Preis Bauen im Bestand / Staatspreis

Bayerischer Staatspreis Bauen im Bestand 2021 und Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie Gebäude errichtet zwischen 1945 und 1985
WERK3 Werksviertel München, steidle architekten Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München; Bauherr: OTEC GmbH & Co KG, München

Bayerischer Staatspreis Bauen im Bestand 2021 und Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie Gebäude errichtet zwischen 1945 und 1985

WERK3 Werksviertel München, steidle architekten Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München; Bauherr: OTEC GmbH & Co KG, München

Foto: Stefan Müller-Naumann
Bayerischer Staatspreis Bauen im Bestand 2021 und Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie Gebäude errichtet zwischen 1945 und 1985
WERK3 Werksviertel München, steidle architekten Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München; Bauherr: OTEC GmbH & Co KG, München
Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie Gebäude errichtet vor 1900
Haus, Stall, Scheune: Neue Bücherei Gundelsheim; Schlicht Lamprecht Architekten, Schewinfurt; Bauherrin: Gemeinde Gundelsheim

Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie Gebäude errichtet vor 1900

Haus, Stall, Scheune: Neue Bücherei Gundelsheim; Schlicht Lamprecht Architekten, Schewinfurt; Bauherrin: Gemeinde Gundelsheim

Foto: Stefan Meyer
Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie Gebäude errichtet vor 1900
Haus, Stall, Scheune: Neue Bücherei Gundelsheim; Schlicht Lamprecht Architekten, Schewinfurt; Bauherrin: Gemeinde Gundelsheim
Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie: Gebäude errichtet zwischen 1900 und 1945
Seminar- und Bildungshaus, KZ Gedenkstätte Flossenbürg, Juretzka Architekten Part mbB, Weiden; Bauherrin: Stiftung Bayerische Gedenkstätten, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach

Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie: Gebäude errichtet zwischen 1900 und 1945

Seminar- und Bildungshaus, KZ Gedenkstätte Flossenbürg, Juretzka Architekten Part mbB, Weiden; Bauherrin: Stiftung Bayerische Gedenkstätten, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach

Foto: Erich Spahn
Preis Bauen im Bestand 2021 - Gewinner Kategorie: Gebäude errichtet zwischen 1900 und 1945
Seminar- und Bildungshaus, KZ Gedenkstätte Flossenbürg, Juretzka Architekten Part mbB, Weiden; Bauherrin: Stiftung Bayerische Gedenkstätten, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach

Preis Bauen im Bestand 2021

 

Die Gewinner des Preises „Bauen im Bestand 2021“ stehen fest!
Pressemitteilung vom 29.07.2021

Die Neue Bücherei in Gundelsheim, das Seminar- und Bildungshaus der KZ Gedenkstätte Flossenbürg sowie das WERK3 im Werksviertel München werden für ihren vorbildlichen Umgang mit bestehender Bausubstanz in Bayern ausgezeichnet. Anerkennungen gehen an neun weitere Projekte. WERK3 erhält zusätzlich den Bayerischen Staatspreis für Bauen im Bestand 2021.

Bis zum Schluss war es spannend, wer in dem mehrstufigen Verfahren die Jury überzeugen konnte. Am 29. Juli 2021 wurden im Haus der Architektur in München die Gewinnerinnen und Gewinner des Preises für „Bauen im Bestand 2021“ via Live-Stream bekanntgegeben und von Kammerpräsidentin Prof. Lydia Haack sowie Ministerialdirektor Dr. Rolf-Dieter Jungk, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, persönlich ausgezeichnet.

Den Preis lobte die Bayerische Architektenkammer unter der Schirmherrschaft des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und Kunst und in Kooperation mit der Bun­des­s­tif­tung Bau­kul­tur zum zwei­ten Mal aus­.

Ausgezeichnet werden Werke, Bauherrinnen und Bauherren sowie Planerinnen und Planer, die mit zukunfts­wei­sen­den archi­tek­to­ni­schen Kon­zep­ten sowohl die Geschichte des Bestands wie auch deren graue Ener­gie in beson­de­rem Maße berück­sich­ti­gen und sich damit um einen vor­bild­li­chen Umgang mit beste­hen­der Bau­sub­stanz ver­dient gemacht haben. Ein Preisträger-Projekt wird von der Bayerischen Staatsregierung zusätzlich mit dem Bayerischen Staatspreis für Bauen im Bestand 2021 geehrt.

„Die eingereichten Projekte zeigen, wie vielfältig und innovativ Bauen im Bestand in Bayern sein kann. Sie zeigen auch, wie leistungsstark unser Berufstand auf diesem Gebiet ist und welche hervorragenden Ergebnisse gemeinsam mit mutigen Bauherrinnen und Bauherren möglich sind. 
Alle heute ausgezeichneten Projekte haben sich beispielhaft mit bestehender, ortsbildprägender Bausubstanz auseinandergesetzt. Sie haben Charakteristika der örtlichen Siedlungsstruktur zu neuem Leben erweckt und Altes davor bewahrt, in Vergessenheit zu geraten und damit für nachfolgende Generationen ein Stück Tradition und Heimatgeschichte bewahrt.“ so Prof. Lydia Haack, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, anlässlich der Preisverleihung.

Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler, der eine Video-Botschaft an die Teilnehmenden richtete, betonte: „Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen vorbildliche Lösungen im Bereich der Erschließung von Wohnraum, des nachhaltigen Bauens und zur Bewältigung des Klimawandels. Alle Nominierten haben historische Gebäude an die Ansprüche unserer modernen Gesellschaft angepasst und sie so in die Zukunft geführt. Dabei zollen ihre Projekte dem Ursprung und der Geschichte dieser Bauten den verdienten Respekt. Dafür möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen. Allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich sehr herzlich zu den verdienten Auszeichnungen.“

Die Preise für „Bauen im Bestand“ sowie Anerkennungen werden in drei Kategorien verliehen. In die Kategorie 1 fallen Gebäude, die ursprünglich vor 1900 errichtet wurden, Kategorie 2 berücksichtigt Gebäude, die zwischen 1900 und 1945 entstanden sind und Kategorie 3 solche, die aus den Jahren 1945 bis 1985 stammen. Alle Gebäude wurden in den letzten fünf Jahren saniert bzw. umgebaut. Die Gebäude können unter Denkmalschutz stehen, müssen es aber nicht. Die Preise sind mit jeweils 6.000 € dotiert, die Anerkennungen mit 1.250 €.  Die Preisträger-Projekte sind künftig an der im Rahmen der Preisverleihung übergebenen Plakette mit der Aufschrift „Preis Bauen im Bestand“ öffentlich zu erkennen.

Mit dem Preis für „Bauen im Bestand 2021“ werden ausgezeichnet:

  • In der Kategorie 1 das Projekt „Haus, Stall, Scheune: Neue Bücherei Gundelsheim (Oberfranken) von Schlicht Lamprecht Architekten, Bauherrin: Gemeinde Gundelsheim.

    Die Jury lobt das außergewöhnliche Engagement der Landgemeinde Gundelsheim, die mit dem ausgebauten Bildungsangebot die Lebensqualität vor Ort verbessert und im Internetzeitalter dadurch Zeichen setzt, dass sie eine Bücherei zum zentralen sozialen Treffpunkt macht. Schlicht Lamprecht Architekten haben aus dem Bestand konsequent ein Haus-im-Haus-Konzept entwickelt. Neben der hervorragenden Qualität des neu geschaffenen, identitätsstiftenden Ensembles lobte die Jury besonders die gut gestalteten Übergänge vom Straßenraum zum Vorhof bis hinein in die Bibliothek. (Ira Mazzoni, Jury-Mitglied)


    Preisträger-Video
    (bitte anklicken)

  • In der Kategorie 2 das Projekt „Seminar- und Bildungshaus, KZ Gedenkstätte Flossenbürg (Oberpfalz), Juretzka Architekten Part mbB, Bauherrin: Stiftung Bayerische Gedenkstätten, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, Weiden

    Die Jury lobt das stringent umgesetzte Architekturkonzept, das es ermöglicht, einen belasteten und belastenden Ort neu wahrzunehmen und nicht nur für den Geschichts-unterricht, sondern auch für aktuelle gesellschaftliche Diskurse zu nutzen. Ausdrücklich wurde begrüßt, dass es Juretzka Architekten gelungen ist, das ehemalige SS-Casino zu einem positiven Ort der Begegnung und des Austausches umzubauen. Die aus dem massiven Sockel herausgeschobenen, großflächig verglasten Seminarräume bieten die für ein Bildungshaus nötige Distanz und zugleich die stete Rückbindung an die Flossenbürger KZ-Topografie. (Ira Mazzoni, Jury-Mitglied) 


    Preisträger-Video
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  • In der Kategorie 3 das Projekt „WERK3 Werksviertel München“ von steidle architekten Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, Bauherr: OTEC GmbH & Co KG, München

    Im Werksviertel jenseits des Münchner Ostbahnhofs entsteht ein Stadtteil, der unkonventionell aus dem industriellen Bestand entwickelt mehr Experiment, mehr Kontrast, mehr vitale Mischung und heterogene Nachbarschaft wagt als üblich. Vor allem aber setzen die Planer von Beginn an auf Nachhaltigkeit. Flaggschiff dieses großstädtischen Projekts ist
    das WERK 3 – eine 100 Meter lange, 30 Meter tiefe und 22 Meter hohe Stockwerksfabrik, in der die Firma Pfanni einst Kartoffelknödel herstellte. Der Riesentanker steht mitten im Gelände quer. Im WERK 3 haben Werner Eckart und steidle architekten den Motor angeworfen, der das Viertel auf Hochtouren bringt. Der Stockwerksfabrik haben sie noch drei Etagen aufgesetzt. Im Westen wurde der lange Gebäuderiegel um rund 20 Meter erweitert. Im Erdgeschoss wurden drei Raumachsen geöffnet, damit eine Passage in Nord-Süd-Richtung durch das Quartier möglich ist. Auf der Nordseite blieb die Laderampe unter erneuertem Vordach erhalten. Ein baugleiches Vordach ließen die Architekten auch auf der Südseite anbringen. Bei der Instandsetzung und Neuerschließung der Fabrik wurde alles getan, um den puren Industriecharakter zu bewahren und um vielfältiges soziales und kulturelles Leben zu ermöglichen. (Ira Mazzoni, Jury-Mitglied)

    Preisträger-Video
    (bitte anklicken)

Das Projekt „WERK3 Werksviertel München“ wird von der Bayerischen Staatsregierung zusätzlich mit dem Bayerischen Staatspreis für „Bauen im Bestand 2021“ ausgezeichnet.


Mit je einer Anerkennung würdigte die Jury folgende Projekte:

Kategorie 1:

  • Reaktivierung Vorstadtquartier Berching (Oberpfalz), Kühnlein Architektur, Bauherr: Stadt Berching und Familie Amrhein, Beilngries
  • Umbau und Sanierung Kramerhaus im Kloster Seeon (Oberbayern), abp architekten und stadtplaner burian-pfeiffer-sandner PartGmbB, Bauherr: Bezirk Oberbayern, Landschaftsarchitektur: Katrin Schulze mit Götze und Hadlich 
  • SheddachHalle – Sanierung und Umbau „Alte Weberei“ Kempten (Schwaben), Hagspiel Stachel Uhlig Architekten Part. mbB, Bauherrin: Sozialbau Kempten Wohnungs- und Städtebau GmbH
  • Sanierung Alte Mälze Lauterhofen (Oberpfalz), Berschneider + Berschneider GmbH Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA, Bauherr: Markt Lauterhofen i. d. Oberpfalz, Landschaftsarchitektur: Martin Kölbl, Pilsach

Kategorie 2:

  • Ein Wohnzimmer im Garten, München – Bogenhausen, Und Mang Architektur, Bauherr: Hans Christian Landstorfer, Landschaftsarchitektur: fischer heumann landschaftsarchitekten, München
  •  „Thierschturm“ der Technischen Universität München, Schmidt-Schicketanz Planer GmbH, Bauherr: Freistaat Bayern, Baye­ri­sches Staats­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und Kunst, vertreten durch das Staatliche Bauamt München 2

Kategorie 3:

  • Hause M.akeover, Lappersdorf (Oberpfalz), fabi architekten bda PartGmbB, Bauherren: Jürgen und Daniela Meier
  • Generalsanierung Stadthalle Gunzenhausen (Mittelfranken), Haindl+Kollegen Architekten GmbH (LP 1-5), Holzinger, Eberl, Fürhäuser Architekten, Ansbach (LP 6-9); Bauherrin: Stadt Gunzenhausen
  •  Revitalisierung Schwanthalerhöhe München, Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, Bauherrin: Bayerische Hausbau Immobilien GmbH & Co KG


Der bundesweit einmalige Preis „Bauen im Bestand“ wurde 2017 zum ersten Mal verliehen (s. unten auf dieser Seite).

Mit 147 Einreichungen von Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern erreichte die Auslobung im Herbst 2020 erneut eine hohe Resonanz. In einem mehrstufigen Verfahren wurden von der Jury aus allen Einreichungen zunächst 56 Projekte für eine sog. Long-List ausgewählt. 27 Projekte der engeren Wahl wurden von ausgewählten Mitgliedern der Treffpunkte Architektur der Bayerischen Architektenkammer in den betreffenden Regionen bereist. Der Jury standen damit beratend zur Seite: Innenarchitekt Thomas Bieber, Architekt Werner Brandl, Architekt und Stadtplaner Sven Großmann, (RosenheimKreis e.V.), Architekt Albert Köberl (2021 verstorben), Architekt Andreas Michel, Architekt Rainer Schlientz, Architektin Barbara Söldner (Architekturforum Miesbacher Kreis) sowie Architekt Benedikt Sunder-Plassmann (Wessobrunner Kreis).


Jury Preis „Bauen im Bestand 2021“:
Die Auswahl von Preisen und Anerkennungen erfolgte durch eine hochkarätig besetzte Jury, die das baukulturelle Geschehen in Bayern besonders beobachtet. Ihr gehörten an:

  • Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer (2016-2021),
  • Prof. Mathias Pfeil, Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (Vorsitzender),
  • Ministerialdirigentin Angelika Kaus, Leiterin Abteilung Kunst und Kultur im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst,
  • Reiner Nagel, Architekt und Stadtplaner, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur  
  • Marion Resch-Heckel, 1. Vizepräsidentin der Bayerischen Architektenkammer (2016-2021), Mitglied im Bayerischen Landesdenkmalrat,
  • Prof. Uta Hassler, Mitglied des Bayerischen Landesbaukunstausschusses (Denkmalpflege und Bauforschung),
  • Ministerialdirigentin Andrea Degl, Leiterin Abteilung Staatlicher Hochbau, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (bis 2021),
  • Prof. Mario Tvrtkovic, FH Coburg, als Vertreter der Lehre und der Stadtplanung
  • Ira Mazzoni, Architekturjournalistin und Denkmalexpertin,
  • Sabine Wildner, Innenarchitektin, Mitglied des Vorstands der Bayerischen Architektenkammer (2016-2021), sowie
  • Andreas Kotlan, Landschaftsarchitekt, Hager und Partner AG, Berlin und Zürich.

Im Dölling und Galitz Verlag erscheint anlässlich der Preisverleihung die Publikation „Preis Bauen im Bestand 2021“. In dieser werden alle Preise/ der Staatspreis, Anerkennungen und die Projekte der Long-List mit Texten von Jurymitglied und Fachexpertin Ira Mazzoni und mit zahlreichen Projektfotos vorgestellt: 144 Seiten, ISBN 13: 978-3-86218-153-7, 24,80 € (lieferbar ab dem 2. August). Herausgeberin: Bayerische Architektenkammer.

Ein Mitschnitt zur Preisverleihung (inkl. Buchpräsentation) ist wenige Tage nach der Veranstaltung unter www.byak.de/Aktuelles abrufbar.

Das war die vollständige Ausschreibung

Preisträger und Anerkennungen 2017

Die Bayerische Architektenkammer und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zeichneten bei der Preisverleihung am 20. Juni 2017 in der Allerheiligen-Hofkirche zum ersten Mal Werke und deren Urheber aus, die mit zukunftsweisenden architektonischen Konzepten sowohl die Geschichte des Bestands wie auch deren "graue Energie" in besonderem Maße berücksichtigen und sich damit um einen vorbildlichen Umgang mit bestehender Bausubstanz verdient gemacht haben.

"Etwa 80% des Bauinvestitionsvolumens fließen derzeit in den Gebäudebestand. Sanierungen, Erweiterungen und Modernisierungen sind die aktuellen planerischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufgaben", erläuterte Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, anlässlich der Preisverleihung.

Die Preise "Bauen im Bestand" wurden in drei Kategorien verliehen. Diese sind mit jeweils 10.000 € dotiert. In die Kategorie 1 fallen Gebäude, die ursprünglich vor 1900 errichtet wurden, Kategorie 2 berücksichtigt Gebäude, die zwischen 1900 und 1945 entstanden sind, und Kategorie 3 solche, die aus den Jahren 1945 bis 1985 stammen. Alle Gebäude wurden in den letzten fünf Jahren saniert bzw. umgebaut. Die Gebäude können unter Denkmalschutz stehen, müssen es aber nicht.

Preisträger Kategorie 1: 

Der Preis "Bauen im Bestand" in der Kategorie 1 geht an das Richard Wagner Museum Bayreuth, Bauherr: Stadt Bayreuth, Architektur: Staab Architekten GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Volker Staab, Alfred Nieuwenhuisen, Per Pedersen, Hanns Ziegler, Berlin, in Zusammenarbeit mit der HG Merz GmbH, Stuttgart, und der Levin Mosigny Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin. 

Bei der Preisverleihung begründete die Laudatorin Prof. Dr. Uta Hassler das Votum der Jury für das Richard Wagner Museum u.a. wie folgt: "Bemerkenswert ist dieses Projekt auf Grund der stimmigen Behandlung in allen Maßstabsebenen. Nicht nur allein der virtuose Umgang mit den Volumina, die es erlaubt haben, den historischen Bestand wieder frei zu stellen, sondern auch die zurückhaltende Eleganz des Neubaus zeugen von großem architektonisch planerischen, kulturellen und technischen Geschick."

Das Projekt wurde zusätzlich mit dem "Staatspreis Bauen im Bestand" der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet.

Vier Anerkennungen Kategorie 1:

Die Jury sprach zudem je eine Anerkennung für vier weitere Projekte aus:

  • Neues Schloss Ingolstadt (Bauherr: Freistaat Bayern, Staatliches Bauamt Ingolstadt; Architektur: Guggenbichler Netzer Architekten GmbH, München),
  • Königlicher Bahnhof Feldafing - Umbau zum Rathaus (Bauherr: Gemeinde Feldafing, Architektur: Sunder-Plassmann Architekten + Stadtplaner, Greifenberg),
  • Veranstaltungsräume in der ehemaligen Staatsdomäne (Bauherr: Gemeinde Sonnefeld, Architektur: KUG Architekten Carolin Kodisch, Odile Ullrich-Heigl, Harald Gasmann, München, in Zusammenarbeit mit dem Architekten Reinhold Huth, Burgkunstadt und dem Landschaftsarchitekten Jochen Köber, Stuttgart) 
  • Alt und Neu im Dienstleistungszentrum Iphofen (Bauherr: Stadt Iphofen, Architektur: Architektur Büro Jäcklein, Volkach und Architekturbüro Böhm + Kuhn, Iphofen).  

Preisträger Kategorie 2:

Mit dem Preis "Bauen im Bestand" in der Kategorie 2 wird das Projekt "Intarsien in Stein - Burg Falkenberg" ausgezeichnet, Bauherr: Markt Falkenberg; Architektur: Brückner + Brückner Architekten GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Christian Brückner und Peter Brückner, Tirschenreuth.

Der Laudator Friedrich Geiger begründete die Entscheidung der Jury u.a. wie folgt: "Der sensible Umgang mit der teilweise über tausendjährigen Substanz, die selbstverständliche Überführung in eine aktuelle adäquate Nutzung und der angemessene Transfer in eine zeitgemäße Architektursprache, verdienen besondere Erwähnung. Die Burg, die nun von über zwei Seiten erschlossen werden kann, barrierefrei über eine Rampe und einen Aufzug vom Dorf, oder alternativ über die alte Zugbrücke, verliert damit den Charakter eines unzugänglichen Bollwerks und wird ganz selbstverständlich nutzbares, sichtbares Zentrum des Ortes."

Drei Anerkennungen Kategorie 2:

Je eine gleichwertige Anerkennung in der Kategorie 2 ging an die drei Projekte:

  • Ramersdorf Mitte – Familien zurück in die Stadt (Bauherr: GEWOFAG Wohnen GmbH, München, Architektur: Bogevischs Büro Architekten + Stadtplaner GmbH, München, in Zusammenarbeit mit Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner mbB, Freising),
  • Autobahnmeisterei von Paul Bonatz weitergebaut, Nürnberg-Fischbach (Bauherr: Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Autobahndirektion Nordbayern, Architektur: Bernhard Landbrecht, Architekt und Stadtplaner, in Zusammenarbeit mit der 2-BS-Architektengesellschaft mbH, Nürnberg) sowie an das
  • Effizienzhaus Plus im Altbau, Neu-Ulm (Bauherr: NUWOG Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Neu-Ulm; Architektur: 05 Architekten Joachim Raab, Jan-Henrik Hafke, Ruben Lang, Frankfurt/ Main, in Zusammenarbeit mit dem Architekten Georg Linder, Günzburg).

Preisträger Kategorie 3: 

Der Preis "Bauen im Bestand" in der Kategorie 3 wird verliehen für die Neugestaltung Verwaltungsgebäude am Bavariaring, München, Bauherr: Verband Baugewerblicher Unternehmer Bayerns e.V., München; Architektur: Andreas Ferstl in Muck Petzet und Partner Architekten, vertreten durch den verantwortlichen Partner Architekt Andreas Ferstl, in Zusammenarbeit mit der Linsmeyer Projekte GmbH, München. 

Laudator Oliver Heiss erläuterte die Entscheidung der Jury anlässlich der Preisverleihung u.a. wie folgt: "Das Projekt zeigt auf bemerkenswerte Weise, wie ein subtiler Umgang mit vorhandenen Qualitäten einer Bestandsimmobilie großmaßstäblich zu einer stärkeren Verbindung mit dem Quartier und gleichzeitig kleinmaßstäblich zu einer dem Typus angemessenen und aktuellen Anforderungen genügenden Nutzung führen kann."

Zwei Anerkennungen Kategorie 3:

Die Jury sprach zudem je eine Anerkennung aus:

  • Umbau und Sanierung Institutsgebäude 0505 TUM (Bauherr: Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt München 2; Architektur: Hild und K Architekten, München, in Zusammenarbeit mit Keller Damm Kollegen Landschaftsarchitekten Stadtplaner GmbH, München)
  • „Klein-Amerika“, München-Obergiesing (Bauherren: Jutta und Oliver Klein; Architektur: Thomas Pscherer, Architekt, München)

Hintergrund zum Preis:

Der Preis "Bauen im Bestand" wird in 2017 zum ersten Mal verliehen. Er zielt darauf ab, Vorhaben ins Blickfeld zu rücken, die besonders positiv auffallen, weil sie innovativ sind und gleichzeitig historischen Hintergrund, Traditionsbewusstsein und Moderne verbinden. Unabhängig von der Größe der Projekte soll das Qualitätsniveau von gelungener Architektur und damit Baukultur in Bayern sichtbar gemacht werden. 

Der Preis ist bundesweit einmalig. Die hohe Resonanz von 250 Einreichungen von Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern belegt, dass dieser auf fruchtbaren Boden fällt. In einem mehrstufigen Verfahren wurden von der Jury zunächst 74 Projekte aus den Einreichungen ausgewählt. 18 dieser Projekte wurden in die engere Auswahl für Preise und Anerkennungen genommen und im Mai 2017 von der Jury bereist. 

Die Preisträger-Projekte sind künftig an der im Rahmen der Preisverleihung übergebenen Plakette mit der Aufschrift "Preis Bauen im Bestand" öffentlich zu erkennen.

Jury

Die Auswahl erfolgte durch eine hochkarätig besetzte Jury, die das baukulturelle Geschehen in Bayern besonders beobachtet. Ihr gehörten an:

  • die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Christine Degenhart,
  • die 1. Vizepräsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Marion Resch-Heckel,
  • der Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Prof. Mathias Pfeil,
  • der Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, MinDir. Toni Schmid,
  • als Mitglied des Bayerischen Landesdenkmalrates und Vorsitzender der Jury Ulrich Karl Pfannschmidt,
  • als Mitglied des Bayerischen Landesbaukunstausschusses Prof. Uta Hassler,
  • der Leiter der Abteilung Hochbau der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, MinDir. Friedrich Geiger,
  • als Vertreter der Lehre Prof. Dr. Manfred Schuller, Lehrstuhl für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege der TU München,
  • der Architekturjournalist Alfred Dürr, Süddeutsche Zeitung, als Vertreter der Medien sowie
  • als Architekt aus dem Bereich des Bauens im Bestand Armando Ruinelli.

Preisverleihung Preis Bauen im Bestand am 20. Juni 2017 in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz, München

Grußworte der Präsidentin Christine Degenhart, Foto: Tobias Hase

Grußworte der Präsidentin Christine Degenhart

Foto: Tobias Hase
Verleihung des Staatspreises Bauen im Bestand 2017 an Staab Architekten durch Herrn Staatsminister Dr. Spaenle und Christine Degenhart

Verleihung des Staatspreises Bauen im Bestand 2017 an Staab Architekten durch Herrn Staatsminister Dr. Spaenle und Christine Degenhart

Foto: Tobias Hase
Laudatio des Staatspreises durch Herrn Staatsminister Dr. Spaenle, Foto Tobias Hase

Laudatio des Staatspreises durch Herrn Staatsminister Dr. Spaenle

Foto: Tobias Hase
Verleihung des Preises Bauen im Bestand, Kategorie 1 an Staab Architekten durch Präsidentin Degenhart und Vizepräsidentin Resch-Heckel

Verleihung des Preises Bauen im Bestand, Kategorie 1 an Staab Architekten durch Präsidentin Degenhart und Vizepräsidentin Resch-Heckel

Foto: Tobias Hase
Verleihung des Preises Bauen im Bestand, Kategorie 2 an Brückner & Brückner Architekten und den Bauherrnvertreter Bürgermeister Bauer durch die Präsidentin Degenhart und den Laudator MDirig Friedrich Geiger

Verleihung des Preises Bauen im Bestand, Kategorie 2 an Brückner & Brückner Architekten und den Bauherrnvertreter Bürgermeister Bauer durch die Präsidentin Degenhart und den Laudator MDirig Friedrich Geiger

Foto: Tobias Hase
Verleihung des Preises Bauen im Bestand, Kategorie 3 an Andreas Ferstl und den Bauherrenvertreter Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen durch die Präsidentin Christine Degenhart und den Laudator Oliver Heiss

Verleihung des Preises Bauen im Bestand, Kategorie 3 an Andreas Ferstl und den Bauherrenvertreter Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen durch die Präsidentin Christine Degenhart und den Laudator Oliver Heiss

Die Jury (v.l.): Prof. Uta Hassler, MDirig Friedrich Geiger, Vizepräsidentin Marion Resch-Heckel, Prof. Manfred Schuller, Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, Ulrich Karl Pfannschmidt (Vorsitz), Präsidentin Christine Degenhart, Alfred Dürr

Die Jury (v.l.): Prof. Uta Hassler, MDirig Friedrich Geiger, Vizepräs. Marion Resch-Heckel, Prof. Manfred Schuller, Prof. Mathias Pfeil, Dr. Ludwig Spaenle, Ulrich Karl Pfannschmidt (Vorsitz), Präsidentin Christine Degenhart, Alfred Dürr

Ziel des Preises

Der Bayerischen Architektenkammer ist es ebenso wie der Bayerischen Staatsregierung ein hohes Anliegen, die Bedeutung baukulturellen Erbes zu stärken sowie baukulturelle Leistungen zu fördern und zu würdigen. Daher verleiht die gesetzliche Interessenvertretung aller Architekten, Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner des Landes im zweijährigen Turnus den Preis an Planer und Bauherren in jeder Kategorie. Einzelne Werke oder besonders herausragende Leistungen können zusätzlich mit einem „Staatspreis Bauen im Bestand“ der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet werden.

Der Preis ist eine der wesentlichen Säulen der bayerischen Architekturpolitik. Mit ihm werden Werke ausgezeichnet, die einen außerordentlichen Beitrag zur Baukultur leisten, indem sie Denkmäler oder besonders erhaltenswerte Bausubstanz unter Berücksichtigung ihrer Geschichte mit architektonischen Mitteln in die Zukunft führen.

Mit diesem Preis zeichnet die Bayerische Architektenkammer Werke mit zukunftsweisenden architektonischen Konzepten aus, die sowohl die Geschichte des Bestands als auch dessen „graue Energie“ in besonderem Maße berücksichtigen. Das Verfahren steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Herrn Dr. Ludwig Spaenle, MdL.

Dotierung der Preise

Es wird in den drei Kategorien jeweils ein Preis à € 10.000.- verliehen. Zusätzlich werden Anerkennungen ausgesprochen und veröffentlicht. Der Staatspreis ist nicht dotiert. Die Preise werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung durch die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer oder die/den Vorsitzende/n der Jury den Urhebern der Umbauplanung sowie den Bauherren zu gleichen Teilen verliehen. Der Staatspreis wird durch einen Vertreter der Bayerischen Staatsregierung verliehen.

Haftung, Eigentumsregelung, Rechtsweg

Sofern von den Vorschlagsberechtigten zusätzlich zur digitalen Abgabe Unterlagen (ergänzende Publikationen etc.) eingereicht werden, wird für Beschädigungen und/oder Verlust dieser Unterlagen keine Haftung übernommen. Die Unterlagen können nicht zurückgesandt werden. Sofern Unterlagen eingereicht werden, steht der Bayerischen Architektenkammer damit zu, diese Unterlagen für den vorgesehenen Zweck zu nutzen, zu veröffentlichen und zu publizieren, ohne dass hierdurch Rechte Dritter berührt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Betreuung des Verfahrens

Die Betreuung des Verfahrens obliegt der

Bayerischen Architektenkammer
Waisenhausstraße 4
80637 München

Inhaltliche Fragen richten Sie bitte an die

Akademie für Fort- und Weiterbildung
Oliver Heiss, Architekt, Stadtplaner
T 089 /139880 – 35
E-Mail: heiss(@)byak.de

Technische Fragen richten Sie bitte an das

Referat Vergabe und Wettbewerb
Oliver Voitl, Architekt, Stadtplaner
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