B. in Form von Heizöl, Gas oder Pellets gekauft werden muss.

Der Jahresheizwärmebedarf QH ist eine Teilmenge des Endenergiebedarfs. Er beschreibt die errechnete Energiemenge, die einem Gebäude innerhalb der Heizperiode zuzuführen ist, um die übliche Innentemperatur aufrechtzuerhalten.

Bilanziert werden auf der Verlustseite die Transmissionswärmeverluste durch geschlossene Bauteile sowie die Lüftungswärmeverluste auf der Gewinnseite, etwa über Südfenster sowie interne Wärmegewinne, z. B. die Wärmeabgabe von Bewohnern und technischen Geräten. Salopp formuliert könnte man sagen, dass der Heiz- wärmebedarf darstellt, wie gut das beheizte Gebäude „Wärme verliert“. Die drei Energiearten QP, QE und QH werden in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) oder flächenbezogen in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) gemessen und gerechnet.

Und dann gibt es noch den H’t -Wert. Er beschreibt die Transmissionswärmeverluste über die Hüllfläche, also Dach, Fassade und Bodenplatte. Seine Einheit wird in W/m²K angegeben. So viel zum technischen Hinter-grund – aber wozu das alles?

In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Fachbegriffe zu energetischen Standards entwickelt. Diese Standards sind meist durch Grenzwerte charakterisiert, die sich auf den Primärenergiebedarf QP und den H’t-Wert beziehen.

Mittlerweile gibt es bereits einige Energieplushäuser und auch zahlreiche gestalterisch gelungene Häuser mit niedrigem Energieverbrauch – allerdings ebenso viele „Schein-Niedrigenergiehäuser“, wobei der Begriff Niedrigenergiehaus Interpretationsspielräume zulässt. Viele werden als solche verkauft, ohne es zu sein. Sie sollten sich unbedingt von einem unabhängigen Fachmann, also einem Architekten oder Energieberater, Rat holen, wenn Sie in ein zukunftsfähiges Haus investieren wollen.

Es gibt bestimmte Konstruktionsmerkmale für Energiesparhäuser, die Berücksichtigung finden sollten:

  • ein sehr guter Wärmeschutz,
  • eine sehr gute, moderne Heizungstechnik,
  • eine sorgfältige Ausführung im Detail (Stichwort Wärmebrücken),
  • eine kompakte Bauweise,
  • eine gute Luftdichtigkeit mit Nachweis (Blower-Door-Test),
  • ggfs. eine kontrollierte Lüftung,
  • eine Ausnutzung von passiven solaren Gewinnen und
  • der Einsatz regenerativer Energien.

Das energieoptimierte Haus erfordert keine spezielle Architektur und lässt sich prinzipiell aus jedem Gebäudeentwurf heraus entwickeln, da die Anforderungen meist konstruktiver Art sind. Soweit Förderungen durch die KfW eingeplant werden, müssen die Mindestanforderungen der jeweiligen Programme hinsichtlich der Gebäudehülle und des Primärenergiebedarfs erfüllt und von einem Sachverständigen, z. B. Ihrem Architekten bescheinigt sein. Hier gelten zur Beantragung zinsgüns-tiger Kredite etwas höhere Anforderungen an den Energieverbrauch pro Quadratmeter und Jahr im Vergleich zu den gesetzlich geforderten energetischen Mindeststandards nach der EnEV.

Wohnwert im Alltag: mehr Komfort und weniger Barrieren

Bei nachlassender Beweglichkeit im Alter wird das Leben in den eigenen vier Wänden nicht selten beschwerlich. Beispielsweise können vorhandene Bäder nur eingeschränkt nutzbar werden, weil sie zu wenig Bewegungsfläche bieten. Treppen können eines Tages zum Hindernis werden.

Oft sind es aber auch nur Kleinigkeiten, die den Wohnwert für die Bewohner aus allen Generationen mindern. So können die täglichen Einkäufe oder das Kind an der Hand in einem zu schmalen Hausflur den täglichen Ablauf unnötig belasten. Barrierefrei zu planen und zu bauen heißt, Häuser und Wohnungen so zu gestalten, dass sie in allen Lebenslagen und bis ins hohe Alter gut nutzbar bleiben.

Die Anforderungen für den Neubau von barrierefreien Wohnungen sind seit Ende 2011 in der DIN 18040 – Teil 2 neu geregelt. Diese definieren Bewegungsflächen und Ausführungsmerkmale. Bei einer optimalen Grundriss-gestaltung müssen der Wohnflächenbedarf und so die Kosten nicht unbedingt steigen. Vielmehr erhöht sich der Wohnkomfort.

Für den Mehrfamilienhausbau schreibt die Bayerische Bauordnung vor, dass ein bestimmter Anteil der Wohnungen barrierefrei sein muss.

Als Bauherr haben Sie die Möglichkeit, sich bei der Beratungsstelle Barrierefreies Bauen der Bayerischen Architektenkammer kostenfrei beraten zu lassen. Informationen zu den Beratungsterminen, die regelmäßig bayernweit angeboten werden, erhalten Sie hier. Oder Sie fordern den Flyer mit den Jahresterminen und Orten bei der Geschäftsstelle per E-Mail an (info@remove-this.byak.de). Für die Beratung ist eine Anmeldung per E-Mail (bendl@remove-this.byak.de) oder telefonisch unter der Nummer 089/13 98 80-31 erforderlich.

Sanieren, umbauen oder modernisieren: Bauen im Bestand

Da die Flächen für Neubauten immer knapper werden und Gebäude zunehmend leer stehen, erwirbt eine steigende Zahl von Bauinteressenten einen Altbau. Wer sich allerdings mit dem Thema Altbau beschäftigt oder schon länger im eigenen und in einem in die Jahre gekommenen Haus wohnt, wird feststellen, dass die meisten älteren Häuser den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen nicht mehr genügen.

Etwa drei Viertel aller Wohnungen und Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1978 errichtet, ein großer Teil von ihnen in den 1950er- und 1960er-Jahren. Während der überwiegende Teil der Bauten, die vor 1970 entstanden, schon einmal modernisiert wurde, steht nunmehr die Erneuerung und Veränderung der späteren Bauten im Vordergrund. In manchen Fällen ist die Bausubstanz der Gebäude jedoch so schlecht, dass nur ein Abriss infrage kommt. In diesen Fällen müssen zum Kaufpreis für das Grundstück die Kosten für den Abriss und die Entsorgung der alten Bausubstanz hinzugerechnet werden.

Zudem ist zu prüfen, ob nach dem Abriss an derselben Stelle wieder ein Haus errichtet werden darf. Ist das der Fall, kann man so zu einem traumhaften Grundstück in einer gewachsenen Umgebung gelangen.

Manchmal ist ein altes Haus in einem so guten Zustand, dass Sie nach einigen überschaubaren Reparaturen und Renovierungsarbeiten einziehen können. Oder Sie können zunächst einen Teil des Hauses bewohnen und den anderen Teil nach und nach ausbauen. Sofern keine Nutzungsänderung vorliegt – etwa von Gewerbe in Wohnen oder durch den Ausbau des Dachgeschosses – ist oftmals nicht einmal ein Bauantrag erforderlich. Durch eine schrittweise Vorgehensweise lässt sich nicht nur die Kreditbelastung vermindern, sondern Sie ersparen sich möglicherweise auch viel Stress, der mit dem Bauen verbunden sein kann.

Wichtig ist eine fachmännische Beurteilung, damit Sie sicher sein können, dass sich Ihre Wünsche in dem Objekt umsetzen lassen. Sie erhalten zudem einen Überblick über den finanziellen Aufwand, der damit vebunden ist. Die meisten beginnen beim Traum vom eigenen Heim mit der Suche nach einem bestehenden Häuschen, das sie umgestalten wollen. Viele potenzielle Bauherren sind mit ihrer Wohnsituation unzufrieden, sei es auf Grund des räumlichen Zuschnitts, der Energieeffizienz oder der Gestaltung. Andere wünschen sich einen eigenen Garten in einem gewachsenen Umfeld. Nicht selten wird durch Familienzuwachs oder Veränderungen der Lebensgewohnheiten das bereits vorhandene Wohnhaus zu klein. Was tun? Verkaufen, neu bauen oder doch beim Alten bleiben?

Kostenbewusstsein und ökologisches Denken sind beim Umbau ebenso entscheidend wie bei anderen Baumaßnahmen. Auch die Gestaltungsfrage stellt sich. All das er- fordert eine Planung, die nicht nur kurzfristig gedacht ist.

Umbauen: mehr als nur Facelifting

Haben Sie sich für einen Umbau entschieden, sollten Sie vor dem Erwerb bzw. der Umbauplanungen des Hauses ganz genau die Eignung des Gebäudes für Ihr Bauvorhaben sowie den Zustand der Bausubstanz prüfen lassen. Ob das Gebäude geeignet ist, stellen Sie fest, indem Sie prüfen, ob das Gebäude die richtige Größe für Sie und Ihre Familie hat und sich Ihre Bedürfnisse darin verwirklichen lassen. Das betrifft vor allem die Nutzfläche, die Zahl der Räume und deren Anordnung zueinander.

Wenn aus Ihrer Sicht Veränderungen notwendig sind, sollten Sie sich vor dem Kauf erkundigen, ob diese sich ohne Weiteres realisieren lassen. Prüfen Sie, ob die statischen Voraussetzungen für die Vergrößerung oder Zusammenlegung von Räumen gegeben sind oder ob für einen Ausbau des Dachgeschosses oder ehemaliger Stallungen, für den Anbau eines Wintergartens oder eines Außentreppenhauses die baurechtlichen Voraussetzungen vorliegen.

Wichtig ist außerdem, ob das Haus unter Denkmalschutz steht oder einer Erhaltungs- oder Gestaltungssatzung unterliegt. Dann müssen Sie für die geplanten Veränderungen eine Genehmigung einholen, die möglicherweise nur mit Auflagen erteilt wird. Für jede Auflage gibt es aber auch eine Lösung, und solche Vorgaben müssen für den Bauherrn wirtschaftlich zumutbar sein, dürfen Sie also nicht über Gebühr belasten. Insbesondere für die Erhaltung von Denkmälern gibt es zahlreiche Möglich- keiten, Zuschüsse zu erhalten und die Kosten von der Steuer abzuschreiben. Eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde Ihres Land-ratsamtes bzw. Ihrer Stadtverwaltung lohnt sich in diesen Fällen unbedingt, bevor Sie den Kaufvertrag unterzeichnen. Entsprechende Kontaktdaten erhalten Sie auf den Internetseiten des Landesamtes für Denkmalpflege www.blfd.bayern.de.

Falls das Objekt Ihrer Wahl bewohnt ist, sollte außerdem sichergestellt sein, dass Ihnen das Gebäude zum Übergabezeitpunkt vollständig zur Verfügung steht. Ferner ist baurechtlich abzuklären, ob Sie für die geplanten Maßnahmen eine Baugenehmigung oder Bauanzeige brauchen. Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht, hängt immer vom Einzelfall ab. Nutzungsänderungen sind in der Regel genehmigungspflichtig. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Architekten oder Innenarchitekten beraten.

Das Gesicht des Hauses wahren

Das äußere Erscheinungsbild älterer Häuser wird je nach Zustand und Denkmalschutzauflagen in seiner architektonischen Qualität oftmals erhalten. Die eigentlichen Umbauten und Umnutzungen vollziehen sich vielmehr im Inneren. Auf vorgegebene Strukturen einzugehen, ist eine äußerst reizvolle Aufgabe. Dabei können Architekten und Innenarchitekten mit zeitgemäßer Gestaltung auf die Wünsche der Nutzer eingehen. Da es auch beim Bauen im Bestand keine Patent- oder Pauschallösung gibt, ist für den Bauherrn eine unabhängige und fachlich versierte Betreuung dringend anzuraten.

Gerade auf diesem Gebiet sind Innenarchitekten ausge-wiesene Experten. Von der Umgestaltung einzelner Räume bis hin zur Veränderung des kompletten Gebäudes sind sie gemäß ihrer gesetzlich verankerten Berufsaufgabe die richtigen Ansprechpartner.

Ein Blick hinter die Kulissen: die Bestandsaufnahme

Bevor Skizzen und Zeichnungen entstehen, sollte der Bestand unter verschiedenen Gesichtspunkten wie Bausubstanz, Tragstruktur und technische Ausrüstung geprüft werden. Gegebenenfalls sind bereits zu diesem Zeitpunkt Fachplaner oder -ingenieure gefragt, um das Gebäude aus technischer Sicht zu bewerten. Eine gute Bestandsaufnahme ist sehr wichtig, da nur sie es ermöglicht, Risiken richtig einzuschätzen und mögliche Mehrkosten zum Beispiel aufgrund von Schädlingsbefall einzukalkulieren. Sie bildet die Basis für die Kostenschät-zung und den Entwurf. Je genauer sie ist, desto genauer kann kalkuliert werden. Der Zustand der Bausubstanz wird beurteilt, um den daraus resultierenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf abzuschätzen. Ein besonderes Augenmerk sollten Sie zunächst auf die tragenden und raumumschließenden Teile des Gebäudes richten, die mit dem Rohbau bei einem Neubau vergleichbar sind: Rissbildungen im Mauerwerk oder im Beton sowie Durchbiegungen von Hölzern weisen auf konstruktive Schäden hin. Damit verbundene Verformungen des Gebäudes können – abhängig von ihrem Umfang – toleriert werden, um weitere Schäden auszuschließen. Auch von außen eindringende oder aus dem Erdreich aufsteigende Feuchtigkeit muss abgehalten werden, um die Konstruktion langfristig zu sichern und ein behagliches Wohnklima zu ermöglichen. Feuchtes Mauerwerk kann in der Regel wieder austrocknen, durchfeuchtete Hölzer dagegen weisen oft Folgeschäden auf, sodass sie nur noch ausgetauscht werden können. Eine weitere Gefahr für die tragenden Teile stellt der Schädlingsbefall dar, bei dem es allerdings große Unterschiede gibt: Während z. B. der Hausschwamm durch eine Entfernung der gesamten Bausubstanz rund um die befallenen Stellen schnell und radikal bekämpft werden muss, ist ein oberflächlicher Holzwurmbefall bei starken Holzquerschnitten meistens unbedenklich und in vielen alten Häusern ganz normal.

In der Regel findet eine bauteilgebundene Bestandsaufnahme statt, die Bauteil für Bauteil den Zustand und die Art und Qualität der Konstruktion prüft:

Keller, Fundamente: Durchfeuchtung, Rissbildungen

Außenwände, Fassade: Durchfeuchtung, Rissbildungen, Putzabplatzungen, Schmutzablagerungen

Innenwände: Durchfeuchtung, Rissbildungen, Bekleidungen, Dämmung

Geschossdecken: Rissbildungen, Holzbalkenköpfe (soweit erkennbar)

Dach: Dichtheit, Dachstuhl, Dacheindeckung, Dämmung

Fenster, Türen: Dichtheit, Anschlüsse, Material, Verglasungen

Fußböden: Stabilität, Oberfläche

Elektro- und Sanitärinstallationen: Material, Leitungen

Heizung: Art, Alter, Energieverbrauch

Schornstein: Versottung (Durchdringung der Mantelsteine eines Kamins mit Wasser, Teer oder Schwefel), Rissbildungen

Sonderbauteile: Elektroanschlüsse z. B. bei Terrasse, Balkon, Kelleraußentreppe)

alte Bauteile: Belastungen aufgrund von Schädlingen oder Schadstoffen

Die Bestandsaufnahme besteht aus zwei Teilen: Zum einen wird – sofern keine brauchbaren Pläne vorhanden sind – ein Aufmaß des Gebäudes angefertigt. Dabei wird die gesamte Konstruktion einschließlich Verformungen und einzelner Bauteile wie Fenster oder Heizkörper erfasst. Nun haben Sie genaue Grundrisse, Schnitte und Ansichten von Ihrem Haus, mit denen Sie planen können. Zum anderen werden in dieses Aufmaß alle Schäden ein- gezeichnet, also alle Bauteile, Oberflächen und Anlagen, die wegen ihres schlechten Zustands erneuert werden müssen. Abhängig vom Bauvorhaben und vom Zustand der Bausubstanz kann die Bestandsaufnahme in unter- schiedlicher Intensität durchgeführt werden. Die Aufzeichnung der Schäden kann natürlich nur so weit erfolgen, wie diese sichtbar sind. Wenn es Hinweise auf Schäden gibt, müssen die betroffenen Bauteile freigelegt werden.

Was kostet eine Bestandsaufnahme?

Eine Bestandsaufnahme ist je nach Absprache mit dem Architekten oder Innenarchitekten auf Stundenbasis, pro Quadratmeter Fläche oder als Pauschalsumme zu vergüten. Eine Erfassung und vollständige Überprüfung sämtlicher Bauteile ist wichtig, um die entstehenden Baukosten richtig einschätzen zu können. Bei manchen Gebäuden können Sie sich bereits nach der ersten Beurteilung sicher sein, ob das Gebäude für Ihre Ziele geeignet ist. Bei anderen sollten Sie aufgrund zu vieler offener Fragen erst nach einer gründlichen Bestandsaufnahme eine Entscheidung treffen.

Mit präziser Planung und Improvisationstalent zum Erfolg

Umbau- und Renovierungsarbeiten bedürfen einer präzisen Vorplanung. Diese gründet auf der Baubeurteilung und der Bestandsaufnahme. Manchmal sind sogar im Vorfeld Probebohrungen an wesentlichen Bauteilen notwendig, um die Konstruktion des Bestands kennenzulernen. Dann folgt die eigentliche Planungsphase, in der das neue Raumprogramm festgelegt wird. Die Planungsschritte sind vergleichbar mit denen eines Neubaus. Allerdings kann es sein, dass durch schrittweise freigelegte Konstruktionen Gegebenheiten zum Vorschein kommen, die eine Improvisation auf der Baustelle erforderlich machen. Um Terminverzögerungen und höhere Kosten zu vermeiden, muss in einem solchen Fall schnell und kompetent gehandelt werden.

Der Architekt oder Innenarchitekt koordiniert die betreffenden Handwerker und spricht neu zu ergreifende Maßnahmen vor Ort ab. Wichtig dabei ist immer, Kosten und Nutzen abzuwägen. Alle für die Gestaltung und für die Kosten relevanten Punkte stimmen Architekten und Innenarchitekten zusammen mit Ihnen ab. Sie prüfen außerdem die während der Bauphase von den Handwerkern gestellten Rechnungen und leiten sie an Sie als Bauherrn weiter. Bei größeren Umbauten sollten alle wesentlichen Details und Schäden in sogenannten Raumbüchern festgehalten werden. Wer meint, hierauf verzichten zu können, wird schnell eines Besseren be- lehrt. 80 % aller Folgekosten aus Termingründen sowie überteuerte Preise für Sonderlösungen sind auf mangelnde und unzureichende Bestandsaufnahmen im Vorfeld des Umbaus zurückzuführen. Besonders verändert hat sich die Situation bei Umbauten, für welche die Festlegungen der Energieeinsparverordnung EnEV maßgeblich und damit genehmigungspflichtig sind. Ein Energiebedarfsausweis bzw. Energieausweis ist erforderlich.

Die energetische Modernisierung von Wohngebäuden

Wärmeverluste entstehen vor allem über die Gebäudehülle von Wohngebäuden. Wände und Fenster, aber auch Fassaden und vor allem Dächer von Gebäuden älterer Baujahre sollten dabei untersucht werden. Bei vielen Gebäudetypen lassen sich durch umfangreiche Moder-nisierungsmaßnahmen 50 bis 60% der Heizenergie einsparen.

Räume im Außenbereich: die Gartenplanung

Räume und Flächen im Grünen stellen eine besondere Lebensqualität: Sie bieten Erholung und Muße, aber auch Platz für Kinder zum Toben und Spielen. Ein wunder- volles Bild oder eine wertvolle Grafik sollten einen entsprechenden Rahmen, das nötige Licht und die rich- tige Wand erhalten, um ihre Wirkung optimal zur Geltung zu bringen. Das gilt ebenso für jedes Haus und jede Wohnung in Bezug auf das Grundstück: Ein gut gestalteter Garten oder Balkon bzw. eine Terrasse hat für das Haus und seinen Eigentümer über den Wiederverkaufswert hinaus einen Mehrwert. Denn nicht nur die Qualität der Bausubstanz, sondern auch die Gestaltung und Erhaltung eines Gartens bestimmen den Preis. Die Investition und Verzinsung des Kapitals einer Gartenanlage zeigt sich deutlich an den Immobilienpreisen gepflegter Gärten mit Altgehölzen. Und sollte Ihr Wohntraum keinen Platz für einen ebenerdigen Garten bieten, gibt es dennoch Möglichkeiten, wie sich durch die Begrünung von Fassaden, Garagen oder Dächern Ihre Immobilie weiterentwickeln lässt.

Gartenräume schaffen

Ein schön gestalteter Garten besteht wie ein Haus aus einzelnen Räumen, die jeweils ihrer Nutzung entsprechende Qualitäten besitzen sollten. Selbst ein kleiner Garten bietet bei guter Planung genügend Platz, um die eigenen Wünsche umzusetzen. Gärten zeigen ihr Poten-zial als erweiterter Wohnraum, Freizeitoase oder Wellnesszone jedoch nur dann, wenn ihre Gestaltung den Ansprüchen und Bedürfnissen der Besitzer gerecht wird. Hierfür brauchen Sie einen Partner, dem Sie vertrauen können und von dem Sie sich in Ihren Wünschen verstanden fühlen: Ihr Landschaftsarchitekt.

Überlegen Sie sich frühzeitig, wie Sie Ihren Garten nutzen möchten und klären Sie folgende Fragen im Familienkreis: Soll er ein Rückzugsort zum Entspannen und Lesen werden, Raum zum Spielen für die Kinder bieten? Wollen Sie einen Nutzgarten anlegen oder soll er viel Platz für Geselligkeit und Zusammensein mit Freunden bieten? Nutzen Sie den Garten tagsüber oder eher abends? Wie viel Zeit haben Sie für die Pflege Ihres Gartens oder ist Pflanzenpflege oder Rosenzucht gar ein Hobby von Ihnen?

Wenn Sie nur vage Vorstellungen haben, machen Sie einen Spaziergang in Ihrem oder in benachbarten Wohnvierteln und notieren Sie, was Ihnen gefällt und was nicht. Vielleicht besuchen Sie eine der zahlreichen Gartenschauen, Gartenfestivals oder Gartentage, wie z. B. die Gartenwelten (www.gartenwelten.net). Oder informieren Sie sich über Freianlagenobjekte, welche die Bayerische Architektenkammer am letzten Juni-Wochenende bei der jährlichen Leistungsschau, den „Architektouren“, zeigt (www.byak.de). Hier können Sie ebenfalls Ideen sammeln oder Ihre eigenen Vorstellungen überprüfen.

Frühzeitig mit der Gartenplanung beginnen

Der optimale Weg zum Traumgarten beginnt idealerweise frühzeitig: Sobald die Vorstellungen von Ihrem Haus langsam Gestalt annehmen, sollten Sie sich auch Gedanken machen, was um das Haus herum passieren soll. Jetzt lässt sich durch die qualifizierte Beratung durch Ihren Architekten und Landschaftsarchitekten z. B. noch Einfluss auf die Gebäudestellung, die Lage und Größe von Nebengebäuden, die Ausgänge in den Garten, den Erhalt bzw. Schutz von bestehenden Pflanzen wie Bäumen, Hecken, Sträuchern, Beeten mit alten Rosensträuchern oder Stauden nehmen. Je kleiner der Garten ist, je mehr Altbaumbestand vorhanden ist, je anspruchsvoller Ihre Vorstellungen von dem späteren Garten sind, umso wichtiger ist eine frühe gemeinschaftliche Planung. Beziehen Sie den Landschaftsarchitekten möglichst schon vor der Standortfixierung des Wohnhauses durch einen Bauantrag in den Planungsprozess mit ein. Dies fördert die stimmige Einbindung von Vorgarten, Garage, Hof und Garten in ein optimales Freiraumkonzept.

Eine zu voreilig abgerissene Mauer oder ein durch mangelhaften Schutz beschädigter Baumbestand lässt sich später kaum mehr „reparieren“. Eine unpraktisch gelegene Terrasse, falsch gepflanzte Bäume oder eine zu breit dimensionierte Auffahrt kosten bei einem späteren Umbau viel Geld und Nerven. Je eher Sie daran denken, dass Außen- und Innenraum eine Einheit bilden sollen, desto besser. Die gute Planung und Ausführung eines Gartens zahlt sich auch durch seine Langlebigkeit aus. Das hilft Ihnen, mittel- bis langfristig Kosten zu sparen, die das Honorar für den Planer mehr als aufwiegen. So brauchen Sie keine aus der Not gebauten Provisorien später wieder einzureißen oder Pflanzen neu zu kaufen, weil die alten aufgrund einer falschen Standortwahl eingegangen sind.

Und haben Sie keine Angst, wenn das Budget eng gestrickt ist. Sie müssen nicht gleich alles auf einmal ausführen. Ein Landschaftsarchitekt kann Ihnen ein Gartenkonzept erstellen, welches in mehreren Bauab- schnitten Schritt für Schritt zu Ihrem Traumgarten führt.

Dabei kann er auf die familiären und finanziellen Bedingungen Rücksicht nehmen. Ein Sandkasten für kleine Kinder kann beispielsweise irgendwann in einen Teich verwandelt werden, der den jetzt größeren Kindern Freude macht.

Wer hilft mir bei der Gartenplanung?

Ist der Innenarchitekt für die räumlichen Qualitäten, den Innenraum, zuständig und der Architekt für die Hülle, die Gestalt des Hauses, so ist der Landschaftsarchitekt für den Außenraum, also die Freianlagen Ihr professioneller Ansprechpartner. Er berät Sie unabhängig und entwickelt ein auf Sie, Ihre Familie und Ihr Budget zugeschnittenes Konzept, das den sich ändernden Anforderungen und Nutzungen gerecht wird. Er hört Ihnen zu, bespricht mit Ihnen Ihre Ideen, macht Ihnen Vorschläge und koordiniert die Umsetzung Ihrer Wünsche. Dabei berät er Sie zur Situierung des Hauses, der Garage oder eines Gartenhauses auf dem Grundstück, über die Verwendung von Materialien für Mauern, Wege, Terrassen, der Anlage eines Teichs oder einer Dachbegrünung. Er erstellt mit Ihnen ein Konzept zur Bepflanzung des Gartens sowie zur Beleuchtung. Er nimmt Abstimmungen mit dem Architekten vor, damit sich der Innenraum, die Gestalt des Hauses und der Garten zu einer Einheit verbinden. Bei der Umsetzung koordiniert er die Gewerke, wie z. B. Garten- und Landschaftsbauer, Elektriker und Schreiner.

Auch bei der Umnutzung von Gebrauchtimmobilien hilft Ihnen der Landschaftsarchitekt, einen Garten neu zu gestalten. Ihre Anforderungen und Bedürfnisse stehen dabei im Vordergrund und bilden den Rahmen für das Gartenkonzept.

Insbesondere beim Anlegen eines Gartens haben Sie als Bauherr viele Möglichkeiten, Eigenleistungen zu erbringen. Der Landschaftsarchitekt kann Sie auch hierbei mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung unterstützen. Gemeinsam entwickeln Sie Ideen für die Gestaltung und die Pflanzenauswahl. Die Wahl und die Anordnung der Pflanzen werden später bestimmen, wie Ihr Garten im Wechsel der Jahreszeiten, am Tag und in der Nacht aussehen wird und welche Pflege erforderlich ist.

Kontaktdaten von Landschaftsarchitekten in Ihrer Nähe erhalten Sie bei der Bayerischen Architektenkammer (www.byak.de) und beim Bund Deutscher Landschafts-architekten (BDLA, www.bayern.bdla.de). Viele Landschaftsarchitekten haben einen eigenen Webauftritt, in dem sie über ihr Leistungsangebot informieren sowie Fotografien und Pläne von Referenzobjekten zeigen. Wenn Sie das Gefühl haben, sich mit dem Planer zu verstehen, die Referenzgärten einen guten Eindruck machen und andere Bauherren mit der Beratung und Planung zufrieden waren, haben Sie Ihren Landschaftsarchitekten gefunden.

Bereits in den ersten Gesprächen mit ihm sollten Sie offen über Ihr Budget sprechen und sich über alle anfallenden Kosten aufklären lassen. Nur so kann der Landschaftsarchitekt von Anfang an auf Ihren finanziellen Rahmen eingehen und dies bei der Ideenfindung und Vorstellung von Pflanzen und Materialien berücksichtigen. Die Kosten für die Außenanlagen werden nach den Kos-tengruppen der DIN 276 ermittelt. Ihr Landschaftsarchitekt wird Ihnen die Details erläutern. Fragen Sie danach!

Landschaftsarchitekten entwickeln professionelle Gestaltungskonzepte für Freianlagen. Ihre Leistung gliedert sich in die Bereiche Entwurf, beginnend mit Beratung und Skizzen, gefolgt von Ausführungs- und Pflanzplänen sowie Leistungsbeschreibungen zur Festlegung der Ausführungsqualitäten. Gibt der Bauherr den Startschuss, wird der Landschaftsarchitekt bei der Auftragsvergabe mitwirken und die Überwachung der Leistungen vor Ort als unabhängiger Fachmann übernehmen. Die Qualitätskontrolle beinhaltet außerdem die Termin- und Kostenkontrolle bis hin zur abschließenden Rechnungsprüfung nach der fachlichen Abnahme der Unternehmerleistungen.

Ebenso wie Architekten und Innenarchitekten sind Landschaftsarchitekten als unabhängige Treuhänder für ihre Bauherren tätig und koordinieren alle Beteiligten. Sie beraten dabei unabhängig von Liefer- und Ausführungsinteressen. Für den Bauherrn verhandeln sie ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis und weisen gegebenenfalls Alternativen aus.

Die Berufsbezeichnung „Landschaftsarchitekt/in“ ist – wie die Bezeichnungen „Architekt/in“ und „Innenarchitekt/in“ gesetzlich geschützt. Berechtigt zur Führung dieser Berufsbezeichnung ist nur, wer ein entsprechen-des Hochschulstudium absolviert hat und nach einer anschließenden praktischen Berufstätigkeit in die Archi- tektenliste eingetragen ist. Dies unterscheidet den Landschaftsarchitekten z. B. vom Gartendesigner, dessen Berufsbezeichnung nicht geschützt ist.

Dringend zu empfehlen ist, Leistungsumfang und Honorar im Rahmen einer schriftlichen Vereinbarung bei Leistungsbeginn festzulegen. Eine Orientierungshilfe zum Abschluss eines Vertrags mit dem Landschaftsarchitekten über die Gestaltung von Freianlagen kann bei der Bayerischen Architektenkammer kostenfrei per E-Mail (info@byak.de) als PDF-Datei angefordert werden.

Hinsichtlich der Honorierung der Leistungen des Landschaftsarchitekten finden Sie weitere grundsätzliche Informationen in Kapitel 5. Als Honorartabelle ist § 39 HOAI anzuwenden. Ihr Landschaftsarchitekt informiert und berät Sie gerne zu den Honorarparametern und Kosten eines Vorhabens.


Folgende Punkte beeinflussen die Gestaltung Ihres Gartens:

  • Ihr eigener Gestaltungswille oder -anspruch
  • Lage, Art und Größe des Hauses
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen wie z. B. ein Bebauungsplan
  • Finanzielle Möglichkeiten
  • „Softskills“ wie z. B. familiäre Situation: Kinder oder Senioren
  • „Hardfacts“ wie z. B. Topografie, Klima, Gelände, Boden, Grundwasserstand, Ausrichtung und Umgebung
  • Vegetationsbestand
  • Pflegebedarf und -bereitschaft
  • Nutzungswünsche

Fließende Übergänge – Garten und Haus als Einheit

Im Idealfall werden Innenraum, Haus und Außenraum so miteinander verzahnt, dass sie zusammen eine Einheit ergeben. Innenräumliche Strukturen wie z. B. der Grundriss oder bestimmte Materialien lassen sich in den Gartenbereich fortführen. Überdachte Außenräume sorgen für offene Übergänge von außen nach innen. Sind Farben, Formen, Materialien und Pflanzen aufeinander abgestimmt, passen sie sich in ihrer Maßstäblichkeit in die Umgebung ein. Gebäudeachsen können aufgegriffen werden, Linienführung und Beläge der Wege können Rücksicht nehmen auf alte Baumbestände. Teiche, Was- serbecken und Fontänen beleben den Garten. Aber Achtung: Sie können gleichzeitig ein Gefahrenpotenzial für spielende Kinder darstellen! Hier gibt Ihnen der Landschaftsarchitekt Tipps, wie Sie solche und andere Gefahrenstellen vermeiden. Er berät Sie ferner bei der Auswahl der Pflanzen bezüglich deren Giftigkeit. Mauern, Hecken oder Pergolen, unterschiedliche Ebenen und Raumaufteilungen geben Ihrem Grundstück oft eine neue Struktur, die auch im Winter den Garten erlebbar macht. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Sie für sich nutzen können.

Der Garten im Wandel

Bei der Gestaltung des Gartens sind die Ansprüche aller Bewohner in verschiedenen Lebensphasen zu berücksichtigen. So kann der Spielrasen zu einem Staudenbeet oder die Fläche unter dem Schaukel- und Kletterbaum zu einem schattigen Leseplatz werden. Schräge Flächen und Stufen können zwar eine Situation gestalterisch aufwerten, ohne Geländer stellen sie aber Hindernisse für gehbehinderte und ältere Menschen dar. Im Alter sollte die Pflege des Gartens nicht zur Last werden. Berücksichtigen Sie diese Aspekte von Anfang an.

Elemente im Garten:

  •   Höfe und Einfahrten, Eingänge
  •   Terrassen und Sitzplätze, Grillstellen
  •   Pflanzen
  •   Be- und Entwässerung
  •   Materialkonzept
  •   Gartenwege
  •   Zäune und Pergolen, Sichtschutzwände, Rankhilfen
  •   Mauern und Treppen
  •   Wasserbecken, Teiche, Wasserspiele, Bachläufe
  •   Sand- und Kiesflächen
  •   Gartenhäuser
  •   Kunst im Garten
  •   Beleuchtung

Materialien

Wesentlich für die Gestaltung des Gartens ist die Auswahl der Materialien für die einzelnen Elemente Ihres Gartens. Der Landschaftsarchitekt berät Sie hierzu als Treuhänder unabhängig von Liefer- und Ausführungsinteressen. So kann der Eingangsbereich zu Ihrem Haus z. B. mit kostengünstigem Betonpflaster, aber auch mit hochwertigem Naturstein ausgeführt werden. Sie entscheiden auch, ob Ihre Terrasse mit einem Belag aus Holz, Holzverbundwerkstoff, Natursteinen oder mit Betonplatten belegt wird. Bei der Auswahl des Materials ist auf Güte und Qualität zu achten. Gerade bei einem am Hang gelegenen Garten ist eine vorausschauende Planung von verschiedenen Ebenen auf unterschiedlichen Höhen mit Mauern und Treppen entscheidend für die spätere Nutzbarkeit. Wasser, egal ob als Teich, Becken oder einfach nur als Wasserspiel, ist fast immer der Mittel- und Höhepunkt eines Gartens. Selbst wenn bei kleinen Kindern noch kein Teich möglich ist, kann eine spätere Situierung mit ins Gestaltkonzept eingearbeitet werden. Weitere Themen im Garten sind die Entwässerung der Belagsflächen mit Rinnen und Sinkkästen sowie die Beleuchtung des Gartens. Mit einem durchdachten Beleuchtungskonzept lässt sich Ihr Garten abends und nachts effektvoll in Szene setzen. Ihr Landschaftsarchitekt kann Ihnen gemäß ihren Wünschen Vorschläge zu den im Garten verwendeten Materialien machen, Ihnen Muster vorlegen und Details zur Umsetzung liefern.

Zur Bepflanzung

Ohne Pflanzen kein Garten. Pflanzen sind in ihren verschiedenen Formen elementar wichtig für den Garten: Bäume spenden Schatten, Schnitthecken geben Sichtschutz, Stauden, Kräuter und Rosen erfreuen mit ihren Blüten und ihrem Duft. Gräser, Bambus und immergrüne Gehölze sind ein Blickfang im Garten. Rasenflächen dienen als Spielfläche für die Kinder. Obstbäume und Beerensträucher bereichern den Speiseplan. Frei wachsende heimische Sträucher sind Lebensraum für Vögel und Insekten. Farne begrünen selbst dunkle Ecken im Garten.

Die richtige Pflanzenauswahl und die richtige Kombination der Pflanzen sind entscheidend für eine stimmige Entwicklung ihres Gartens. Wenn die Bäume, Sträucher oder Stauden fachgerecht gepflanzt werden und gut gedeihen, hält sich auch die Pflegearbeit in Grenzen. Beliebige Informationen oder nicht nachprüfbare Ratschläge via Internet ersetzen nicht die langjährige Erfahrung, die Landschaftsarchitekten im Umgang mit Pflanzen haben.